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Weniger Vieh-Betriebe und Konzentration bei Milchbauern

Im vorigen Jahr hatten noch knapp 72 Prozent der etwas mehr als 35.300 Höfe einen eigenen Viehbestand. Dies entsprach einem Rückgang um über 22 Prozent über das vergangene Jahrzehnt.

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Ein Schild mit der Aufschrift "Schluß mit Lustig" hängt an einem Trecker bei einer Protestaktion von Milchbauern. Foto: dpa/Schuldt

Ein Schild mit der Aufschrift "Schluß mit Lustig" hängt an einem Trecker bei einer Protestaktion von Milchbauern. Foto: dpa/Schuldt

In Niedersachsen gibt es immer weniger landwirtschaftliche Betriebe mit Nutztierhaltung – das gilt auch für die unter starkem Preisdruck ächzenden Milchbauern. Die Konzentration nimmt langfristig zu, wie das Statistische Landesamt am Freitag berichtete. Demnach hatten im vorigen Jahr noch knapp 72 Prozent der etwas mehr als 35.300 Höfe einen eigenen Viehbestand. Dies entsprach einem Rückgang um über 22 Prozent über das vergangene Jahrzehnt.

Vor allem bei den gut 7.700 Landwirten mit Milchkühen (Stand März 2020) sehe man einen "deutlichen Strukturwandel hin zu weniger, aber größeren Betrieben", hieß es. Hier nahm die Zahl der verbliebenen Höfe seit 2010 laut den Statistikern um fast 42 Prozent ab – bei gleichzeitig steigender Größe von 58 Tieren auf im Schnitt 105 Tiere.

Besonders kleinere Milchbauern mussten oft schon aufgeben oder stehen kurz davor, weil die erzielbaren Abnahmepreise ihre Kosten zeitweise kaum decken. Es gibt immer wieder Kritik an der Preispolitik großer Handelsketten und Molkereien. Erst Anfang Juni demonstrierten Landwirte in Nord- und Süddeutschland wieder für höhere Milchpreise.

Niedersächsische Rinderzucht: Minus von mehr als einem Viertel in den vergangenen 10 Jahren

Bei anderen Nutztierarten ist die Betriebszahl im Langzeitvergleich ebenfalls stark rückläufig. So meldete die Behörde in Hannover für die niedersächsische Rinderzucht – mit der anteilig größten Summe – ein Minus von mehr als einem Viertel über die vergangenen 10 Jahre. Zuletzt hatten noch 61 Prozent der Viehhalter im Land eigene Rinder. Bei Schweinen, wo der Preisdruck für viele Fleischerzeuger auch hoch ist, belief sich die Abnahme auf mehr als 43 Prozent, während es hier ebenso beinahe zu einer Verdoppelung der Tiere pro Betrieb kam.

In der von Tierschützern häufig besonders kritisierten Hühnerhaltung wuchs die Zahl der Unternehmen seit dem Jahr 2016 – die der Tiere insgesamt und auch die der Legehennen je Betrieb hingegen sank leicht. Es zeige sich "ein Trend zur Freilandhaltung und zur Haltung in ökologischer Erzeugung", so die Interpretation der Statistiker.

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