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VR-Bank Dinklage-Steinfeld zahlt Dividende

Die örtliche Genossenschaftsbank profitiert unter anderem von Veränderungen bei der OLB:  Die Landesbank verliert Kunden an den Mitbewerber.

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Verantworten das operative Geschäft der VR Bank Dinklage-Steinfeld: Harald Rösler (links) und Benno Fangmann. Foto: VR-Bank

Verantworten das operative Geschäft der VR Bank Dinklage-Steinfeld: Harald Rösler (links) und Benno Fangmann. Foto: VR-Bank

"Mit dem Geschäftsergebnis für das Jahr 2019 sind wir zufrieden." Das ist die Kernaussage im Jahresbericht der Vorstände der "VR-Bank Dinklage-Steinfeld eG", Benno Fangmann und Harald Rösler. Um die Gesundheit der Mitglieder und Mitarbeiter zu schützen, hatten Vorstand und Aufsichtsrat in diesem Jahr die geplante ordentliche Generalversammlung der Bank zum vergangenen Geschäftsjahr abgesagt.

"Unsere Bilanzsumme ist um 5,8 Prozent auf 513,5 Millionen Euro gewachsen", freut sich Fangmann in einer Mitteilung. Gemäß seinen Angaben sind die um fast 8 Prozent überdurchschnittlich auf annähernd 378 Millionen Euro gestiegenen Kundenforderungen und die um 5,7 Prozent auf 365,5 Millionen Euro angewachsenen Kundeneinlagen der Ausweis "einer vertrauensvollen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern und Kunden".

Zufrieden auch mit dem Zwischenergebnis für 2020

Wie Fangmann erklärte, "spiegelt sich auch in dem trotz rückläufiger Zinsmarge das gute Betriebsergebnis für 2019 wider. Die von uns erwartete Entwicklung wurde übertroffen." Der Bankvorstand gibt die Höhe des Betriebsergebnisses mit 524.000 Euro an. Ein Großteil dieses Geldes fließt in die allgemeine Risikovorsorge. Auch mit dem bisherigen Zwischenergebnis für das Jahr 2020 zeigt er sich "trotz aller Widrigkeiten und Herausforderungen zufrieden".

Mit Blick auf die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank sowie die allgemeine Konjunkturabschwächung spricht Fangmann von einem schwierigen Marktumfeld. Auch die "weiter zunehmende Regulatorik" beklagt er.

Harald Rösler verweist auch angesichts schwieriger Marktbedingungen auf ein nicht nachlassendes Engagement der VR-Bank in der Unterstützung sozialer und gemeinnütziger Organisationen und Vereine. "Wir haben in 2019 Zweckerträge aus dem Gewinnsparen und Spenden in Höhe von erneut fast 50.000 Euro an ehrenamtlich tätige Institutionen überreicht." Das werde voraussichtlich auch im laufenden Jahr gelingen.

"So erfreulich, wie das Jahr 2019 endete, versetzte das Coronavirus auch uns einen großen Dämpfer. Wir mussten schnell Entscheidungen treffen, um unsere Mitarbeiter vor einer Ansteckung zu schützen." Insbesondere galt es, unsere Firmen- und Gewerbekunden bei der Beantragung der Überbrückungshilfen des Bundes und der Länder zu unterstützen", erklärt Fangmann zum laufenden Geschäftsjahr.

"Wir konnten ein starkes Wachstum von bargeldlosen Transaktionen verzeichnen."Harald Rösler, Vorstandsmitglied der VR Bank Dinklage-Steinfeld

Die Bankstellen in Dinklage und Steinfeld blieben indes ohne Einschränkungen geöffnet. "In dieser Zeit konnten wir ein starkes Wachstum von bargeldlosen Transaktionen sowie in der Nutzung unseres Online-Bankings beziehungsweise unserer VR-Banking-App verzeichnen," erläutert Rösler. Der persönliche Kontakt werde aber weiterhin von vielen Kunden gesucht, hat er festgestellt. Durch die Schließung der Filiale Steinfeld der Oldenburgischen Landesbank und die Abstufung der OLB-Filiale Dinklage zum SB-Standort "fehlte den Bankkunden ein Ansprechpartner vor Ort". Viele habe die VR-Bank aufgefangen, die neben 650 neuen Kunden auch 515 neue Mitglieder aufgenommen habe.

Mitglieder sollen 6,65 Prozent Dividende erhalten

Die Einlagen der jetzt über 6300 Mitglieder der VR-Bank Dinklage-Steinfeld werden über eine jährliche Dividendenzahlung verzinst. Wenn auch andere genossenschaftlich organisierte Finanzinstitute in der Region auf die Dividendenausschüttung 2019 verzichten, halten Fangmann und Rösler daran fest. Diese bleibe für das "insgesamt gute Jahr 2019 vorgesehen".

Vorgeschlagen wird von Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividendenausschüttung von insgesamt 186. 500 Euro, was auf die Einlage der Mitglieder eine Verzinsung von 6,65 Prozent bedeutet. Deren Auszahlung muss allerdings bis zur Durchführung der jetzt verschobenen Generalversammlung warten, da der für den Vorschlag notwendige Beschluss erst dann gefasst werden kann und muss.

Digitale Versammlung ist keine Option

Fangmann begründet auf Nachfrage die Absage der Generalversammlung 2020: Die VR-Bank führe laut Satzung keine Vertreter-, sondern eine Mitgliederversammlung durch. Diese sei eine Präsenzveranstaltung. Angesichts der wegen der Corona-Lage zuletzt immer weiter eingeengten Teilnehmerzahl für Versammlungen habe man sich letztlich zur Absage des Treffens in diesem Jahr entschlossen. Bei über 6000 Mitgliedern wäre auch eine digitale Versammlung, die man grundsätzlich für alle öffnen müsse, eine "organisatorisch und technisch extrem große, nicht zu bewältigende Herausforderung".

"Wenn es die Corona-Auflagen dann zulassen", möchten die Bankverantwortlichen die Generalversammlung 2019 und 2020 im kommenden Jahr als gemeinsame Präsenzveranstaltung durchführen. Solch eine Doppeleinladung habe es schon gegeben und sei nicht ungewöhnlich.

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