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Wen juckt das noch?

Thema: Facebook will Firmennamen ändern – Der Social-Media-Gigant macht einen auf "Raider heißt jetzt Twix". Doch ganz so simpel ist der Vorgang nicht. Hinter ihm steckt Kalkül.

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Angriff ist die beste Verteidigung. Trotz Duldung von Menschenhandel, Desinformation und der Unterdrückung eigener Erkenntnisse, dass beispielsweise Instagram sich negativ auf Jugendliche auswirkt, geht Facebook in die Offensive.

Die Methode ist seit jeher gleich: Der Social-Media-Gigant wird von Skandalen erschüttert – und Mark Zuckerberg macht unbeirrt weiter. Weil er es kann. Schließlich stehen die größten Unternehmen weltweit als Werbe-Sponsoren hinter dem Multi-Milliardär. Gefühlt ist er nur ihnen Rechenschaft schuldig. Das Bild erzeugten bereits die Verhörungen um den Vorfall "Cambridge Analytica", als der Konzern die US-Wahl manipulierte.

Das scheint die Nutzer der Plattform nicht zu irritieren. Sie begeben sich, vielleicht unwissend, weiter in die Abhängigkeit eines Internet-Oligarchen, der seine Vormachtstellung im World Wide Web aller Voraussicht nach ungehindert ausweiten wird. Zum neuen Metaverse.

Auch wenn Snowden warnt: Zuhören werden die Wenigsten

Die Namensänderung des Unternehmens ist dafür nur ein weiterer Baustein auf dem Weg Richtung Monopolstellung. Doch ganz so einfach wie "Raider heißt jetzt Twix" ist der Vorgang nicht. Die Umbenennung weitet die Ambitionen des Unternehmens, das abseits von Instagram, WhatsApp und Facebook auch eine Marke für Virtual-Reality-Brillen unterhält, über die herkömmlichen sozialen Netzwerke hinaus aus.

Die Transformation ist bereits in vollem Gange. Und auch wenn US-Whistleblower Edward Snowden die Zustände anprangert: Zuhören werden nur die Wenigsten.

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