Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Was Fachkräfte vom Standort erwarten

Die Gewinnung von Personal war das Hauptthema des Unternehmerfrühstücks in Molbergen. Der Geschäftsführer des Verbundes OM weiß, was nötig ist.

Artikel teilen:
Haben Fachkräfte im Visier: (von links) Jan Kreienborg, Witali Bastian, Martin Vorwerk und Ludger Drees. Foto: Heinrich Kaiser

Haben Fachkräfte im Visier: (von links) Jan Kreienborg, Witali Bastian, Martin Vorwerk und Ludger Drees. Foto: Heinrich Kaiser

Auf dem 1. Molberger Unternehmerfrühstück in Ermke hat der Geschäftsführer des Verbundes Oldenburger Münsterland, Jan Kreienborg, am Dienstagmorgen auf die Dringlichkeit eines Regionalmarketings hingewiesen. „Wir müssen das Potenzial des Tourismus‘ als weichen Standortfaktor nutzen“, sagte Kreienborg. Vor allem die Partnerinnen und Partner von Fachkräften, die über einen Zuzug in das Oldenburger Münsterland nachdenken, würden sich fragen: „Wo ziehen wir hin?“ Tourismusmarketing sei deshalb neben dem Binnenmarketing und der Wirtschaftskommunikation eine der drei Säulen des Verbundes, der sich der Schaffung einer Dachmarke für die beiden Landkreise Cloppenburg und Vechta verschrieben hat.

Die Arbeitgebermarke setze sich aus vier Faktoren zusammen: das Unternehmen, das Produktimage, das Branchenimage sowie das Standortimage. Während die Unternehmen die ersten drei Faktoren selbst in der Hand hätten, könnten sie auf den vierten kaum Einfluss nehmen. Deshalb kümmere sich der Verbund um das Standortimage.

Selbstbild entspricht nicht überregionalem Image

Kreienborg verwies auf eine Imagestudie, die der Verbund 2014 durchführen ließ. Sie habe gezeigt, dass sich das positive Selbstverständnis des Oldenburger Münsterlands sehr vom negativen, von Skandalen und Kritik an der Landwirtschaft geprägten überregionalen Bild unterscheide. Nun komme es darauf an, sich mit neuen Strategien im Wettbewerb mit deutschlandweit 10.796 Städten und Gemeinden, 401 Landkreisen und kreisfreien Städten, mehr als 3 Millionen Unternehmen sowie unzähligen Jobbörsen und Arbeitsvermittlern zu behaupten.

In diesem Zusammenhang verwies der Inhaber des Messe- und Ausstellungsveranstalters Friedrich Haug, Martin Vorwerk, auf ein neues Projekt zur Nachwuchsgewinnung. Unter dem Motto „Deine Zukunft: Handwerk“ organisiert Vorwerk Handwerkstage in Ober- und Gesamtschulen. Los geht es am 24. Februar, 9.30 Uhr bis 12 Uhr, in der Oberschule Molbergen. Dort können sich Firmen in einem überschaubaren zeitlichen und räumlichen Rahmen potenziellen Interessenten für eine Ausbildung im Handwerk präsentieren.

HGV ist "Sammelbecken der Interessen der Wirtschaft"

Der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Molbergen, Ludger Drees, erinnerte an die Anfänge des Vereins. Gegründet am 1. September 1973, hätten sich die Gründerväter und wenigen Gründermütter zusammengetan, um ein Sprachrohr der heimischen Wirtschaft in der Kommunalpolitik zu bilden. Damals habe es im Rat nur einen einzigen Gewerbetreibenden gegeben, so Drees. Heute sei der HGV ein „Sammelbecken der Interessen“ der Molberger Unternehmer.

Molbergens Bürgermeister Witali Bastian hatte 300 Unternehmer in seinem Gemeindegebiet zum 1. Unternehmerfrühstück eingeladen. Er freue sich, dass 85 Gewerbetreibende am Dienstag im Saal Schnieder erschienen sind. Das sei in Zeiten, in denen die Auftragsbücher voll und viel Arbeit zu erledigen sei, nicht selbstverständlich. Bastian dankte den Unternehmern nicht zuletzt für die mehr als 4 Millionen Euro Gewerbesteuern, die sie in die Gemeindekasse zahlen. Gemeinsam mit dem HGV wolle die Molberger Verwaltung die Gemeinde weiter voranbringen.

Molbergen wächst innerhalb eines Jahres um 229 Einwohner

Die Gemeinde wachse schnell. Aktuell zähle sie 9415 Einwohner, 229 mehr als noch vor einem Jahr. 259 Flüchtlinge leben derzeit in Molbergen und den dazugehörigen Ortschaften, davon 227 Ukrainer sowie 32 Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan, Irak und Kolumbien. In der Gemeinde wohnen laut Bastian 1999 versicherungspflichtig Beschäftigte, davon 64,8 Prozent männlich und 35,2 Prozent weiblich. Es gebe 1202 Einpendler und 2854 Auspendler – ein Minus von 1652 Personen. 

Neben erheblichen Investitionen für Schulen, Kindertagesstätten und Straßen steht der Breitbandausbau auf der Agenda der Gemeinde.  Die Maßnahmen in Molbergen, Ermke und Peheim erfolgen laut Bastian im eigenwirtschaftlichen Ausbau der Glasfaser Nordwest und der EWE. Hinzu kommen noch zwei zusammen mit dem Landkreis Cloppenburg ausgebaute Gebiete, wovon eins bereits abgeschlossen und das andere bis zum 4. Quartal 2023 fertig werden soll. Vorgesehen seien außerdem vier Richtfunkmasten. 

  • Info: Das Unternehmerfrühstück soll im kommenden Jahr wieder am Nikolaustag, dem 6. Dezember, stattfinden.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Was Fachkräfte vom Standort erwarten - OM online