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Wo der Bagger auf den Kiebitz wartet

Die Erschließung des neuen Baugebiets in Westeremstek hat sich durch Brutvögel verzögert. Jetzt wird Gas gegeben, um Fördergelder in Millionenhöhe nicht zu verlieren.

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Es geht voran: Vom Baufortschritt überzeugten sich Bernd Michael Lüske (von links), Michael Fischer, Walter Lohmann (Vorsitzender Planungsausschuss) und Franz-Josef Rump. Foto: Vorwerk

Es geht voran: Vom Baufortschritt überzeugten sich Bernd Michael Lüske (von links), Michael Fischer, Walter Lohmann (Vorsitzender Planungsausschuss) und Franz-Josef Rump. Foto: Vorwerk

Die Erschließung des neuen Gewerbegebiets in Westeremstek ist im Zeitplan, auch wenn Kanadagans und Kiebitz zu Verzögerungen geführt haben. Erst als die Vögel ihre Brut flügge hatten, konnten die Baumaschinen anrollen. Die archäologischen Untersuchungen hielten sich dieses Mal in Grenzen und waren bereits nach 2 Wochen beendet. Mit bedeutenden Siedlungsspuren war auf diesem Areal nicht zu rechnen, wie es am Dienstag bei einem Ortstermin hieß. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Kaufverträge geschlossen werden.

Priorität haben Gewerbetreibende aus der Region, und Bestandsfirmen genießen Vorrang, erklärte Emsteks Bürgermeister Michael Fischer die Auswahlkriterien. Die Nachfrage ist hoch, denn rund 50 bis 60 Interessenten hatten sich in den vergangenen Wochen und Monaten gemeldet. Sie werden jetzt angeschrieben, um Details zu deren Vorhaben zu erfahren. Ein Betrieb, der viele Arbeitsplätze schafft, wird dabei eher den Zuschlag bekommen als ein Unternehmen, das ausschließlich Lagerkapazitäten benötigt. Betriebsleiterwohnungen sind dort nicht vorgesehen.

"Schon 2007 gab es die ersten Gespräche. Zu diesem Zeitpunkt war auf Cloppenburger Seite noch keine Rede davon, sich an dieser Stelle zu erweitern", so Fischer. Gleichwohl nutzt man künftig die gemeinsame Zufahrt an der Landesstraße, die das noch junge Cloppenburger Gebiet erschließt. Zur Hälfte hatte man sich an den Kosten beteiligt. 

Förderung kommt Käufern zugute

Annähernd 4,8 Millionen Euro werden in den Leitungs- und Straßenbau investiert. Nicht zuletzt die beiden Regenrückhaltebecken machen das Vorhaben teuer. Glücklich ist der, der Fördermittel einwerben kann, und dies ist der Gemeinde Emstek einmal mehr gelungen. Knapp 2,4 Millionen werden aus EU-Mitteln getragen und müssen am Ende den Käufern zugutekommen. Deshalb wird der Quadratmeterpreis nach oben wie unten gedeckelt werden. Bürgermeister Fischer geht davon aus, dass man am Ende auf Ecopark-Niveau landen wird, wo der Quadratmeter für 59 Euro veräußert wird. 

14 Hektar vermarktbare Fläche soll bis zum Jahresende erschlossen sein, und die Abrechnung muss bis Ende März 2023 erfolgen, um die Zuschüsse nicht zu verlieren. "Die ausführende Firma arbeitet nun aber mit zwei Kolonnen, und gegebenenfalls müssen zusätzliche Wochenendschichten eingelegt werden", erläutert Franz-Josef Rump, Leiter des Bauamtes in Emstek, wie die Verzögerung durch die Vogelbrut wieder aufgeholt werden soll.  

Neue Höchstspannungstrasse schon eingeplant

Neben der Erschließung über das Cloppenburger Gewerbegebiet wird eine Zufahrt vom Niedrigen Weg aus errichtet. Dafür wird die vorhandene Trasse zwischen der Spedition Kösters und der Stadtgrenze ausgebaut. Auch der Höchstspannungstrasse, die die Tennet durch den Landkreis Cloppenburg legt, hat man Rechnung getragen. "Die Regenrückhaltebecken sind nach Rücksprache so platziert worden, dass die Leitungen darüber verlaufen und so keine vermarktbare Fläche verloren geht", sagte Bernd Michael Lüske, Kämmerer der Gemeindeverwaltung.

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