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Wernsing blickt über den Tellerrand

Das Unternehmen aus Essen will kräftig ausbauen. Geplant sind Tiefkühllager, Biomassekraftwerk und Schulungszentrum.

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Plant weiter: Die Wernsing-Feinkost GmbH betreibt am Standort Addrup ein großes Werk. Bald sollen mehrere neue Gebäude hinzukommen. Foto: Meyer

Plant weiter: Die Wernsing-Feinkost GmbH betreibt am Standort Addrup ein großes Werk. Bald sollen mehrere neue Gebäude hinzukommen. Foto: Meyer

Mit baulichen Erweiterungen bei Wernsing-Feinkost hat sich der Essener Planungsausschuss am Montag beschäftigt. Auf der Tagesordnung standen die Änderungen gleich mehrerer Bebauungspläne, damit der Lebensmittelhersteller seine umfangreichen Vorhaben im beschleunigten Verfahren umsetzen kann.

Das neue Tiefkühllager fasst 10.000 Paletten

Konkret plant Wernsing den Bau eines neuen Tiefkühllagers. Der Anbau soll die Lagerkapazitäten um bis zu 10.000 Paletten erhöhen, erklärte Geschäftsführer Andreas Sostmann gegenüber der MT. Hintergrund ist das Verbot chemischer Keimhemmer bei der Kartoffellagerung. Wernsing sieht deshalb Bedarf, die Lagerung zu Pommes-frites verarbeiteter Kartoffeln zu vergrößern. Noch ambitioniertere Pläne verfolgt das Unternehmen auf der dem Werk gegenüberliegenden Seite der Lüscher Straße.

Dort sollen ein Biomassekraftwerk sowie ein Schulungszentrum entstehen. „Unser Ziel ist es, energieunabhängiger zu werden“, sagt Sostmann. Die mit Holz produzierte Wärme wird mit Hilfe einer überirdischen Rohrleitung in den Betrieb geleitet. Das Schulungszentrum, dem ein Hofgelände weichen wird, soll vom Werk aus über eine Fußgängerbrücke erreichbar sein. Vorgesehen sind mehrere Gebäude und ein Parkplatz. Wernsing, der an verschiedenen Standorten produziert, möchte dort seinen IT-Bereich bündeln. Die Umstellung auf eine neue Unternehmenssoftware sei sehr aufwändig und dauere mehrere Jahre, erklärt Sostmann.

Wernsing gehört zu den größten Unternehmen im Oldenburger Münsterland und ist zugleich einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Gemeinde Essen. Allein das Werksgelände in Addrup umfasst aktuell rund 20 Hektar. Entsprechend offen zeigten sich die Ratsmitglieder gegenüber den neuen Vorhaben und sprachen sich einstimmig für die erforderlichen B-Plan-Änderungen aus.

In Uptloh soll ein Erdlager für Kartoffelerde entstehen

Auch für ein Erdlager zur Entsorgung von Kartoffelerde, das Wernsing in Uptloh einrichten möchte, brachte der Planungsausschuss den entsprechenden Bebauungsplan auf den Weg. Wirklich gebaut werden soll allerdings nichts. Bei dem Erdlager handelt es sich um mehrere zusammenhängende Grünlandflächen, insgesamt rund drei Hektar. Sie sollen die nach der Reinigung der angelieferten Kartoffeln anfallende Erde aufnehmen. So soll verhindert werden, dass mögliche Schaderreger wie Nematoden auf Ackerflächen zurückgeführt werden. Besonders im Emsland haben die Kartoffelanbauer seit einigen Jahren mit ihnen zu kämpfen.

Die Erde darf maximal 45 Zentimeter hoch aufgeschichtet werden. Die Flächen könnten extensiv bewirtschaftet werden, erklärte Bürgermeister Heiner Kreßmann. In zwei bis drei Jahren sei das Erdlager dann voll. Bis dahin müsse sich das Unternehmen nach neuen Flächen umgesehen haben.

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