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Werlte plant Innenstadt-Entwicklung jetzt mit einheimischen Investoren

Nach dem Scheitern des Projekts "Neue Mitte Werl" des Investors  Schoofs mit einem Volumen von 35 Millionen Euro  entwickelt jetzt die Stadt ihren Plan B.

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 Nachdem die Pläne für die neue Werlter Mitte mit einem Volumen von 35 Millionen Euro gescheitert sind, bleibt das Werlte-Center weiter der zentrale Baustein für die Entwicklung der Innenstadt. Foto: Siemer

 Nachdem die Pläne für die neue Werlter Mitte mit einem Volumen von 35 Millionen Euro gescheitert sind, bleibt das Werlte-Center weiter der zentrale Baustein für die Entwicklung der Innenstadt. Foto: Siemer

Das ehrgeizige Projekt „Neue Mitte Werlte“ mit dem Neubau von etlichen Märkten und einem neuen Rathaus mit einem Gesamtvolumen von 35 Millionen Euro des Investors Josef Schoofs aus Kevelaer war vor 2,5 Jahren mit großen Erwartungen für die Stadt Werlte angekündigt worden.

Nachdem die Verantwortlichen in Verwaltung und Rat nach vielen letztlich ergebnislosen Gesprächen vor einigen Wochen die Reißleine gezogen und das Projekt zumindest vorerst für gescheitert erklärt hatten, gehen die Planungen aber unvermindert ohne den Großinvestor weiter. Das bestätigte am Montag Stadtdirektor Ludger Kewe im Gespräch mit dieser Redaktion.

Vieles an den bisher von zahlreichen Beteiligten entwickelten Ideen sei auch ohne Schoofs realisierbar, auch wenn die Stadt das Scheitern sehr bedauere. „Wir wollen an der weiteren Entwicklung mit neuen, unterschiedlichen Ansätzen und Lösungen in der Ortsmitte festhalten“, betont Kewe. Geplant sei dabei die Zusammenarbeit mit mehreren einheimischen Investoren. Dafür gebe es durch die Städtebauförderung und Werlte als attraktiver Standort weiter gute Voraussetzungen.

Aldi-Markt bleibt an der Harrenstätter Straße 

Der Plan B sieht unter anderem vor, dass in der Stadtmitte neben einem Vollsortimenter kein Discounter geplant wird, sondern der bestehende Standort an der Harrenstätter Straße aufrechterhalten und weiterentwickelt werden soll. Aldi hat nach Angaben der Stadt Pläne für einen modernen Neubau bereits fertiggestellt. Demnach sollen das jetzige Gebäude und der benachbarte leerstehende Markt abgerissen werden und dort der neue Markt entstehen. Teil der in den letzten 2 Jahren mit Schoofs getroffenen Vereinbarungen war nach Kewes Aussage auch, dass,  anders als ursprünglich abgemacht, nicht mehr der Investor das Rathaus zur Vermietung oder zum Verkauf baut, sondern die Stadt beziehungsweise Samtgemeinde Werlte es in Eigenregie auf eigene Kosten errichten will. Daran werde festgehalten.

3 Alternativen für Rathaus-Standort

Als Standort gebe es nach wie vor 3 Alternativen: Das Werlte-Center, der Standort der alten Grundschule am Marktplatz und der Erhalt am jetzigen Platz, so der Stadtdirektor. Eine Innenentwicklung rund um den Marktplatz ist erst in weiteren Schritten beabsichtigt, wenn unter anderem eine leistungsfähige Erschließung gesichert ist und die Planungen für ein neues Rathaus abgeschlossen sind. Als einen der entscheidenden Gründe für das Scheitern der „neuen Mitte“ sieht er die Notwendigkeit, dass die Stadt alle wichtigen Entwicklungen mitsteuern will und muss. „Wir können uns nicht zu stark in die Hände eines Investors begeben, auch wenn die Gruppe bewiesen hat, dass sie große Projekte händeln kann.“ Probleme hätte auch das berechtigte Bedürfnis der Stadt nach einer gewissen Sicherheit  statt letztlich unverbindlichen Absichtserklärungen bereitet. Daher habe der Forderung, sich Hintertüren offenzulassen, nicht entsprochen werden können.

Center-Besitzer nicht verantwortlich für Scheitern 

Der Investor sei nur für die große Lösung zu haben gewesen. Dafür habe er aber mit dem vereinbarten Kauf des Centers in Vorleistung treten müssen, so Kewe. Die Schoofs-Gruppe und Besitzer Dr. Clemens Rühlander hatten sich über den Center-Verkauf und den Preis geeinigt, bestätigen sowohl die Stadt als auch Rühlander. Doch die Summe wurde bisher nicht gezahlt. Die jetzige Entwicklung sei deshalb auch nicht von Dr. Rühlander zu verantworten, betonte Kewe. Weiterer Knackpunkt war nach Mitteilung der Stadt der Umstand, dass die geplante Einbeziehung des Einkaufszentrums an der Loruper Straße zum jetzigen Zeitpunkt vonseiten des Investors nicht verbindlich zugesichert wurde.

Investitionen in Stadtmitte weiter jederzeit möglich

Als erster Schritt müsse jetzt angesichts der neuen Situation die entscheidende Frage geklärt werden, ob die für die Planungen zentrale Fläche des Werlte-Centers für die weitere Entwicklung der Ortsmitte zur Verfügung steht. Die bereits verfügbaren Mittel der Städtebauförderung sollen zunächst für andere Maßnahmen eingesetzt werden, beispielsweise die Erneuerung der Sögeler Straße und die Umgestaltung des Raphaelstiftes. „Da wir weitere Städtebaufördermittel in beträchtlichen Umfang erwarten, können die Investitionen in der Stadtmitte jederzeit folgen“, so Kewe.

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