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ZF-Werke am Dümmer: Betriebsräte befürchten Verlust von 1.000 Arbeitsplätzen

Die Arbeitnehmervertreter sehen Pläne für Personalabbau und Werksverkäufe, aber nicht zur Schaffung zukunftsfähiger Jobs. Für Freitag ist in Diepholz eine Kundgebung mit Autokorso angekündigt.

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Die Mitarbeiter des ZF-Werkes "EI" in Diepholz wollen sich mit einem möglichen Verlust ihres Arbeitsplatzes nicht abfinden und fanden sich bereits im März zu einem Warnstreik zusammen. Foto: Archiv / Tumanov

Die Mitarbeiter des ZF-Werkes "EI" in Diepholz wollen sich mit einem möglichen Verlust ihres Arbeitsplatzes nicht abfinden und fanden sich bereits im März zu einem Warnstreik zusammen. Foto: Archiv / Tumanov

"Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen" – so ist eine Mitteilung des Standortbetriebsrates des Multidivisionsstandortes Lemförde des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen überschrieben. In diesem Betriebsrat arbeiten die Arbeitnehmervertretungen der Werke der ehemaligen Lemförder Metallwaren, darunter die aus Damme, zusammen. Nachdem die Standortleitung angekündigt hatte, dass 3 von 5 Werken derzeit in der Verlustzone laufen, drastische Umsatzrückgänge zu erwarten seien, für das Werk Diepholz "EI" ("Electronic Interfaces") ein Verkauf geprüft werde, herrscht in den ZF-Werken rund um den Dümmer massive Angst um die Arbeitsplätze.

Im Kampf um den Erhalt der Jobs in den Werken von ZF am Dümmer wird nun am kommenden Freitag (14. Mai) mit Beginn um 15 Uhr eine öffentliche Kundgebung in Diepholz stattfinden. Auf dem Marktplatz werden unter der Überschrift "Eine Region steht auf" Politiker und Betriebsräte sprechen. Das Ende der Veranstaltung bildet gegen 17 Uhr ein gemeinsamer Autokorso.

Bunge: Zukunftsprodukte sind nicht in Sicht

Der Standortbetriebsrat hatte in der vergangenen Woche zu einer digitalen Betriebsversammlung eingeladen, zu der sich nach Angaben der Arbeitnehmervertreter rund 1.700 Beschäftigte zugeschaltet hatten.

5 Jahre nachdem in einer Standort- und Beschäftigungssicherung die Zukunft der 5 Werke am Dümmer See vereinbart wurde, sehen die Betriebsräte die in diesem Rahmen erfolgten Ankündigungen der Geschäftsleitungen als nicht erfüllt an. "Zukunftsprodukte sind nicht in Sicht", stattdessen stünden Personalabbauprogramme im Raum, meinte Jürgen Bunge, der Vorsitzende des Standortbetriebsrates. Bis zum 31. Dezember 2022 seien die Jobs zwar über Vereinbarungen gesichert. "Mittelfristig plant das Unternehmen aber mit 1000 Mitarbeitern weniger – das kommt einer Amputation gleich", meinte Jörg Amon, designierter Nachfolger von Bunge. Mit der Kundgebung am 14. Mai "wollen wir dem Arbeitgeber zeigen, dass wir jeden einzelnen Arbeitsplatz verteidigen werden", erklärte Fred Hartmann, Bevollmächtigter der IG Metall Nienburg-Stadthagen.

Muss zurzeit viel Erklärungsarbeit leisten: Dr. Peter Holdmann, Leiter der in Dielingen ansässigen ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik. Foto: KühnMuss zurzeit viel Erklärungsarbeit leisten: Dr. Peter Holdmann, Leiter der in Dielingen ansässigen ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik. Foto: Kühn

Unterdessen haben Andrea Henning, Leiterin des Multidivisionsstandorts Lemförde, und Dr. Peter Holdmann, Leiter der in Dielingen ansässigen ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik, in einem Gespräch mit Lokalpolitikern die Situation der ZF-Standorte am Dümmer beleuchtet und den Transformationsprozess dargestellt. Man arbeite gemeinsam mit den Arbeitnehmern an einem zukunftsfähigen Zielbild. Einen ersten Entwurf wolle man im Sommer 2021 vorlegen. Mit den Teilnehmern, unter ihnen Vechtas Erster Kreisrat Hartmut Heinen und Dammes Bürgermeister Gerd Muhle wurde vereinbart, die Gespräche fortzuführen.

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