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Windenergie-Ausbau: Die IHK Oldenburg wünscht sich ein "Nachsteuern"

Dass der Bund den Windkraftanlagenbau über schnelle Genehmigungsverfahren forcieren will, wird gelobt. Dass dabei jedoch das Verbandsklagerecht ausgeklammert bleibt, kritisiert die Kammer.

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Der Bund will den Ausbau von Windkraftanlagen auf See und an Land – wie hier in Damme-Südfelde – forcieren. Foto: Kühn

Der Bund will den Ausbau von Windkraftanlagen auf See und an Land – wie hier in Damme-Südfelde – forcieren. Foto: Kühn

Laut Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) soll Deutschlands Strom im Jahr 2030 zu 80 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammen, 2035 sollen es sogar fast 100 Prozent sein. Derzeit sind es laut Branchenverbänden rund 42 Prozent. Das Bundeskabinett beschloss dazu das „Osterpaket“. Um die Ziele zu erreichen, ist auch ein massiver Ausbau der Windenergie geplant. Die Ampel-Koalition will Windparks auf See deutlich ausbauen. Bisher langwierige Genehmigungsverfahren für neue Anlagen sollen nicht nur für Offshore-Parks, sondern auch für Windräder an Land deutlich gestrafft werden. 2 Prozent der Landesfläche will der Bund für Windkraftanlagen reservieren.

Björn Schaeper, Geschäftsführer für die Bereiche Energie und Umwelt bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) sieht die Verkürzung der Verfahren für Windkraftanlagen als „Schritt in die richtige Richtung“, dem nun aber „zügig weitere Schritte folgen“ müssten. Um den Anteil erneuerbaren Stroms bis 2030 auf 80 Prozent zu steigern, „müsste der jährliche Zubau an Windenergieleistung mehr als verfünffacht werden“. Es sei erheblich mehr Tempo erforderlich.

Begrüßt die Absicht, die Windenergie schnell auszubauen: Björn Schaeper (IHK Oldenburg). Foto: FolkertsBegrüßt die Absicht, die Windenergie schnell auszubauen: Björn Schaeper (IHK Oldenburg). Foto: Folkerts

Dass der Bund nun Verfahren für Windenergie durch standardisierte bundeseinheitliche Kriterien vereinfachen wolle, sei sehr zu begrüßen, meint der IHK-Experte. Die ebenfalls angekündigten Erleichterungen für das „Repowering“, also die Modernisierung bestehender Windkraftanlagen, sowie die vereinfachte Genehmigung in Landschaftsschutzgebieten sieht Schaeper ebenfalls positiv, zeigt sich aber skeptisch, ob mit aktualisierten Regeln für den Vogelschutz das Ziel erreicht werden könne, 2 Prozent der Landesfläche für Windenergie zu nutzen. „Hier muss gegebenenfalls nachgesteuert werden. Handlungsbedarf sehen wir zudem in bislang ausgeklammerten Bereichen – etwa beim Verbandsklagerecht und beim Netzausbau.“

Mehr Tempo bei den Genehmigungsverfahren wünscht sich Schaeper generell auch in anderen Bereichen, so „bei der Umsetzung von Verkehrsprojekten, beim Aufbau der LNG-Infrastruktur oder beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft“.

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