Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Wie Corona zur treibenden Kraft wurde

Wer seinen Beruf lebt und liebt, den konnte Corona in den vergangenen Monaten schon hart treffen. Die Unternehmerin Julia Laschinski wollte sich ihren Traum nicht von der Pandemie zerstören lassen.

Artikel teilen:
Live ins Wohnzimmer: Die Anleitung kommt aus dem Studio auf den heimischen Bildschirm.    Foto: © Yogaraum/ Melanie Ramalho

Live ins Wohnzimmer: Die Anleitung kommt aus dem Studio auf den heimischen Bildschirm.    Foto: © Yogaraum/ Melanie Ramalho

„Alles, was Yoga mir und meinen Schülern bedeutet, wurde durch Corona auf den Kopf gestellt. Gemeinsame Aktivität, gute Gespräche und eine schöne Tasse Tee – alles ist eingeschränkt“, seufzt die Cloppenburger Yogalehrerin Julia Laschinski. Seit 2014 betreibt die Diplom-Fitnessökonomin ein Studio in der Lange Straße und fand mit ihrem vielfältigen Yoga- und Pilates-Angebot den Zuspruch eines großen Publikums.

Als die Pandemie ausbrach und der Lockdown kam, war Laschinski der Verzweiflung nahe. Viele Yogis kündigten die Kurse oder ließen sie für einige Monate ruhen. „Yoga bedeutet ja vor allem Verbindung. Mir fehlte der Umgang mit den vielen netten Menschen“, blickt sie traurig zurück. Aber auch wirtschaftlich kam sie an ihre Grenzen. Die Kosten liefen weiter, gleichzeitig fehlten die Einnahmen. Die umtriebige Yogalehrerin nutze aber die Zeit, um zur Freude ihrer Schüler Videos zu posten. Allerdings hatte das wirtschaftlich kaum eine Bedeutung.

Internet macht Sportteilnahme komfortabler

Als nach dem Lockdown wieder Unterrichte möglich wurden, ging es zunächst um Masken, Abstände und deutlich geringere Teilnehmerzahlen. „Das war alles nicht wie vorher, aber es war ein Anfang“, blickt Laschinski zurück. Dennoch mussten Lösungen her, schließlich ging es um einen großen Kundenstamm und um rund ein Dutzend Mitarbeiter.

Anleitung: Die Digitalisierung erlaubt anspruchsvolle Anleitungen durch hoch auflösende Kameras und professionelle Mikrofone.   Foto: © Yogaraum Melanie RamalhoAnleitung: Die Digitalisierung erlaubt anspruchsvolle Anleitungen durch hoch auflösende Kameras und professionelle Mikrofone.   Foto: © Yogaraum/ Melanie Ramalho

Dabei fiel der Blick auf das Internetportal Eversports, ein vor wenigen Jahren in Österreich erfundenes Online-Buchungssystem für Sport- und Fitnessstudios. Dieses bündelt und sortiert Angebote und stellt die Ergebnisse für Endverbraucher zur Verfügung. Damit sei es dank des Internets viel einfacher, Sport zu organisieren, sich einen Platz zu reservieren beziehungsweise sich für eine Klasse oder einen Kurs anzumelden und dafür zu bezahlen.

Gleichzeitig arbeitete die Unternehmerin an einer Lösung, um die realen Kurse auch online anzubieten. „Ich wollte es so flexibel wie möglich machen, damit meine Kunden immer eine Option haben“. Streaming hieß die Lösung, um die Kurse in die heimischen Wohnzimmer zu bekommen. So wird die kontinuierliche Datenübertragung über ein Netzwerk bezeichnet, Bild und Ton werden in Echtzeit übertragen. Die Inhalte können angesehen werden, ohne die Datei auf den eigenen Rechner he-
runterladen zu müssen. „Mit dieser Hybrid-Möglichkeit schaffen wir es, dass die coronabedingten, reduzierten Teilnehmerzahlen vor Ort aufgefangen werden können mit der Online-Teilnahme“, lautete der Plan.

Bei der Beschaffung der erforderlichen Hardware kam wieder das ungeliebte Virus ins Spiel. Lieferverzögerungen in Asien führten dazu, dass man auf wichtige Technologie für die hochwertige Bild- und Tonqualität warten musste. Auch eine stabile Internetleitung stand erst mit Verzögerung zur Verfügung. Anfang Mai konnte Julia Laschinski ihren Kunden schließlich den ersten hybriden Kurs-plan vorstellen. Veränderte Preismodelle sorgen dafür, dass alle Teilnehmer einen leistungsgerechten Preis bekommen.

"Die Mitwirkung ist online von jedem Ort oder aus dem Urlaub möglich."Yogalehrerin Julia Laschinski

Die Qualität des Angebots hat sogar etliche Krankenkassen überzeugt, die Kurse als gesundheitliche Prävention anzuerkennen und finanziell zu fördern. Daher werden die zehnwöchigen Maßnahmen ab dem 19. Oktober 2020 wieder angeboten.

„Ich bin froh über die gelungene Lösung. Wir können vor Ort mit den Teilnehmern arbeiten, oder über den heimischen Laptop oder TV-Bildschirm. Die Mitwirkung ist online von jedem Ort oder aus dem Urlaub möglich. Wer will, kann die Online-Kurse auch aufzeichnen und später abrufen. Damit ist die Digitalisierung des Yogaraums geglückt, bevor die Corona-Fallzahlen im Winter möglicherweise wieder ansteigen werden“.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Wie Corona zur treibenden Kraft wurde - OM online