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Warum eine ganze Branche die weiße Flagge hisst

Auch im Oldenburger Münsterland wollen sich Hoteliers und Gastronomen Gehör verschaffen. Sie schließen sich einer landesweiten Tourismusaktion an.

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Foto: dpa/Dietze

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Wenn die Bürger im Oldenburger Münsterland an diesem Donnerstag viele weiße Flaggen an gastronomischen Betrieben sehen, heißt es das nicht, dass die Inhaber ob der Corona-Pandemie und ihrer Folgen kapituliert und im übertragenen Sinn die Waffen gestreckt haben. Im Gegenteil. Seit sechs Monaten sind die touristischen und gastronomischen Betriebe in Niedersachsen zwar weitgehend geschlossen, und vielen reicht es. Ihnen geht die Luft aus beziehungsweise ist ihnen schon längst ausgegangen.

Die Branche will sich aber nun mit der Aktion „Wir zeigen Flagge“ Gehör in der Politik und Öffentlichkeit verschaffen. Auch im Oldenburger Münsterland, so hoffen es jedenfalls die Organisatoren, werden sich viele Gastronomen, Hoteliers sowie Inhaber von Pensionen und Ferienhäusern beteiligen.

Dem Aktionsbündnis „Wir zeigen Flagge“ gehören nach Angaben Johannes Knucks, Abteilungsleiter Tourismus beim Verbund Oldenburger Münsterland, unter anderem  alle Tourismusregionen im Land, die Landesverbände des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes sowie des Bundesverbandes der Campingwirtschaft sowie der Verein LandTouristik Niedersachsen an. Sie alle wollen verhandeln und fordern die Spitzen des Landes auf, sich mit der Branche an einen Tisch zu setzen, um einen konkreten Fahrplan für Öffnungsszenarien zu erarbeiten.

Hilferufe: Johannes Knuck hofft auf viele weiße Flaggen. Foto: LutzHilferufe: Johannes Knuck hofft auf viele weiße Flaggen. Foto: Lutz

Diesbezüglich habe Ministerpräsident Stephan Weil am Mittwoch einen ersten wichtigen Schritt gemacht, sagte Johannes Knuck. Das Oldenburger Münsterland werde wegen der hohen Inzidenzwerte in den Kreis Vechta und Cloppenburg in naher Zukunft wohl noch nicht von den in Aussicht gestellten Lockerungen für den Handel, die Gastronomie und den Tourismus profitieren.

Das befürchtet auch Wim Otte, Inhaber des „Schwarzen Ross“ in Neuenkirchen. Dennoch: „Es ergibt Sinn, ein Zeichen zu setzen.“ Er hoffe, dass die touristischen Betriebe spätestens im Juni wieder eingeschränkt öffnen dürfen und eine Außengastronomie möglich ist.

Organisatoren betonen: Aktion soll Corona-Regeln nicht infrage stellen

Bernd Stolle, Geschäftsführer der Tourist-Information (TI) Erholungsgebiet Dammer Berge, begrüßt die  Aktion ohne Wenn und Aber. Der Tourismus sei längst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor auch im Oldenburger Münsterland. Deshalb hat er auch im Erholungsgebiet die Werbetrommel für die Aktion gerührt. Wie letztlich aber die Resonanz ausfallen wird, vermochte er nicht einzuschätzen.

Johannes Knuck sagte, es sei das erste Mal, dass sich alle großen Player in der Tourismusbranche in Niedersachsen an einer Aktion beteiligen. Er sehe innerhalb des Oldenburger Münsterlandes den Verbund und die einzelnen Tourismus-Organisationen als Multiplikatoren. Ganz wichtig ist ihm: Die Aktion stelle in keiner Weise die Auflagen und Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie in Frage. Mögliche Öffnungen seien nur bei geringen Inzidenzen denkbar und umsetzbar.

Auch die Tourist-Information Nordkreis Vechta hat ihre Mitglieder zum Mitmachen aufgerufen: „Um der gesamten Aktion eine flächendeckende Sichtbarkeit zu verschaffen und den Forderungen entsprechend Nachdruck zu verleihen, brauchen wir Ihre Unterstützung“, heißt es in dem Schreiben. Angesprochen sind Hotels, Pensionen und Gastronomiebetriebe sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen.

Auch Hotelier Stefan Schäfers will am Donnerstag Flagge zeigen, um auf den „desolaten Zustand in der Beherbergung“ aufmerksam zu machen. „Ich werde aber nur kurze Zeit ein Tuch aus dem Fenster hängen“, sagte der Vechtaer. Er habe nämlich die Befürchtung, dass sich der Stoff bei starkem Wind selbstständig machen und dann auf die Große Straße wehen könnte. Hier müsse er auf die Verkehrssicherheit achten.

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