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Warum in Damme die Kirche und das Rathaus rot waren

Der Veranstaltungsbranche machte auf ihre Notlage aufmerksam. Dazu tauchte sie mehrere Gebäude in die Alarmfarbe Rot.

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Ganz in Rot: Die Fassade des St.-Viktor-Doms präsentierte sich in ungewohntem Rot. Den vielen Zuschauern gefiel das Bild sehr gut. Foto: Lammert

Ganz in Rot: Die Fassade des St.-Viktor-Doms präsentierte sich in ungewohntem Rot. Den vielen Zuschauern gefiel das Bild sehr gut. Foto: Lammert

Die Fassade des St.-Viktor-Doms in Rot getaucht, und Damme hatte sogar ein rotes Rathaus: Viel Lob gab es am Freitagabend von Passanten in der Innenstadt für die Veranstaltung der örtlichen Veranstaltungsbranche in Damme  im Rahmen der bundesweiten Aktion "Night of Light".

In Damme und anderen Orten im Landkreis sowie in benachbarten Kommunen fand sie am Freitag statt. In den meisten Kommunen im Land ist sie für Montagabend geplant. Die Farbe Rot steht dabei als Zeichen, dass sich die gesamte Branche auf Grund der Folgen der Corona-Pandemie in höchster Gefahr befindet. 

Hunderte LED-Scheinwerfer sorgen für passende Illumination

In der Dammer Innenstadt waren mehrere Gebäude ab dem Rathaus bis zum Kirchplatz mit Hilfe hunderter LED-Scheinwerfer in rotes Licht getaucht - auch als Zeichen des Protestes dafür, dass die Veranstaltungsbranche entgegen bisheriger Zusagen aus Reihen der Bundesregierung noch keine finanzielle Unterstützung  bekommen hat. "Wir wollen die Bürger dafür sensibilisieren, dass ohne Hilfen des Bundes so viele Firmen in unserer Branche pleite gehen werden, dass wir nie wieder das Veranstaltungsniveau früherer Jahre erreichen", sagte Christian Ewald, Geschäftsführer der Firma Maniac und neben dem Severinghauser Oliver Kettler einer der Koordinatoren der Aktion vor Ort. 

Sollten, sagte er weiter, große Veranstaltungen erst wieder stattfinden dürfen, wenn ein Impfstoff gegen das Corona-Virus auf dem Markt sei, dann fürchte er noch mehr um die Zukunft der Branche. Denn dann werde es in diesem Jahr keine Einnahmen mehr geben.

Gieskemeyer lobt Zusammenhalt der Branche

Florian Merder von Stagekonzept, der mit seinen Helfern das Hauptportal des Dammer Doms in Rot getaucht hatte, wovon auch St.-VIktor-Pfarrer Heiner Zumdohme sichtlich beeindruckt war, freute sich über die Resonanz der Zuschauer. Die waren - wie etwa Aloys Enneking und Ralf Meyer-Hülsmann - sehr angetan.

Tim Gieskemeyer von "Music&More" lobte den Zusammenhalt der Dammer, die in der Veranstaltungsbranche tätig sind. Den dokumentiere auch die gemeinsame Aktion am Freitag.

Unterstützung erhielten die Veranstalter ganz spontan von Jonas Stärk, Mitglied des Dammer Männergesangvereins Harmonia. Gegenüber dem Hubertplatz mit der in Rot getauchten Narrensäule bezog er Position und sang Lieder vom Meer.

Weitere Aktionen im Zuge der "Night of Light" fanden unter anderem in Neuenkirchen-Vörden statt.

Dirk Möhlenbrock setzt ebenfalls ein Zeichen. Er will das Vechtaer Rathaus am Montag (22. Juni) von 21.30 bis 1 Uhr auch in rotes Licht tauchen und sich damit an der bundesweiten Aktion beteiligen. "Das ist ein flammender Appell zum Einstieg in einen Branchendialog, der die Vielfältigkeit und Systemrelevanz der deutschen Veranstaltungswirtschaft thematisieren soll“, sagt der Vertreter der Multi Media Veranstaltungstechnik GmbH. Etwa 20 bis 25 Scheinwerfer und eine Videoanimation sollen das Rathaus in Szene setzen. Mit Unterstützung der Stadtverwaltung wird auch die Beleuchtung der Brücke am Bahnhof in roter Signalfarbe erstrahlen.

In besseren Zeiten ein Ort vieler Veranstaltungen: Auch die Scheune Leiber präsentierte sich in rotes Licht getaucht. Foto: LammertIn besseren Zeiten ein Ort vieler Veranstaltungen: Auch die Scheune Leiber präsentierte sich in rotes Licht getaucht. Foto: Lammert
  • Info: 
  • Die Aktion „Night of Light 2020“ vereint Marktteilnehmer aus allen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft, um in einer konzertierten Aktion ein imposantes Zeichen für eine vom Aussterben bedrohten Branche zu setzen und zu einem Dialog mit der Politik aufzurufen, wie Lösungen und Wege aus der dramatischen Lage entwickelt werden können. 
  • In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni werden ab 22 Uhr die mehr als  3000 Teilnehmer an der bundesweiten Aktion in mehr als 250 Städten Eventlocations, Spielstätten, öffentliche Gebäude und Bauwerke mit rotem Licht illuminieren: viele leuchtende Mahnmale, die sich zu einem gewaltigen Licht-Monument arrangieren sollen.
  • Auch Cloppenburg beteiligt sich in der kommenden Woche an der Aktion.

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