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Was tun, wenn die Rente nicht reicht?

Die Volksbank Löningen bietet ein eigenes Altersfinanzierungsmodell für Hausbesitzer an. "Eat Your brick" – übersetzt: „Esse deine Ziegelsteine“ – nennen die Amerikaner dieses Modell.

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Weiter im eigenen Haus wohnen: Um das vorhandene Immobilien- vermögen zum Teil nutzen zu können, bietet die Volksbank Löningen ein eigenes Altersfinanzierungsmodell an Foto: dpa

Weiter im eigenen Haus wohnen: Um das vorhandene Immobilien- vermögen zum Teil nutzen zu können, bietet die Volksbank Löningen ein eigenes Altersfinanzierungsmodell an Foto: dpa

„Das geht aufs Haus“, lächelt eine junggebliebene Seniorin in einem aktuell im Vorabendprogramm häufig gezeigten Werbespot einen Nachbarn an, der fragt, wie sie sich denn mehrere kostspielige Dinge wie die teure Dachreparatur und das neue Auto gleichzeitig leisten könne. Wie von weiteren Unternehmen — zum Beispiel der Branchenführer Deutsche Leibrenten — inzwischen auch, wird hier Reklame gemacht für eine besondere Art der Altersfinanzierung über Immobilien.

Damit soll ein Ausweg aus dem klassischen Dilemma geboten werden. Auf der einen Seite eine wertvolle Eigenimmobilie, aber gleichzeitig zu wenig Geld, um sich ein vergnügliches Leben leisten zu können.

Anders als in Deutschland, wo dieses Modell, zusätzliches Geld für den inzwischen durchschnittlich 20-jährigen Ruhestand zu bekommen, noch wenig verbreitet ist, wird der Nießbrauch, die Leibrente oder die sogenannte „Umkehrhypothek“ zur Finanzierung in den USA oder England häufig genutzt. „Eat Your brick“ („Esse deine Ziegelsteine“), nennen die Amerikaner dieses Modell. Wenn die Rente nicht reicht, muss der Eigentümer eben sein Immobilienvermögen aufzehren. „Das sind schlechte Nachrichten für Erben, die auf Omas Hütte hoffen“, schreibt der Spiegel in einem Artikel vor 2 Jahren.

Volksbank will mit Verrentung des Eigenheims helfen

Die Vorteile für den Betroffenen: Er verkauft seine Immobilie oder beleiht diese und nimmt einen Kredit auf. Neben den bundesweit tätigen Branchenriesen wie dem Marktführer oder „Wertfaktor“ hat auch die Volksbank Löningen vor einiger Zeit ein Angebot ausgearbeitet. „ Natürlich muss eine Bank bei der Kreditvergabe wirtschaftlich denken. Aber wir sehen hier auch eine soziale Verantwortung“ betont Vorstandsmitglied Frank Bertke. Viele hätten ihr ganzes Erwerbsleben für das Haus gearbeitet. Dass man mit Herzblut an dem Haus hänge und es auf keinen Fall weggeben wolle, sei verständlich. Hier wolle die Bank mit einem seriösen Angebot helfen, dass auch die Interessen des Partners berücksichtigt. Daher unterscheide sich die Verrentung des Eigenheims im Volksbank-Modell deutlich von anderen Möglichkeiten, betont Bertke.

Anders als es die Fernsehwerbung suggeriert, gehe es in den allermeisten Fällen nicht darum, sich Luxuswünsche und teure Reisen mit dem zusätzlichen Geld zu leisten und die Immobilie im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf zu hauen. Zumeist seien es Probleme, den häufig bescheidenen Lebensstandard zu halten, wenn ein Ehepartner sterbe. Da dies mit Blick auf die stark unterschiedlichen Lebenserwartungen meistens der Mann sei und die Generation der Frauen häufig keine eigenen nennenswerten Rentenansprüche erworben habe, fehle Geld: „Viele gehen bewusst sehr vorsichtig an die Sache ran. Es geht häufig um 200 oder 250 Euro“, so das Vorstandsmitglied.

Hauswert und Alter des Rentners wichtige Größen

Anders als beim Nießbrauch oder der Leibrente bleibt der Hausbesitzer bei der von der Volksbank Löningen angewendeten Umkehrhypothek weiterhin Eigentümer seiner Immobilie. Wie hoch die mögliche Rente oder die Einmal-Summe ist, hängt vor allem vom Wert und vom Alter des Eigentümers ab. Generell haben sich durch die rasant gestiegenen und weiter steigenden Preise für Häuser die Möglichkeiten und Spielräume deutlich erweitert, so Bertke.

Das Haus diene als Sicherheit bei den monatlichen Entnahmen oder der Einmalzahlung. Im Gegensatz zu einem normalen Kredit wachse der Kreditsaldo mit der Zeit, da keine Zins- und Tilgungszahlungen geleistet werden. Der Eigentümer profitiere aber weiter von Wertzuwächsen, sieht Bertke als weiteren Vorteil. Zudem hätten die Erben noch die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie nach dem Tod des Angehörigen die Immobilie verkaufen, nur den Kreditteil zurückzahlen oder das Darlehen zurückführen und Eigentümer bleiben wollen.

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