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ZF-Werke am Dümmer: Arbeitsplatzabbau wird konkreter

Die Vertrauensleute der IG Metall der regionalen ZF-Werke haben laut eigenen Angaben Informationen, die den Verlust mehrerer Hundert Stellen befürchten lassen.

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Was hat die ZF-Chefetage beschlossen? Die Vertrauensleute der Werke am Dümmer befürchten Arbeitsplatzverluste. Foto: ZF

Was hat die ZF-Chefetage beschlossen? Die Vertrauensleute der Werke am Dümmer befürchten Arbeitsplatzverluste. Foto: ZF

Die Sorgen der Mitarbeiter in den zum Multidivisionsstandort Lemförde zählenden Werken des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen am Dümmer werden größer. Die Vertrauensleute der IG Metall der Standorte Dielingen, Wagenfeld, Damme und Diepholz befürchten einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen. Laut einem Flugblatt liegen den Gewerkschaftsvertretern Informationen vor, die nahelegen, dass mehrere Hundert Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Eine Kundgebung auf dem Diepholzer Marktplatz am Donnerstag (25. Juni) ab 14 Uhr soll nun den Auftakt für den Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze bilden.

Die Arbeitsplätze sollen offensichtlich nicht nur in der Produktion, sondern laut Flugblatt auch in anderen Unternehmensbereichen abgebaut werden. In einem Mitarbeiterbrief hatte die Konzernleitung Ende Mai den Abbau von 7.500 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2025 allein in Deutschland angekündigt. Das Unternehmen hatte auch angegeben, zusätzliche Beiträge aus dem Kreis der Mitarbeiter zu benötigen, "um das Jahr 2020 zu bewältigen".

"Dieser Abbau geht an die Substanz und wird uns besonders am Dümmer massiv treffen."Andreas Rumpke, Vertrauenskörperleiter in Dielingen

Andreas Rumpke ist Vertrauenskörperleiter in Dielingen und zeichnet für den Inhalt des Flugblattes verantwortlich. Bislang, so der Rehdener, sei der Arbeitsplatzabbau bei ZF meist sozialverträglich vorgenommen worden. Vor dem Hintergrund des konzerninternen Projektes „Prisma“, in dessen Rahmen alle Standorte des Konzerns rund um den Globus auf ihre Personalstärke hin überprüft wurden, befürchten die Vertrauensleute jetzt aber einen "Nettoabbau". "Dieser Abbau geht an die Substanz und wird uns besonders am Dümmer massiv treffen", ist sich Rumpke sicher. "Betroffen sein dürfte überproportional der Verwaltungs-, Entwicklungs- und IT-Bereich", befürchtet er.

Zwar gilt bis 2022 eine Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung, dennoch hat der Betriebsrat in Dielingen am vergangenen Mittwoch einen Brief an die Standortleitung um Dr. Peter Holdmann geschrieben und Auskunft über das weitere Vorgehen verlangt.

Kundgebung am Donnerstag im Autokino-Modus

Die Kundgebung am Donnerstag auf dem Marktplatz wird laut Rumpke im „Autokino-Modus“ abgehalten. Das heißt, die Teilnehmer werden in ihren Privat-Pkw hinzukommen.

ZF-Standortsprecherin Jeannine Rapp konnte auf Anfrage „nichts Neues“ verkünden. Es gelte die bekannte Stellungnahme, wonach im Konzern bis zum Jahr 2025 Stellenabbau geplant sei. Was das für die Dümmer-Standorte bedeute, könne sie nicht sagen. Bislang habe es noch keine Verhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber gegeben.

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