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Vorstandstrio führt jetzt den Dinklager Landvolkverein

Ludger Blömer, Christian Brüning und Marcus Kamphaus wollen sich die Arbeit aufteilen. Die bisherigen Stellvertreter folgen auf Christian-Ulrich Beckmann.

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Das neue Vorstandstrio: (von links) Christian Brüning, Marcus Kamphaus und Ludger Blömer leiten nun den Landvolkverein Dinklage. Foto: Röttgers

Das neue Vorstandstrio: (von links) Christian Brüning, Marcus Kamphaus und Ludger Blömer leiten nun den Landvolkverein Dinklage. Foto: Röttgers

Aller guten Dinge sind drei: Ludger Blömer, Christian Brüning und Marcus Kamphaus führen als Trio nun die Geschicke des Landvolkvereins Dinklage. Die Landwirte waren bislang die  Stellvertreter. Sie treten gemeinsam die Nachfolge von Christian-Ulrich Beckmann an, der nach 3 Jahren im Amt nicht wieder kandidiert hatte.

Einstimmig votierten die 27 anwesenden Mitglieder auf ihrer jüngsten Generalversammlung für das Trio. Blömer (49) kommt aus Langwege, Brüning (41) ist Wulfenauer und Kamphaus (42) stammt aus Bünne. Da ihre Betriebe unterschiedlich spezialisiert ist, sei die gemeinsame Expertise groß, lobte Beckmann seine Nachfolger.

Beckmann dankte für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen 3 Jahren. „Als junger Vater möchte ich meine Prioritäten momentan anders setzen“, erklärte Beckmann, der mit Theodor-Christian einen  9 Monate alten Sohn hat und mittlerweile nach Vechta gezogen ist. „Es ehrt mich, dass ich als Einzelner gleich durch drei Personen ersetzt werde“, scherzte Beckmann.

Zwei scheiden aus: Der ehemalige Vorsitzende Christian-Ulrich Beckmann (links) und Beirat Ferdinand Möhlenhaskamp geben ihre Ämter ab. Foto: RöttgersZwei scheiden aus: Der ehemalige Vorsitzende Christian-Ulrich Beckmann (links) und Beirat Ferdinand Möhlenhaskamp geben ihre Ämter ab. Foto: Röttgers

"Bauernhof zum Anfassen“ gab es dank Clemens Zumbrägel bei der letzten Ferienspaßaktion im Sommer 2021, blickte Beckmann zurück. Der Landwirt lud Kinder auf seinen Hof in Bünne ein, damit diese ein „Bewusstsein“ und die Bedeutung für die Landwirtschaft entwickeln konnten. „Dazu haben wir die doppelte Anzahl an Anmeldungen erhalten, wie wir einladen konnten“, freute sich Beckmann über eine gute „PR“-Aktion. Zumbrägel hatte mit Ponys, Streichelzoo, Treckerausfahrt und „Landwirtschaft zum Anfassen“ den Kindern und Jugendlichen einen „tollen Tag“ beschert, dankte Beckmann.

Ferdinand Möhlenhaskamp gibt Amt nach 18 Jahren ab

In den Beirat rückte Stephanie Barlage für Bahlen auf. Nach 18 Jahren hatte Ferdinand Möhlenhaskamp sein Amt abgeben wollen. Weitere Mitglieder des Beirates sind Clemens Meyer zu Höne für Höne, Bernard Pohlgeers für Schwege, Ludger Blömer für Langwege I, Theo Bocklage für Langwege II sowie Marcus Kamphaus für Bünne und Christian Brüning für Wulfenau.

Der Vorsitzende des Kreislandvolkvereins Vechta, Dr. Johannes Wilking, sprach über aktuelle agrarpolitische Themen. Sorge bereite ihm die Krise auf den Agrarmärkten mit rasant steigenden Rohstoffpreisen und einem globalen Düngemangel. „Der Getreidepreis kennt kein Halten mehr“, warnte Wilking vor Nahrungsmittelknappheit, Hungersnöten und Flüchtlingswellen aus Nordafrika, da die Märkte in Ägypten, Marokko und Tunesien „nicht mehr funktionieren“. Als Christ nicht nachvollziehen könne er  die vom Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, angedachte „Transformation“:  Vier Prozent der  landwirtschaftlichen Flächen wolle er „einfach brach“ liegenlassen, während anderswo auf der Welt Hunger herrsche. Das sei nicht nachvollziehbar.

Wilking kritisiert fehlende Transparenz auf dem Markt

Mit Kopfschütteln müsse auch die Preispolitik kommentiert werden. Beispiel: der Preis für das Schweinefleisch. "Wer macht sich die Taschen voll auf unsere Kosten?“, provozierte Wilking. Zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreis liegen immerhin 5,79 Euro je Kilogramm. Der Erzeuger bekomme 1,26 Euro für ein geliefertes Kilogramm Fleisch am Haken. 7,05 Euro müsse der Verbraucher an der Ladentheke bezahlen. Ihm fehle die Transparenz. „Teilweise macht ein Landwirt bis zu 50 Euro Verlust pro Schwein.“

Mit Skepsis betrachte er die Pläne der Landesregierung, mehr Platz für Windkraft und Fotovoltaik zu schaffen. Er rate jedem Landwirt von einem vorschnellen Landverkauf ab. „Kein Wildwuchs durch Windkraft!“, warnte Wilking eindrücklich.

Rote Gebiete: Wilking kündigt Klage an

Bezüglich der sogenannten „Roten Gebiete“ kündigte der Vorsitzende des Kreislandvolkvereins Vechta für den 8. Mai 2022 eine neue Klage an: 137 Messstellen, an denen Wasserproben aus 10 bis 25 Metern Tiefe entnommen würden, wären aufgrund von Unzulänglichkeiten nicht geeignet, 75 seien unklar und nur 25 zu werten, vertrat Wilking.
Dem Schutz der Moore prophezeite er „Kosten in Höhe mindestens des Kohleausstieges!“

  • Info: Am 7. April und 5. Mai sind für die Mitglieder des Landvolkvereins Dinklage die Frühjahrsfeldbegänge.

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