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Zapfhahn darf in der Kneipe wieder laufen

Im Garreler Schallander war der Ansturm am Montag überschaubar. Maximal 20 Gäste können unterdessen die Emsteker Ratsstube besuchen. Allerdings: Gäste müssen für Corona-Fälle ihre Daten hinterlassen.

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Hat sich vorbereitet: Christian Abeln hat nach über zwölf Wochen die Ratsstube in Emstek wieder geöffnet. Gäste müssen – wie auch bei Restaurantbesuchen – ihre Kontaktdaten hinterlassen. Foto: Thomas Vorwerk

Hat sich vorbereitet: Christian Abeln hat nach über zwölf Wochen die Ratsstube in Emstek wieder geöffnet. Gäste müssen – wie auch bei Restaurantbesuchen – ihre Kontaktdaten hinterlassen. Foto: Thomas Vorwerk

"Frisch" ist das Pils laut eigener Werbung der Brauerei, und dieser Satz dürfte selten exakter gestimmt haben, als in diesen Tagen. "Alle Fässer sind neu am Hahn", sagt Christian Abeln. Der Wirt hatte am Dienstag alle Hände voll zu tun, um bis zum späten Nachmittag die Eckkneipe in Emstek coronagerecht auszugestalten.

Desinfektionsmittel gibt es gleich am Eingangsbereich und dort wird auch der Zettel ausgehändigt, auf dem die Gäste ihre Kontaktdaten sowie Beginn und Ende des Besuchs eintragen sollen. Im Fall der Fälle können so Infektionsketten nachverfolgt werden. Wer in den vergangenen Tagen ein Restaurant besucht hat, der kennt dieses Prozedere bereits.

Shisha-Bars, Clubs und Discotheken bleiben geschlossen

Zwölf Wochen ist es her, dass der 41-Jährige den Schlüssel temporär herumdrehen musste. Und immer wieder ist er seither auf der Straße angesprochen worden, wann er denn nun endlich wieder öffnet. Eine Antwort musste er bis vor wenigen Tagen schuldig bleiben, bis der Fahrplan für die aktuelle Lockerungsstufe bekannt gegeben wurde. Und die beinhaltet seit Montag die Öffnung von Bars, also Gaststätten, bei denen der Verzehr von Speisen nicht im Vordergrund steht. So wie es in den kleinen Dorfkneipen also üblich ist. Shisha-Bars, wie man sie in Cloppenburg findet, müssen vorerst geschlossen bleiben. Gleiches gilt für Clubs und Discotheken.


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Für alle Lockerungen, die seit Montag gelten, bleiben die üblichen Auflagen bestehen: Abstandsregel von 1,5 Metern und Personen aus zwei Haushalten dürfen sich in Restaurants treffen. Nach dieser Lesart überträgt Abeln das Konzept auch auf seine Wirtschaft. Circa 20 Personen können sich demnach dort aufhalten, ohne sich zu nah zu kommen. Der Gang zu den Toiletten ist, wie auch in den Restaurants, nur mit einer Bedeckung von Mund und Nase zulässig.

Bei Essen und Trinken wird gespart

16 Gäste, so viel darf Jürgen Tabeling im Schallander in Garrel bewirten. Er hat gleich am Montag wieder geöffnet, doch an die Grenze ist er bei Weitem nicht gestoßen. "Der große Andrang ist ausgeblieben", meint der Wirt. Das verwundert ihn aber auch nicht, denn wenn Menschen in Kurzarbeit sind und ein paar hundert Euro weniger im Portemonnaie haben, dann muss gespart werden. "Und das passiert beim Essen und beim Trinken."

Was überhaupt erlaubt ist und wie ein Gastraum herzurichten ist, damit den Vorgaben genüge getan wird, "da muss man selber viel lesen", erklärt der Garreler. Die Verlautbarungen der Landesregierung seien dabei nicht immer besonders hilfreich beziehungsweise teils schwer verständlich. Handlungsempfehlungen gibt es aber auch vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga).

Jürgen Tabeling blickt aber optimistisch in die Zukunft. "Wenn wieder normale Welt ist, wird draußen ein Wagen aufgebaut", plant der Gastronom ein kleines Fest für seine Kunden.

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