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Volksbank Lohne-Mühlen knackt die Milliardengrenze

Die Genossenschaftsbank betreut 2019 ein Kundenvolumen von 1,06 Milliarden Euro. Ab Mitte Januar wird der Bankstandort in Mühlen vier Monate lang umgebaut.

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Präsentierten gute Zahlen für 2019: (von links) Gerd Remmers, Siegbert Tegenkamp und Rainer Fortmann. Foto: Kühn

Präsentierten gute Zahlen für 2019: (von links) Gerd Remmers, Siegbert Tegenkamp und Rainer Fortmann. Foto: Kühn

"Mehr Kundenkredite und mehr Einlagen", so Vorstand Siegbert Tegenkamp, sind der Grund dafür, dass die Volksbank Lohne-Mühlen erstmals in ihrer Geschichte eine Milliardengrenze überschritten hat. Im Geschäftsjahr 2019 hat die Bank für ihre Mitglieder und Kunden rund 1,06 Milliarden Euro betreut - das sind 12 Prozent mehr als 2018 (950,5 Millionen Euro). Berechnet werden für diese Zahl bilanzwirksame wie -unwirksame Anlagen, Kredite in Höhe von knapp 501 Millionen Euro, und Kundeneinlagen über knapp 564 Millionen Euro, darunter zum Beispiel Spargelder, Fonds- und Bausparguthaben oder Lebensversicherungen.

Angesichts einer Steigerung der Bilanzsumme von 10,4 Prozent auf nun 531 Millionen Euro (2018: 481 Millionen Euro) und einem Jahresüberschuss von rund 1,6 Millionen Euro sprechen Tegenkamp und sein Vorstandskollege Gerd Remmers nicht ohne Grund von einem "sehr zufriedenstellenden Geschäftsergebnis". Davon profitieren auch die 7569 Mitglieder der Bank. Sie erhalten auf ihre Geschäftsanteile eine Dividende von 6,5 Prozent.

Die Beschlüsse wurden im Umlaufverfahren gefasst

Statt auf einer Präsenzveranstaltung wurden die notwendigen Jahresbeschlüsse 2019 durch die Vertreterversammlung im Umlaufverfahren gefasst. Rund einen Monat lang, bis Mitte Dezember, liefen die Papiere durch die Reihen der Vertreter. Am Ende standen einstimmige Entlastungsbeschlüsse für Vorstand und Aufsichtsrat.

Ein Wachstumstreiber war 2019 das Kreditvolumen. Rund 415 Millionen Euro wurden an Krediten ausgegeben, das sind zwölf Prozent mehr als noch 2018 mit 370 Millionen Euro. Dabei stützt sich die Bank auf ein "breit gestreutes Kreditgeschäft" hebt Remmers hervor. Rund die Hälfte der Kredite sind an Private vergeben, die andere Hälfte an Unternehmen.

"Bei uns wurde immer solide gearbeitet."Rainer Fortmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Lohne-Mühlen eG

Basis für die Kreditvergabe ist eine gute Eigenkapitalausstattung der Bank. Der wegen des Erreichens der Altersgrenze aus seinem Amt scheidende Aufsichtsratschef Rainer Fortmann verweist auf stetiges Wachstum von Gewinnen und Eigenkapital: "Bei uns wurde immer solide gearbeitet. Deshalb waren wir auch von der Bankenkrise kaum betroffen und kommen auch jetzt gut durch die schwierige Coronazeit", blickt er auf seine fast 20 Jahre Tätigkeit im Aufsichtsrat zurück, in die auch die Fusion mit der Volksbank Mühlen fiel. "Die erfolgreiche Arbeit sieht man im Wachstum des Eigenkapitals, das zuletzt von 2018 auf 2019 um 7 Prozent auf jetzt 58,4 Millionen Euro gestiegen ist. 2016 waren es noch 47,6 Millionen Euro."

Die Bank hat fast 15.500 Kunden, die von 85 Mitarbeitern betreut werden

Tegenkamp ergänzt, dass die Bank mit ihren insgesamt 85 Mitarbeitern und fast 15.500 Kunden auch von der guten wirtschaftlichen Situation in der Region profitiert: "Wir arbeiten hier – Gott sei Dank - in einem wirtschaftlich starken Landkreis mit überwiegend mittelständischen Betrieben, die ähnlich wie wir als Bank über einen hohen Eigenkapitalgrad verfügen. Das hohe Eigenkapital macht die Unternehmen weniger anfällig für Krisen. Das ist auch gut für uns."

Auch die bilanzwirksamen Kundeneinlagen wuchsen. Waren es 2018 noch 346 Millionen Euro stieg die Summe um rund 6,3 Prozent auf jetzt 368 Millionen Euro. 2016 waren es noch 301 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss lag 2019 bei rund 1,6 Millionen Euro. Davon flossen rund 1,3 Millionen Euro in die Rücklagen, 309.000 Euro werden als Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet.

Das zu Ende gehende Jahr 2020 bilanziert Remmers angesichts der Corona-Erschwernisse als herausfordernd. Dennoch wird die Volksbank Lohne-Mühlen ein ähnlich starkes Ergebnis wie 2019 vorlegen, ist Fortmann gewiss. Eben weil die Eigenkapitalausstattung der betreuten Unternehmen überwiegend sehr solide ist, war die Bank kaum in der Vermittlung von Corona-Unterstützungskrediten tätig. "Das war definitiv nicht unser Hauptgeschäft in 2020", sagt Remmers. Die Dividendenhöhe von 6,5 Prozent will man - wie bereits seit über einem Jahrzehnt - auch 2020 beibehalten.

Was bleiben wird, das versprechen alle drei Bankverantwortlichen, ist "die Nähe zum Kunden", so Remmers. Die Präsenz vor Ort werde weiter bleiben. Auch deshalb wird Mitte Januar der rund 800.000 Euro teure Umbau der Filiale Mühlen beginnen. Das Erdgeschoss der Bankfiliale wird entkernt und neu gestaltet. Die Mitarbeiter werden bis Ende April in Container und das Obergeschoss des Bankgebäudes umziehen. Die Kunden können auch während der Umbauphase alle Bankgeschäfte vor Ort tätigen.

Auf Rainer Fortmann folgt Daniel Blömer

Im Umlaufverfahren wurde auch das Mandat von Fortmann im Aufsichtsrat neu besetzt. Dieses wird der Lohner Wirtschaftsprüfer Daniel Blömer übernehmen. Im fünfköpfigen Aufsichtsrat arbeiten weiter Ulla Kampers, Clemens Ehrenborg, Markus Pille und Heinz Meistermann. Anfang Februar wird der Aufsichtsrat seinen neuen Vorsitzenden bestimmen. Die für Fortmann vorgesehene Ehrung will man auf der Vertreterversammlung für das Geschäftsjahr 2020 nachholen. Die findet dann "hoffentlich wieder", so Tegenkamp, als Präsenzveranstaltung statt.

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