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ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik trotzt Krise mit Plus

Ein Umsatzplus von 9 Prozent 2021 gegenüber dem Vorjahr auf 7,3 Milliarden meldet Dr. Peter Holdmann. Der Divisionsleiter informierte bei einem Pressegespräch in Diepholz über aktuelle Entwicklungen.

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Modernste Lenktechnik: Dr. Peter Holdmann präsentiert ein von ZF-Beschäftigten umgebautes Versuchsfahrzeug, dessen Lenksystem einen Lenkwinkel von 80 Grad möglich macht.    Foto: Lammert

Modernste Lenktechnik: Dr. Peter Holdmann präsentiert ein von ZF-Beschäftigten umgebautes Versuchsfahrzeug, dessen Lenksystem einen Lenkwinkel von 80 Grad möglich macht.    Foto: Lammert

Das 3. Jahr in Folge befindet sich die ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik nach Worten des Divisionsleiters Dr. Peter Holdmann in einer „krisenhaften Situation“.

Dennoch erzielte die Division nach Worten des gebürtigen Duisburgers im vergangenen Jahr mit ihren 16.055 Mitarbeitern an 50 Standorten weltweit, darunter auch Diepholz, Wagenfeld, Dielingen, Lemförde und noch Damme, einen Umsatz von rund 7,3 Milliarden Euro, rund 9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Diese Zahlen nannte Dr. Holdmann bei einem Pressegespräch im Werk C-Diepholz am Freitag.

Der Blick Dr. Holdmanns in die nahe Zukunft fiel allerdings trotz der Corona-Pandemie, des Ukrainekrieges sowie des strikten Corona-Shutdowns aktuell in China und der damit verbundenen Folgen wie etwa Lieferengpässen für die Automobilhersteller und deren Zulieferer vorsichtig optimistisch aus. Die ZF-Kunden schafften es, die Folgen zu überwinden. Er rechne ab Juni mit einer Produktion auf normalem Niveau.

Luftfracht droht Kostendruck weiter zu erhöhen

Allerdings laste derzeit ein enormer Kostendruck auf der Division Pkw-Fahrwerktechnik. Der drohe noch zu steigen, wenn die Division zukünftig wegen der Sperrung von Häfen in China Material per Luftfracht einfliegen müsse. Mit den Kunden werde die Division in Kürze die Aufteilung der Kosten für diese Sonderfrachten verhandeln müssen.

Erneut verteidigt hat Dr. Holdmann die Schließung des Dammer ZF-Werks zum Ende des Jahres 2023. Er betonte, das Unternehmen habe allen in Damme Beschäftigten einen Arbeitsplatz in einem der anderen Werke am Dümmer angeboten.

Werksschließung in Damme erleichtert strukturelle Anpassungen

Die Schließung habe aber die strukturellen Anpassungen in den ZF-Werken rund um den Dümmer begünstigt. Der Konzern werde am Dümmer nur noch auf profitable Produkte setzen. Geplant ist in dem Zusammenhang auch ein Stellenabbau. Allerdings, so Dr. Holdmann, ohne betriebsbedingte Kündigungen. Wie viele der 3200 ZF-Arbeitsplätze rund um den Dümmer wegfallen werden, wollte der Divisionsleiter nicht genau sagen.

Im Zuge der strukturellen Anpassungen rechnet Dr. Holdmann für Mitte bis Ende kommenden Jahres damit, dass die ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik die Produktion von Kunststoffbauteilen in Diepholz aufnimmt, diese zukünftig auch an andere ZF-Divisionen liefern will. Im neuen Diepholzer Werk sollen die Mitarbeiter unter anderem Lenker, Zahnscheiben und Zahnräder für Hinterradlenkungen produzieren.

Hoher Grad an Automatisierung ermöglicht Produktion in Deutschland

Durch den hohen Grad an Automatisierung bei der Fertigung lasse sich auch unter den in Deutschland gegebenen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch profitabel produzieren, erklärte der Divisionsleiter.

Sehr zufrieden zeigte Dr. Holdmann sich mit dem Werk C-Diepholz, das sich innerhalb von ZF als Pilotwerk entwickelt hat, in dem die Mitarbeiter digitale Produktionsprozesse für den gesamten Konzern entwickeln. Durch die digitale Vernetzung im Zuge von Industrie 4.0 lassen sich Maschineneinsätze weiter optimieren und zusätzliche Produktionspotenziale ausschöpfen. Geplant ist auch eine Vernetzung mit den Lieferanten und den Kunden.

Software wird Architektur eines Autos bestimmen

Sehr gut aufgestellt sieht Dr. Holdmann die Division Pkw-Fahrwerktechnik im Bereich der modernsten Fahrwerktechnologie, Stichwort Chassis 2.0. Die Division habe eine Software entwickelt, die das Zusammenwirken von Bremse. Lenkung und Dämpfern regelt und das Fahrverhalten zentral steuert.

Zukünftig werde die Software die Architektur eines Autos bestimmen und nicht die Hardware. In dem Zusammenhang präsentierte ZF ein von Mitarbeitern umgebautes hinterradangetriebenes Elektro-Versuchsfahrzeug, das ob eines neu konstruierten Lenkungssystems einen Lenkwinkel von 80 Grad erlaubt – statt der üblichen 40 Grad. Heißt: Der Wendekreis reduziert sich von 10 auf unter 6 Meter.

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