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Von 100 auf Null Grad in 34 Metern

Die Essener Wernsing-Gruppe investiert einen hohen einstelligen Millionen-Betrag in neuen Tiefkühl-Tunnel für Pommes Frites.

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Größte Investition in 2020: Im neuen Tiefkühltunnel werden die Pommes in etlichen Minuten von 100 auf Null Grad gekühlt. Foto: Willi Siemer

Größte Investition in 2020: Im neuen Tiefkühltunnel werden die Pommes in etlichen Minuten von 100 auf Null Grad gekühlt. Foto: Willi Siemer

Bisher vergleichsweise gut durch die Coronakrise gekommen ist der Essener Feinkost-Hersteller Wernsing. Das mit einem Umsatz von 1,35 Milliarden Euro Umsatz und 4400 Beschäftigten in der gesamten Gruppe größte Unternehmen im Kreis Cloppenburg beklagt einen Umsatzrückgang um rund ein Drittel. Es gebe Bereiche, wie den die Gastronomie beliefernden Food-Service, der durch die geschlossenen Restaurants und Imbisse und ausgefallenen großen Veranstaltungen stark betroffen sei. Andererseits gebe es Sparten wie die Produkte für den Lebensmitteleinzelhandel sowohl der Eigenmarke als auch der Produktion für die Eigenmarken der großen Ketten, in denen  es bisher kaum Probleme gegeben habe, erläuterte Alfred Kessen, einer der fünf Geschäftsführer der Wernsing Feinkost GmbH.

Die geplanten Neu- und Umbauten und Umstrukturierungen im Produktionsbereich am Standort Addrup würden planmäßig fortgesetzt. Das Probestadium erreicht habe dabei die in diesem Jahr mit „einem hohen einstelligen Millionenbetrag“, so Kessen, größte Einzelinvestition, der Neubau eines Kühltunnels. Mit der 34 Meter langen, acht Meter breiten und fast sechs Meter hohen  Straße werde die Produktionsmenge mittelfristig um cirka fünf Tonnen pro Stunde erhöht, so Kessen. Zudem steigere die neue Anlage die Energieeffizienz zur Kühlung der Pommes von 100 Grad auf 0 Grad um 20 Prozent. Dies sei ein weiterer kleiner Baustein für das Ziel der klimaneutralen Produktion bis zum Jahre 2022.

Beim Food-Service erwartet Kessen auch im Laufe des Jahres keine durchgreifenden Besserungen, da bis auf weiteres alle größeren Veranstaltungen abgesagt seien. Inzwischen werde wieder auf einem „relativ hohen Niveau“ produziert. Dies habe aber nicht nur mit der Nachfrage zu tun, sondern auch mit den Abnahmeverpflichtungen der Kartoffeln aus der vergangenen Saison und den bereits vor der Coronakrise abgeschlossenen Verträgen für die neue Ernte.  Da das Unternehmen seine Abmachungen mit den Landwirten, mit denen Wernsing seit Jahren gut zusammenarbeite, auf jeden Fall erfüllen wolle, werde jetzt verstärkt Tiefkühl- statt Frisch-Pommes produziert und in angemieteten Tiefkühllager eingelagert. Die sich daraus ergebenden Langzeitwirkungen für den Markt sorgten auf jeden Fall für ein herausforderndes Jahr.

Das Unternehmen verarbeite 450000 Tonnen Kartoffeln im Jahr, die zum größten Teil  aus der Region stammt.  Für die 1150 Mitarbeiter am Standort Addrup selbst habe die Corona-Krise abgesehen von den noch einmal erhöhten hygienischen Anforderungen und Vorschriften,  insgesamt geringe Folgen in Form von Kurzarbeit gehabt. Es gebe allerdings einzelne Bereiche wie beim Vertrieb des „Vier-Lande Food-Services“, die stärker betroffen seien. Zurzeit bewähre sich, dass Wernsing mehr als 2000 Produkte im Bereich Kartoffeln, Brotaufstriche, Desserts, Dressings, Dips und Saucen, Marinaden, Pasta, Salate oder auch Suppen und Eintöpfe anbiete: „Wir leben  durch unsere Vielfalt“, so Kessen.

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