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Windige Geschäfte vermiesen

Thema: Immer mehr illegale Werbeanrufe – Es ist Zeit, den skrupellosen Geschäftemachern das Handwerk zu legen. Das entsprechende Gesetz liegt bereits vor.

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Versicherungen, Finanzprodukte, Energieverträge, Gewinnspiele, Zeitschriftenabos: Solche Sachen versuchen skrupellose Geschäftemacher massenhaft per Telefon an den Mann und die Frau zu bringen. Das ist für die Personen am anderen Ende der Leitung nicht nur nervig und zeitraubend, es ist auch in zunehmendem Maße illegal.

Denn: Telefonwerbung ist nur erlaubt, wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher zuvor eingewilligt haben. Und: Unterdrückte Rufnummern sind nicht nur ein weiteres inakzeptables Ärgernis; auch sie sind verboten.

Das Problem der nervigen Werbeanrufe, das sich zwischenzeitlich erledigt zu haben schien, erlebt mit Beginn der Corona-Pandemie eine zweifelhafte Renaissance. Das belegen aktuelle Angaben der Bundesnetzagentur. Demnach ist die Zahl der dort eingegangenen Beschwerden nach dem neuen Höchststand 2020 mit 63.000 jetzt noch einmal deutlich angewachsen – auf fast 80.000 im vergangenen Jahr.

Hohe Bußgelder schrecken nicht wirklich ab

Über die Hintergründe des wiederauflebenden Telefonterrors kann nur spekuliert werden. Viel wichtiger ist aber auch, dass diesem Treiben endlich ein Ende gemacht wird. Beschwerden geht die Behörde zwar nach und verhängt Bußgelder – 2021 immerhin in Höhe von fast 1,5 Millionen Euro – aber wirklich abschreckend ist das offenbar nicht, wie die neuen Zahlen belegen.

Von daher muss das lange geplante Bundesgesetz für faire Verbraucherverträge zeitnah verabschiedet werden. Darin ist vorgesehen, dass telefonisch abgeschlossene Verträge nicht nur in wenigen Bereichen wie etwa Gewinnspielen schriftlich bestätigt werden müssen. Noch besser wäre es, alle sogenannten Dauerschuldverhältnisse unter den Vorbehalt der schriftlichen Bestätigung zu stellen – und damit den Kamikazevermarktern das windige Geschäft zu vermiesen.

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