Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Volksbank Vechta: 2,5 Millionen Euro gehen in die Rücklagen

Die Bilanzsumme des viertgrößten genossenschaftlichen Finanzinstituts in Weser-Ems liegt bei 1,235 Milliarden Euro. In diesem Jahr zahlt das Geldhaus seinen Mitgliedern keine Dividende.

Artikel teilen:
Eine Bank mit Geschichte:  Im Bild die Ausstellung historischer Bilder, die auf der 125-Jahr-Feier der Volksbank Vechta im Jahr 2018 gezeigt wurde. Foto: Kühn

Eine Bank mit Geschichte:  Im Bild die Ausstellung historischer Bilder, die auf der 125-Jahr-Feier der Volksbank Vechta im Jahr 2018 gezeigt wurde. Foto: Kühn

Üblicherweise treffen sich die Verantwortlichen und Mitarbeiter der Volksbank Vechta – insgesamt rund 300 Personen – zur Präsentation des Jahresabschlusses in einem großen Saal. Doch angesichts der Coronavirus-Pandemie musste die diesjährige Vertreterversammlung der Bank unter anderen Vorzeichen stattfinden. Aus einer Präsenzveranstaltung wurde ein digitales Treffen. Damit, so betonen die Vorstandsmitglieder Dr. Martin Kühling und Herbert Hermes, war die Volksbank Vechta "eine der ersten Banken im Weser-Ems Gebiet", die diesen Weg einschlug.

Zu den Tagesordnungspunkten wurden Videobeiträge aufgezeichnet. Diese wiederum wurden den 253 Vertretern vom 26. bis zum 29. Oktober über eine Online-Plattform zur Verfügung gestellt. Über eine Kommentarfunktion war es möglich, Fragen an die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat zu richten. Die Beschlüsse wurden dann über ein digitales Abstimmungssystem gefasst.

Führen eine der größten Volksbanken in Weser-Ems: Die Vorstände Herbert Hermes (links) und Dr. Martin Kühling. Foto: KühnFühren eine der größten Volksbanken in Weser-Ems: Die Vorstände Herbert Hermes (links) und Dr. Martin Kühling. Foto: Kühn

Kühling wie auch Hermes blicken "zufrieden auf das abgelaufene Geschäftsjahr 2019" zurück. Trotz Niedrigzinsphase und "unverändert hoher regulatorischer Belastungen" sei das Jahr mit einem guten Ergebnis abgeschlossen worden, meinten die beiden Vorstände. Mit Blick auf die aktuellen Unsicherheiten aufgrund der Corona-Pandemie sei jedoch eine erhöhte Risikovorsorge notwendig.

Hermes erläuterte die Zahlen für 2019. So erhöhte sich die Bilanzsumme um 66 Millionen Euro auf jetzt 1,235 Milliarden Euro, das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 5,7 Prozent. Mit dieser Bilanzsumme sei man die viertgrößte Volksbank im Bereich Weser-Ems, heißt es.

Das betreute Kundenvolumen beläuft sich auf über 2,5 Milliarden Euro

Die Kundenkredite wuchsen um 37 Millionen Euro auf 889 Millionen Euro (plus 4,3 Prozent), die Kundeneinlagen stiegen um 72 Millionen Euro auf jetzt 895 Millionen Euro (plus 8,8 Prozent). Das betreute Kundenvolumen insgesamt – die Summe der Kundenkredite, der Kundeneinlagen und des vermittelten Volumens in der genossenschaftlichen Finanzgruppe – liegt nach Angaben von Hermes mittlerweile bei über 2,5 Milliarden Euro. Dies ist eine Steigerung von 7,2 Prozent (2018: 2,35 Milliarden Euro).

Hermes hob auch den Anstieg der Mitgliederzahl der Bank auf nun 19 .912 und den der Kundenzahl auf jetzt 47.000  besonders hervor. Beides unterstreiche "eindrucksvoll die starke Verankerung der Volksbank Vechta in der Region".

Noch ist der Vorstand sowohl mit der "Ertragslage als auch mit der Eigenkapitalausstattung" der Bank zufrieden. Doch auch in 2019 hinterließ das schwierige Marktumfeld seine Spuren. Ein detaillierter Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2020 sei aufgrund der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen schwer, meinte Hermes, der aber selbst angesichts der unsicheren Lage betonte, dass die Volksbank Vechta "aus einer Position der Stärke" heraus handeln könne.

Mitgliedern wird keine Dividende ausgezahlt

Vorstandssprecher Dr. Martin Kühling ging auf die weltwirtschaftliche Entwicklung ein. Im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) angesichts der finanziellen Unwägbarkeiten den Banken empfohlen, auf die Auszahlung einer Dividende für das Jahr 2019 zu verzichten. Auch die Volksbank Vechta wird ihren Gewinn von rund 2,5 Millionen Euro den Rücklagen zuweisen und keine Dividende an ihre Mitglieder ausschütten. „Wir sind davon überzeugt, dass wir für unsere Bank mit dieser eher vorsichtigen Strategie einen Weg gefunden haben, um uns für den weiteren Verlauf dieser Krise zu wappnen“, so Kühling. Der Vorschlag fand große Mehrheit.

Blick auf den Hauptsitz der Volksbank Vechta. Foto: OVBlick auf den Hauptsitz der Volksbank Vechta. Foto: OV

Die turnusmäßig aus dem Aufsichtsrat scheidenden Mitglieder Stefan Dahms und Karl Krone wurden erneut in das Gremium gewählt. Hubert Ruhe musste seinen Sitz wegen des Erreichens der Altersgrenze aufgeben. Er war über 31 Jahre im Aufsichtsrat tätig. Ruhes Sitz übernimmt der in Lüsche wohnende Martin Kuper.

Auf einer regulären Präsenzversammlung wäre Ruhe im Beisein der Vertreter mit Urkunde und Goldener Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems ausgezeichnet worden. Diese Ehrung werde man – dann "ganz persönlich" – 2021 nachholen, hoffte Aufsichtsratsvorsitzender Ludger Wessel.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Volksbank Vechta: 2,5 Millionen Euro gehen in die Rücklagen - OM online