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ZF-Mitarbeiter lassen nicht locker: Kampf um Werk Damme geht weiter

Noch sind die Tore nicht endgültig abgeschlossen. Der Betriebsratsvorsitzende Damian Piegsa setzt ebenso wie IG-Metall-Vertreter auf ein Umdenken in der ZF-Geschäftsführung.

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Noch ist nicht Schluss: Für den Erhalt der ZF-Produktion in Damme kämpfen (von links) Damian Piegsa, Stefan Brandt, Peter-Christian Voigt, Alena Tumanow-Balysev und Fred Hartmann. Sie fordern ein Umdenken in der Geschäftsführung. Foto: Lammert

Noch ist nicht Schluss: Für den Erhalt der ZF-Produktion in Damme kämpfen (von links) Damian Piegsa, Stefan Brandt, Peter-Christian Voigt, Alena Tumanow-Balysev und Fred Hartmann. Sie fordern ein Umdenken in der Geschäftsführung. Foto: Lammert

Der ZF-Konzern verabschiedet sich zum Jahresende 2023 aus Damme. Dann schließt er das Spurstangenwerk mit seinen aktuell fast 340 Mitarbeitern, weil der Pachtvertrag mit dem Unternehmen Boge über die Produktionshalle ausläuft und Boge die Räume selbst nutzen möchte. Das ist jedenfalls die offizielle Lesart aus dem Konzern.

Die lassen aber weder die Industriegewerkschaft (IG) Metall Nienburg-Stadthagen noch der Betriebsratsvorsitzende des Dammer Werks, Damian Piegsa, so stehen.

Für ihn sowie Stefan Brand, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des ZF-Werks in Dielingen und Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Nienburg-Stadthagen, deren Ersten Bevollmächtigten Fred Hartmann und die beiden Gewerkschaftssekretäre Peter-Christian Voigt und Alena Tumanow-Balysev ist das Aus von ZF in Damme längst noch nicht endgültig. Das machten sie am Dienstag nach einem Gespräch im Hotel Tepe deutlich, bei dem es auch um die Zukunft des Standortes Damme ging.

Piegsa: Stadt will bei Standortsuche helfen

ZF müsse sich aus Damme gar nicht wegen der Hallenkündigung zurückziehen, betonte Damian Piegsa. Es habe seitens der Stadt Damme bereits 2019 Angebote gegeben, bei der Suche nach einem Grundstück zu helfen, auf dem ZF selbst oder ein Investor eine neue Produktionshalle für die Spurstangenfertigung errichten könnte.

Allerdings sei die Unternehmensleitung nicht auf dieses Angebot eingegangen, sondern suggeriere der Öffentlichkeit, ZF würde gerne weiter in Damme produzieren, könne es aber über 2023 hinaus wegen der Kündigung der Produktionshalle nicht, kritisierte Fred Hartmann.

An Arbeitsplatzangebot für Dammer besteht Zweifel

Unterdessen haben die IG-Metall-Vertreter und auch Damian Piegsa große Zweifel daran, ob ZF zu seinem Wort stehen kann, allen Betriebsangehörigen in Damme ab dem 1. Januar 2024 in den anderen 4 ZF-Werken rund um den Dümmer mit den hier mehr als 3100 Beschäftigten einen Arbeitsplatz anzubieten. Denn es drohe auch in diesen Werken ein Stellenabbau, betonte Stefan Brandt.

Die Dammer aber bevorzugten ohnehin die Weiterproduktion in der Stadt, sagte Damian Piegsa in dem Zusammenhang. Er verwies auf die vor Ort vorhandene Infrastruktur etwa zum Transport der gefertigten Produkte, bei dem ZF mit dem Logistikunternehmen Lemförder Logistik kooperiert.

Dammer wollen weiter in Damme produzieren

Der Betriebsratsvorsitzende stellte klar, das von ihm geleitete Gremium und die Beschäftigten wollten weiter für das Dammer Werk kämpfen. Dazu werde er auch in Zukunft Gespräche mit der Stadt und potenziellen Investoren für den Bau einer Produktionshalle führen. Auch die Landesregierung habe er eingeschaltet.

Ferner will die IG Metall im Dammer Werk weitere Mitarbeiter als ehrenamtlich tätige Vertrauensleute gewinnen. Sie sollen helfen, den Kontakt zwischen den Beschäftigten, dem Betriebsrat und der IG Metall weiter zu intensivieren. Die Umsetzung dieses Vorhabens soll nach der Urlaubssaison im September beginnen.

Eines aber sei klar, sagte Fred Hartmann: Nur gemeinsam könnten alle Werke des ZF-Multidivisionsstandortes Dümmer erfolgreich Druck auf die Geschäftsführung ausüben, um unter anderem auch den Standort Damme zu erhalten.

ZF-Leitung trägt Verantwortung für Mitarbeiter

Der IG-Metall-Bevollmächtigte erklärte in dem Zusammenhang weiter, die ZF-Unternehmensleitung stehe in der Verantwortung, die Existenz der Menschen vor Ort zu sichern, indem sie die Arbeitsplätze erhalte.

Mit Blick auf das Dammer Werk führte er aus, dessen Bestand zu sichern und mit Investitionen eine neue Produktionshalle auf den modernsten Stand der Technik zu bringen, wäre eine sinnvolle Alternative zum Bau neuer Werke im Ausland. Es würde helfen, die inländischen Lieferketten zu sichern.

Es müsse das ZF-Ziel sein, den Anteil des in Deutschland erwirtschafteten Teils des weltweiten Gesamtumsatzes zu steigern, um weniger abhängig vom Ausland zu sein.

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