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Volksbank stellt Beschäftigten aus dem Andreaswerk langfristig ein

Über das Budget für Arbeit hat Maximilian Kowalski seine Stelle bekommen. Alle Beteiligten freuen sich über die Win-Win-Situation.

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Mike Rosenau (rechts) steht Maximilian Kowalski mit Rat und Tat zur Seite. Foto: Volksbank

Mike Rosenau (rechts) steht Maximilian Kowalski mit Rat und Tat zur Seite. Foto: Volksbank

Was ihm an seiner Arbeit in der Volksbank Lohne-Mühlen am besten gefällt, kann Maximilian Kowalski gar nicht so genau sagen. Das seien viele Dinge, erzählt er. Die Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel, die Abwechslung oder auch sein neuer Computerarbeitsplatz. Seit Anfang 2020 ist der 23-Jährige in der Bankfiliale in Lohne tätig – zunächst auf einem sogenannten Außenarbeitsplatz, inzwischen im Rahmen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses über das Budget für Arbeit.

"Von einem Außenarbeitsplatz spricht man, wenn ein Beschäftigter einer Werkstatt für behinderte Menschen über einen längeren Zeitraum auf dem ersten Arbeitsmarkt in einem Unternehmen oder in einer Behörde arbeitet", erläutert Christian Tschapke in einer Mitteilung des Andreaswerks. Als Mitarbeiter des Fachdienstes "Qualifizierung und Vermittlung" im Andreaswerk unterstützt er  demnach regelmäßig Menschen mit Beeinträchtigungen wie Maximilian Kowalski bei ihren Schritten auf den ersten Arbeitsmarkt.

Dass Praktikum oder Außenarbeitsplatz in eine reguläre Anstellung führen, sei dabei der Idealfall. Aber: Es müsse auch passen – für alle Beteiligten. So wie bei Maximilian Kowalski und der Volksbank Lohne-Mühlen. "Wir waren Ende 2019 auf der Suche nach einem neuen Mitarbeitenden für unser Digitalisierungsprojekt", erinnert sich Gerd Remmers, Vorstand Volksbank Lohne-Mühlen, an den Stein, der alles ins Rollen brachte. Die Kolleginnen und Kollegen des Fachdienstes wurden damals auf die Anzeige aufmerksam, stellten ihr Konzept und ihren Kandidaten vor und stießen damit bei Bernd Rosemeyer aus der Personalabteilung der Filiale auf offene Ohren.

"Von Beginn an wurde der Fokus auf Maximilians Stärken und Fähigkeiten gelegt, einiges ausprobiert und auf diese Weise nach und nach ein eigens auf ihn zugeschnittenes Aufgabenfeld entwickelt."Christian Tschapke, Andreaswerk

Mit einem 4-wöchigen Praktikum startete der zu dem Zeitpunkt in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) Steinfeld beschäftigte Maximilian Kowalski seine Tätigkeit in der Bank. Im Februar 2020 folgte das Angebot für den auf 1 Jahr befristeten Außenarbeitsplatz, 12 Monate später die Festanstellung, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht. "Von Beginn an wurde der Fokus auf Maximilians Stärken und Fähigkeiten gelegt, einiges ausprobiert und auf diese Weise nach und nach ein eigens auf ihn zugeschnittenes Aufgabenfeld entwickelt", betont Christian Tschapke.

Vor allem der Bankmitarbeiter Mike Rosenau stand und stehe dem 23-Jährigen dabei mit Rat und Tat zur Seite und koordiniere dessen Einsätze in den Bereichen, in denen Hilfe und Entlastung benötigt wird, schreibt das Andreaswerk. "Ob es um die Archivierung von Akten geht oder um die Unterstützung des Hausmeisters: Was Maximilian macht, das macht er zu 100 Prozent", wird Mike Rosenau zitiert. Künftig sollen unter anderem das Einscannen von Dokumenten und deren elektronische Ablage zu Maximilian Kowalskis Hauptaufgaben zählen. Eine Tätigkeit, auf die er sich ganz besonders freut. "Die Arbeit am Computer macht mir viel Spaß", verrät er und nennt damit auch einen der Gründe für sein langjähriges Interesse am kaufmännischen Bereich.

Selbst von Rückschlägen nicht entmutigen lassen 

Eine entsprechende Ausbildung hatte er 2017 zwar abbrechen müssen, sein Ziel aber dennoch nicht aus den Augen verloren. In der WfbM Steinfeld, in die er kurz darauf aufgenommen wurde, arbeitete er laut Mail zunächst im Bereich Hauswirtschaft an seinen Grundarbeitsfähigkeiten und absolvierte schließlich einen Kurs des Fachdienstes "Qualifizierung und Vermittlung" sowie 2 kaufmännische Praktika in regionalen Betrieben. "Maximilian hat selbst bei Rückschlägen nicht den Mut verloren und ist immer den nächsten Schritt gegangen", heißt es dazu aus dem Fachdienst des Andreaswerkes.

Dass ihn diese Schritte zu guter Letzt in die Volksbank Lohne-Mühlen führten, freut auch Gerd Remmers. "Wir haben mit Maximilian Kowalski und seinem Außenarbeitsplatz einen für uns neuen Weg eingeschlagen und schnell gemerkt, dass es genau der richtige war", unterstreicht das Vorstandsmitglied. Für ihn, Bernd Rosemeyer und Mike Rosenau steht mit Blick auf die vergangenen Monate fest: "Wir würden es genau so wieder machen."

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