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Zufrieden mit den Standortbedingungen: Unternehmen geben die Schulnote 2,3

2100 Firmen antworten freiwillig auf eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Oldenburg. Die Betriebe loben, sind aber auch mit den Verwaltungen unzufrieden und ächzen unter hohen Standortkosten.

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IHK-Präsident Jan Müller (von links), der Geschäftsführer Wirtschaftspolitik Björn Schaeper, und Hauptgeschäftsführer Dr. Torsten Slink stellten ihre Standortanalyse Oldenburger Land vor. Foto: Kühn

IHK-Präsident Jan Müller (von links), der Geschäftsführer Wirtschaftspolitik Björn Schaeper, und Hauptgeschäftsführer Dr. Torsten Slink stellten ihre Standortanalyse Oldenburger Land vor. Foto: Kühn

Es ist die zweite umfangreiche Studie nach 2016 und damit wird sie auch in ihren Ergebnissen vergleichbar. In der Standortanalyse 2022 für das Oldenburger Land haben die Unternehmen im Gesamtergebnis eine Schulnote von 2,3 vergeben. Das ist dieselbe Beurteilung wie 2016 und angesichts der zurückliegenden Corona-Belastungen „durchaus bemerkenswert“, so Björn Schaeper, bei der Kammer zuständiger Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik. Ein Indiz auch dafür, dass die Unternehmen im Oldenburger Land gut durch die Coronakrise gekommen sind, deutete Hauptgeschäftsführer Dr. Torsten Slink die „gute 2“. Die Auftragslage sei in der Region weiterhin sehr gut, so hat es die jüngste Konjunkturumfrage bestätigt.

Die Förderung guter Standortbedingungen sei der IHK nicht nur „Herzensangelegenheit, sie ist auch Teil ihres gesetzlichen Auftrags“, so IHK-Präsident Jan Müller. Es galt, ein Stimmungsbild zu erheben und daraus Schwerpunkte für die Arbeit der IHK zu entwickeln. Da sie im Januar bis Mitte Februar durchgeführt wurde, dürften „einzelne Aspekte der Umfrage angesichts der Belastungen durch den Ukrainekrieg heute sicher anders bewertet werden, dennoch schlagen die geopolitischen Geschehnisse eher nicht auf die Standortbeziehungen durch, die wir abgefragt haben“, so der Präsident.

85  Prozent der Unternehmen würden sich wieder für ihren jetzigen Standort entscheiden

Angefragt wurden rund 11.000 Unternehmen, von denen rund 2.100 freiwillig die zwei Seiten Umfrage beantwortet haben. Fazit: 85 Prozent würden sich noch einmal für ihren Standort entscheiden – dies ist gegenüber 2016 (81,3 Prozent) ein besserer Wert. Überwiegend hätten kleine und mittlere Firmen geantwortet, erklärt Müller. Die Umfrage ist insgesamt „statistisch repräsentativ“, so Schaeper.

Gefragt hatte die IHK nach 31 Standortfaktoren in den Bereichen Infrastruktur, Arbeitsmarkt, wirtschaftliches Umfeld, Standortkosten, Verwaltung und allgemeines Umfeld – zunächst nach der Bedeutung eines Standortfaktors, dann nach der Zufriedenheit damit.

Es ergibt sich bei einzelnen Faktoren durchaus ein Bild mit „Schulnoten, die von der Gesamteinschätzung abweichen“, sagt Schaeper. So sei auffällig, dass beim mit 2,0 bewerteten, wichtigsten Faktor Standortkosten (Steuern und Abgaben, Grundstückspreise/Mieten sowie Energie), die Unternehmen am wenigsten zufrieden sind (Note 3,6). Ähnlich beim Punkt Verwaltung: Hohe Bedeutung (2,1), insgesamt geringe Zufriedenheit (3,4). Besonders schlecht benotet: Die Dauer von Genehmigungsverfahren oder der Digitalisierungsgrad von Verwaltungsprozessen (jeweils 3,7).

Der Breitband-/Internetversorgung wird höchste Bedeutung zugemessen – sie ist aber bescheiden

Gefragt nach der Infrastruktur wird der Breitband-/Internetversorgung die höchste Bedeutung mit der Note 1,5 beigemessen, die Unzufriedenheit ist mit 3,3 hoch – in städtischen wie in ländlichen Lagen. Auch bei der Verfügbarkeit von Erweiterungsflächen kommt nur eine 3,7 heraus. Dabei wollen viele Firmen wachsen: Ein Drittel der Befragten will sich vergrößern. Aktuell hätten die Betriebe aber ihre Personal- und Investitionsplanungen zurückgenommen.

Müller kündigte an, dass die Standortumfrage für die neun Kreise und kreisfreien Städte im Kammerbezirk zunächst in den Regionalbeiräten ausgewertet wird. Nach der Diskussion in den regionalen Gremien sollen dann Empfehlungen für das weitere Handeln der IHK-Verantwortlichen gegenüber Politik und Kommunen erarbeitet werden.

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