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Weiterbildung wird in die Betriebe hineingetragen

Die Maßnahme "Herausforderung Fachkräftesicherung" ist in Hannover gestartet. Im Juni 2021 wird das Projektteam auch im Oldenburger Münsterland unterwegs sein.

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Der Stand mit den Süßigkeiten hilft bei Einleitung des Dialogs in den Unternehmen. Foto: Fender

Der Stand mit den Süßigkeiten hilft bei Einleitung des Dialogs in den Unternehmen. Foto: Fender

Fachkräftesicherung bleibe die zentrale bildungs- und arbeitsmarktpolitische Aufgabe der nächsten Jahre, erklärte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) beim offiziellen Start des Projektes "Herausforderung Fachkräftesicherung – durch Weiterbildung Kompetenzen stärken – Zukunft sichern". Althusmann überreichte im Tagungszentrum der Handwerkskammer Hannover in Garbsen einen Bescheid der NBank aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (EFS).

Das Projekt richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und soll Weiterbildungsangebote direkt an die Betriebe herantragen. Mit bedarfsgerechter Qualifizierung und dem Aufbau einer Dialogstruktur in den ländlichen Regionen der bestehenden Fachkräftebündnisse Leine-Weser und Nordwest zielt das Projekt darauf ab, Betriebe nachhaltig bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen. "Das Projekt beweist, dass alle Arbeitsmarktakteure für die regionalen Firmen an einem Strang ziehen. Ein Mehrwert, der nicht selbstverständlich ist und erst durch die regionalen Fachkräftebündnisse möglich wurde", erklärt Cloppenburgs Wirtschaftsförderer Dirk Gehrmann. Er vertritt das Fachkräftebündnis Nordwest. Im Projekt arbeiten Wirtschaftsförderer, Arbeitsagenturen, Kammern und regionale Bildungsdienstleister zusammen.

Kleinere Betriebe springen nur schwer auf das Thema Weiterbildung an

Als Initiator des Projektes gilt der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg, Dr. Michael Hoffschröer. Man habe in der Vergangenheit öfter feststellen müssen, dass man einige der von der Kreishandwerkerschaft selbst unterbreiteten, gezielten Weiterbildungsangebote für die angeschlossenen, in der Regel kleineren Handwerksunternehmen und ihre Mitarbeiter nur "schwer habe vermarkten" können, sagt Hoffschröer. Das liege aber nicht daran, dass die Betriebe nicht an Weiterbildung interessiert seien, grundsätzlich seien diese sehr offen.

Da steckt Geld drin: Minister Bernd Althusmann (CDU, links) und Hannovers Handwerkskammerpräsident Karl-Wilhelm Steinmann. Foto: FenderDa steckt Geld drin: Minister Bernd Althusmann (CDU, links) und Hannovers Handwerkskammerpräsident Karl-Wilhelm Steinmann. Foto: Fender

Hier setzt nun das Projekt an. Nach dem Startschuss in Garbsen werden sich Projektleiterin Linda Gutt und ihr Team zunächst zu mehreren kleineren Unternehmen in die Landkreisen Diepholz und Nienburg reisen. Danach geht es nach Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden. In der dritten Projektphase, die im Juni des kommenden Jahres beginnt, sind die Landkreise Cloppenburg und Vechta an der Reihe. Bis zu fünfzehn Unternehmen können gemeinsam an bis zu acht Pilotqualifizierungen pro Landkreis teilnehmen.

Gutt wirbt um Teilnehmer: Man wolle die Unternehmen und deren Struktur, auch bestehende Netzwerke kennenlernen und darauf aufbauend die nötige Weiterbildung in den kleineren Unternehmen "neu denken".

Teilnehmende Betriebe erhalten eine Förderung

Das Projekt solle neue Ansätze für "mehr Weiterbildung im nichttechnischen Bereich" aufzeigen, sagt Hoffschröer. Die Inhalte der Weiterbildung sollen mit den denkbaren Themen wie Digitalisierung oder Mitarbeiterbindung ebenso innovativ sein wie die Methodik – eben, indem man auch in die Unternehmen gehe, das Projektteam etwa "vor Ort" sei, erklärt er. Über Inhalte und Rahmenbedingungen der Weiterbildungsmaßnahme entscheiden die Unternehmen jeweils selbst, ergänzt Gutt. Durch die Förderung liegt der Kostenbeitrag pro teilnehmenden Betrieb bei 1500 Euro.

Die Kreishandwerkerschaften Vechta und Cloppenburg werden jetzt gemeinsam mit den Wirtschaftsförderern der Kreise auf die Suche nach interessierten Unternehmen gehen. Er hoffe auf zahlreiche interessierte Betriebe, die bereit seien vor dem Hintergrund der Fachkräftesicherung "Zeit und Geld" in die Hand zu nehmen, so Hoffschröer. Gerne können sich Unternehmen auch selbst an die Beteiligten wenden.

Für die Umsetzung aller Maßnahmen zeichnet die Projekt- und Servicegesellschaft der Handwerkskammer Hannover verantwortlich.

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