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Vorstand attestiert: Alte Oldenburger trotz "medizinischer Inflationsrate" weiterhin kerngesund

Die Alte Oldenburger Krankenversicherungsgruppe gewinnt 2021 voll versicherte Mitglieder hinzu. Die Gruppe verfügt über 2,78 Milliarden Euro Demografievorsorgegelder.

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Die Alte Oldenburger Krankenversicherungsgruppe mit Kompetenzzentrum in Vechta ist ein vermögender Player in der "Welt" der privaten Krankenversicherer. Im Bild Vorstandsvorsitzender Manfred Schnieders (links) und Vorstand Dr. Dietrich Vieregge. Foto: Ossenbeck

Die Alte Oldenburger Krankenversicherungsgruppe mit Kompetenzzentrum in Vechta ist ein vermögender Player in der "Welt" der privaten Krankenversicherer. Im Bild Vorstandsvorsitzender Manfred Schnieders (links) und Vorstand Dr. Dietrich Vieregge. Foto: Ossenbeck

„In diesem Zimmer mit Blick auf den Kreisverkehr an der Petersburg begrüßen wir gerne unsere Gäste“, schmunzelt der Vorstandsvorsitzende der Alte Oldenburger Krankenversicherungsgruppe, Manfred Schnieders, und weist zum Abschluss des Gespräches in Vechta über die Bilanz des Jahres 2021 zum Fenster des Büroraumes. „Die ständige Bewegung am Kreisel nehmen wir gerne auf, da es auch bei uns rund geht.“ Ein Vergleich, den der Chef von 325 Mitarbeitern, darunter 284 am Hauptstandort in Vechta, angesichts der zuvor präsentierten Zahlen durchaus ziehen darf.

Kontinuierlich steigert der private Krankenversicherer seit Jahren seine Beitragseinnahmen und den Kapitalanlagebestand, der 2021 bei gewaltigen 2,78 Milliarden Euro (2020: 2,55 Milliarden Euro) liegt. Über 328.000 Mitglieder (330.000) hat die Gruppe heute, zu der die Alte Oldenburger AG sowie die Provinzial Krankenversicherung Hannover AG gehören. Die Gruppe ist Teil des VGH-Konzerns mit Sitz in Hannover. Als solcher gehe man vom Kompetenzzentrum Vechta aus aber durchaus „unseren eigenen Weg. Auch für die Zukunft bin ich sicher, dass wir das weiter tun dürfen“, sagt Schnieders.

Corona beeinträchtigt das Geschäft mit den Krankenzusatzversicherungen

Beide Unternehmen wachsen vor allem in der Vollversicherung. „Vor dem Hintergrund, dass viele Mitbewerber mit Abgängen in diesem Segment zu kämpfen haben, sehen wir die Entwicklung in unseren Unternehmen als Bestätigung für die Qualität unserer Produkte“, betont Schnieders. 66.700 Vollmitglieder, darunter etwa 14.700 in der Provinzial, hat die Gruppe derzeit. 2020 waren es insgesamt rund 65.500 Mitglieder.

In der (privaten) Zusatzversicherung, unter diese fallen etwa Zahnversicherungen, gab es hingegen leichte Verluste. 2021 waren es 261.000 Mitglieder, 2020 noch 264.000.

Ursächlich für den Mitgliederschwund seien vor allem der Wegfall der klassischen Vermarktungswege in der Corona-Pandemie, so Vorstand Dr. Dietrich Vieregge. So wären die Geschäftsstellen der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in Niedersachsen und Bremen, mit der man bei der Vermarktung von Zusatzversicherungen zusammenarbeite, geschlossen gewesen. Das habe man „gemerkt“, so Schnieders.

Nichtsdestotrotz weist die Gruppe gestiegene Beitragseinnahmen auf. In Summe haben die Unternehmen im Geschäftsjahr 2021 Beitragseinnahmen in Höhe von 356,8 Millionen Euro – ein Plus von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – erwirtschaftet. Zum Jahresende liegen diese bei der Alte Oldenburger bei 262,7 Millionen Euro, bei der kleineren Provinzial sind es rund 94 Millionen Euro. Schnieders sieht insgesamt ein „weiterhin organisches Wachstum“.

Blick auf einen Teil des Bürogebäudes der Alte Oldenburger an der Falkenrotter StraßeTheodor-Heuss-Straße in Vechta. Foto: KühnBlick auf einen Teil des Bürogebäudes der Alte Oldenburger an der Falkenrotter Straße/Theodor-Heuss-Straße in Vechta. Foto: Kühn

Die Bruttoaufwendungen für die Versicherten stiegen 2021 auf 193 Millionen Euro (185 Millionen Euro). Ursächlich dafür sei in erster Linie und alljährlich die durch den medizinischen Fortschritt verursachte Kostensteigerung, die „medizinische Inflation“, erklärt Schnieders. In der Vergangenheit und auch zuletzt lag diese bei „um die 3 Prozent“. Die gestiegenen Kosten gab die Gruppe in etwa gleicher Höhe als Beitragserhöhungen weiter. Dennoch konnte man den Vollversicherten 2021 etwa 8,9 Millionen Euro zurückerstatten.

Die Gruppe gehört zu den „am günstigsten wirtschaftenden privaten Krankenversicherungen am deutschen Markt“, verweist der Vorstandsvorsitzende auf eine „exzellente Verwaltungskostenquote“ mit einer Richtzahl von 1,7 bei der Alte Oldenburger und 2,1 bei der Provinzial. Das Branchenmittel der 40 am deutschen Markt tätigen privaten Krankenversicherer liegt bei 2,2. Beide Versicherungen gehören in Sachen Effizienz also „zu den Besten“, freut sich Schnieders, der insofern auf die sehr guten Ratings und Auszeichnungen unabhängiger Analysehäuser verweist.

Bruttoüberschuss der Gruppe steigt auf rund 62 Millionen Euro

Der Kapitalanlagebestand, Schnieders spricht von der gesammelten „Demografievorsorge“ der Versicherten der Gruppe, erhöhte sich 2021 auf 2,78 Milliarden Euro, davon entfallen auf die Alte Oldenburger rund 2,2 Milliarden Euro. Die durch eine konsequent „langfristig orientierte Anlagestrategie für die Gelder der Versicherten“ erzielte Verzinsung dieser Gelder lag bei 2,6 Prozent für die Alte Oldenburger, bei 2,5 Prozent für die Provinzial.

Der erzielte Bruttoüberschuss lag für beide Versicherungen bei rund 62 Millionen Euro (58,1 Millionen Euro). Dem Eigenkapital wurden zuletzt weitere 4,3 Millionen Euro zugeführt, es liegt nun bei fast 100 Millionen Euro (Alte Oldenburger: 70,2 Millionen Euro). Angesichts „herausfordernder Zeiten“ lege die Gruppe auch für 2021 einen „erfolgreichen und stabilen Jahresabschluss“ vor, so Schnieders.

Notiz am Rande: Noch immer hat die heute bundesweit tätige Gruppe im einstigen „Stammland“ der Alte Oldenburger Vechta eine große Zahl an Versicherten. Im Jahr 2020 hatten 4650 Versicherte ihren Wohnsitz im Kreis Cloppenburg, 7170 lebten im Kreis Vechta.

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