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Zelt aus Vechta wird zur Tönnies-Kantine

Im Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück hatten sich 1400 Arbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Ein Hygienekonzept sieht mehr Platz für die Arbeiter vor.

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Um Schlachtung und Zerlegung wieder aufnehmen zu können, muss das Fleischunternehmen Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ein Hygienekonzept umsetzen. Foto: Inderlied / dpa

Um Schlachtung und Zerlegung wieder aufnehmen zu können, muss das Fleischunternehmen Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ein Hygienekonzept umsetzen. Foto: Inderlied / dpa

Am Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) steht nun ein Zelt der Firma Otto Kühling aus Vechta. Vor einer Woche habe man das 600 Quadratmeter große Zelt aufgebaut und über einen 50 Meter langen Schleusengang mit der bestehenden Kantine von Deutschlands größtem Schlachtbetrieb verbunden, berichtet Geschäftsführer Ludger Emken. Bei Tönnies hatten sich rund 1400 Arbeiter mit dem Coronavirus infiziert, worauf die Arbeit im Schlachthof vor knapp einem Monat eingestellt werden musste.

Die Vergrößerung des Kantinenbereichs ist Teil der Umsetzung eines Hygienekonzeptes, das Tönnies den Behörden vorlegen muss, um schnell die Produktion wieder anfahren zu können. Kühling hat außerdem zwei Toilettenanlagen aufgestellt. Das klimatisierte Zelt wurde vom Vechtaer Betrieb allerdings nicht selbst bestuhlt.

Firma Kühling stellt auch sanitäre Anlagen

Der Auftrag kam nicht direkt von Tönnies, sondern läuft über eine Agentur. Der Vertrag ist zunächst bis Ende Dezember geschlossen, mit Option auf eine Verlängerung, so Emken. Der gesamte Aufbau sei unter "amtlicher Aufsicht" erfolgt.

Für Emken ist die Order der für Tönnies tätigen Agentur ein ganz normales Verleihgeschäft: "So kommen wir über die Zeit. Auch dieser Auftrag bringt uns durch die schwere Corona-Krise. Er hilft, die laufenden Kosten im Betrieb zu decken und auch unsere Mitarbeiter weiter an uns zu binden." Derzeit halte sich Kühling ausschließlich durch „coronabedingte Aufträge“ über Wasser. So habe man bereits Zelte und sanitäre Anlagen an Schulen und Krankenhäusern aufgebaut. Auch vom Putenschlacht- und Zerlegebetrieb Geestland (Wildeshausen) oder Mercedes habe man Aufträge erhalten.

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