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Volksbanken im Südkreis wollen fusionieren

Die Vorstände der Volksbanken Dammer Berge und Neuenkirchen-Vörden haben eine Absichtserklärung unterschrieben. Die Mitglieder entscheiden im Mai.

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Optimistisch in die Zukunft: Befürworter der Bankenfusion sind (von links) Oliver Kühne, Thomas gr. Klönne, Hermann Kramer, Ralf Claus, Hendrik Meyer-Möhlenhof und Reinhard Rehling. Sie unterzeichneten die Absichtserklärung. Foto: Böckermann

Optimistisch in die Zukunft: Befürworter der Bankenfusion sind (von links) Oliver Kühne, Thomas gr. Klönne, Hermann Kramer, Ralf Claus, Hendrik Meyer-Möhlenhof und Reinhard Rehling. Sie unterzeichneten die Absichtserklärung. Foto: Böckermann

Die Volksbanken Dammer Berge und Neuenkirchen-Vörden wollen im kommenden Jahr zur Volksbank Dammer Berge eG verschmelzen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben die Vorstände und Aufsichtsräte der beiden noch selbstständigen Banken bereits unterzeichnet. Das teilten die Vorstände Thomas gr. Klönne und Oliver Kühne (Damme) sowie Reinhard Rehling und Ralf Claus (Neuenkirchen-Vörden) am Donnerstag in der Neuenkirchen-Vördener Volksbank mit.

Die neue Volksbank Dammer Berge wird eine Bilanzsumme von mehr als 800 Millionen Euro aufweisen und die zweitgrößte Genossenschaftsbank im Kreis Vechta sein. Größer ist nach Worten Thomas gr. Klönnes nur die Volksbank Vechta mit einer Bilanzsumme von 1,169 Milliarden Euro im Jahr 2018.

Die „alte“ Volksbank Dammer Berge, die im Kreis bereits aktuell die zweitgrößte Volksbank ist, weist eine Bilanzsumme von rund 630 Millionen Euro aus, die Volksbank Neuenkirchen-Vörden eine in Höhe von rund 178 Millionen Euro. Das gemeinsame Kundenwertvolumen bezifferte Oliver Kühne mit mehr als 1,5 Milliarden Euro. In den beiden Häusern gibt es zusammen 131 Beschäftigte, davon 99 in der Volksbank Dammer Berge.

Mitglieder sollen im Mai 2021 über die Fusion entscheiden

Geplant ist, dass die Mitglieder der beiden noch selbstständigen Geldinstitute im zweiten Jahresquartal 2021 über die Fusion beschließen. Die soll dann rückwirkend zum 1. Januar des Jahres in Kraft treten. Die Hürde ist allerdings hoch: In beiden Versammlungen müssen jeweils mindestens 75 Prozent der Mitglieder dem Vorhaben zustimmen.

Die Mitarbeiter der beiden Volksbanken Dammer Berge und Neuenkirchen-Vörden wissen seit Donnerstagmorgen von dem Fusionsprozess.  In beiden Häusern habe es große Zustimmung gegeben, teilten die Vorstände bei einem Pressegespräch mit. Ein Mitarbeiter habe gesagt: „Dann sind wir jetzt die Südkreisbank“, berichtete Thomas gr. Klönne.

Volksbank Dammer Berge wird die übernehmende Bank sein

Die Gespräche über die Fusion, bei der die Volksbank Dammer Berge die übernehmende Bank sein soll, laufen nach Angaben Oliver Kühnes seit etwa einem Jahr. Da die geschäftspolitische Ausrichtung beider Häuser sehr ähnlich sei, sei die Fusion die logische Konsequenz einer bereits seit längerer Zeit gelebten Partnerschaft, hieß es.

So gebe es seit etwa 20 Jahren Kooperationen etwa in der Immobilienvermittlung und – über zahlreiche Projekte in der Gesamtbankensteuerung und die IT-Migration hinaus – auch im Konsortialkreditgeschäft, bei dem mehrere Banken ein Darlehn gewähren, weil ein Haus allein dies auf Grund rechtlicher Vorgaben nicht vergeben darf.

Die neue Volksbank Dammer Berge wird fünf Bankstellen haben. Vorgesehen sei, die Filialen in Holdorf, Neuenkirchen, Osterfeine und Vörden als Niederlassungen einzutragen. Damme soll der juristische Sitz und gleichzeitig der Sitz des Vorstandes sein, hieß es.

Vorstand besteht nach Fusion aus vier Mitgliedern

Die Führungsetage wird aus den Vorständen der noch nicht verschmolzenen beiden Volksbanken bestehen. Ralf Claus und Oliver Kühne sollen das Arbeitsfeld Markt verantworten, Thomas gr. Klönne das der Steuerung und Reinhard Rehling das der Produktion.

Der neue Aufsichtsrat wird elf Mitglieder zählen. Bislang hat der der Volksbank Dammer Berge sieben, der der Volksbank Neuenkirchen-Vörden vier Mitglieder. Schließungen von Bankstellen seien nach der Fusion nicht geplant, versicherte Oliver Kühne. Die Verschmelzung sichere vielmehr alle Niederlassungen, in deren Umbauten in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel geflossen seien.

Der Kern der gemeinschaftlichen Vision sei der Grundgedanke der Dezentralität als Erfolgskriterium des genossenschaftlichen Geschäftsmodells. Eine regional orientierte und dezentral organisierte größere Volksbank Dammer Berge biete die Chance, das Marktpotenzial in der wirtschaftlich boomenden Region im Südkreis Vechta noch besser zu erschließen. Die Eigenkapitalbasis steige und damit auch die Risikotragfähigkeit.

"Fest steht auch, dass keiner unserer Mitarbeiter fusionsbedingt seinen Arbeitsplatz verlieren wird. Im Gegenteil, jeder einzelne von ihnen wird gebraucht.“Thomas gr. Klönne, Volksbank Dammer Berge

Wie bei den Niederlassungen soll es auch keinen Abbau von Arbeitsplätzen geben. „Fest steht auch, dass keiner unserer Mitarbeiter fusionsbedingt seinen Arbeitsplatz verlieren wird. Im Gegenteil, jeder einzelne von ihnen wird gebraucht“, stellte Thomas gr. Klönne klar.

Die mehr als 25 .000 Kunden vor Ort, darunter mehr als 10. 000 Anteilseigner, sollten sich auch in Zukunft an die ihnen vertrauten Berater wenden können. Allerdings könnten sich die Mitarbeiter nun besser spezialisieren. Das eröffne ihnen auch bessere Perspektiven. Das biete ferner die Chance, jüngere Beschäftigte an das Haus zu binden, sagte Thomas gr. Klönne.

Die beiden Aufsichtsratsvorsitzenden Hendrik Meyer-Möhlenhoff (Dammer Berge) und Hermann Kramer halten die Bündelung der Kräfte für die richtige strategische Antwort auf die Frage nach der Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der beiden Banken.

Die zunehmenden regulatorischen Anforderungen ließen sich in einem größeren Geldinstitut effizienter und effektiver bewältigen. Kostensteigerungen ließen sich durch das Ausnutzen von Synergieeffekten abmildern, so dass Investitionen in die Entwicklung und digitale Innovationen möglich seien. Zudem sichere die Fusion die Ertragskraft und Dividendenfähigkeit langfristig.

Auf der Vorstandsebene scheint die Basis für die Fusion gut zu seien. Alle vier Vorstände arbeiteten gut und vertrauensvoll zusammen, betonte Reinhard Rehling.

Fusion könnte bei Generalversammlungen im November Thema sein

Bevor die Mitglieder voraussichtlich im Mai 2021 über die Fusion abstimmen, dürfte die Verschmelzung bereits bei den von den beiden Banken angesetzten Generalversammlungen Anfang November ein Thema sein.

Info: 

Die Volksbank Dammer Berge führt ihre Zusammenkunft am 5. November (Donnerstag) ab 10 Uhr im Saal Fangmann in Osterfeine durch; die Versammlung der Volksbank Neuenkirchen-Vörden ist noch nicht genau terminiert.

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