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Vier Kommunen suchen gemeinsam nach neuen "Wellenreitern"

Fachkräfte für den Bäderbetrieb sind für kleine Kommunen schwer zu finden. Barßel, Apen, Großefehn und Wiesmoor haben deshalb den Ausbildungsverbund "Wellenreiter" gegründet.

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Kooperation: Für die  Stadt Wiesmoor und die Gemeinden Barßel, Apen und Großefehn gründeten (von links) Sven Lübbers, Nils Anhuth, Peter Rosendahl und Jens Erdwiens den Ausbildungsverbund "Wellenreiter".   Foto: Stix

Kooperation: Für die  Stadt Wiesmoor und die Gemeinden Barßel, Apen und Großefehn gründeten (von links) Sven Lübbers, Nils Anhuth, Peter Rosendahl und Jens Erdwiens den Ausbildungsverbund "Wellenreiter".   Foto: Stix

Der Fachkräftemangel macht auch vor den Hallen- und Freibädern nicht Halt. Der Markt für Fachangestellte, so Barßels Bürgermeister Nils Anhuth, sei "leergefegt". Insbesondere kleinere Häuser, wie das Barßeler Hafen-Bad, hätten Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden. Mit dem neuen Ausbildungsverbund "Wellenreiter" wollen die Gemeinden Barßel, Apen (Landkreis Ammerland), Großefehn und die Stadt Wiesmoor (beide Landkreis Aurich) Auszubildende zum Fachangestellten für Bäderbetriebe finden, optimal betreuen und zu Allroundern im Badbetrieb ausbilden.

"Gerade kleinere Bäder, wie unsere, sind oft nicht so ausgestattet, dass sich jemand das ganze Jahr über und 3 Jahre lang sinnvoll mit Auszubildenden beschäftigen kann", erläutert Anhuth bei der Vorstellung des Projektes am Donnerstag. Bei Freibädern wie in Apen und Großefehn sei die Ausbildung am Becken generell nur in den Sommermonaten möglich, bei den Hallenbädern in Barßel und Wiesmoor wiederum sei der Winter die besucherstarke Zeit. "Wir sind auf Saisonkräfte angewiesen, und Leute für den Saisonbetrieb zu finden, ist schwierig", ergänzt Peter Rosendahl, der zuständige Fachbereichsleiter in der Gemeinde Apen. Durch ihr Zusammenspiel wollen die vier Kommunen dieses Problem umgehen.

Azubis sind von Anfang an in alle Arbeiten eingebunden

Sie verstehen sich darüber hinaus auch als Vorreiter für andere kleine Bäder, denn die Ausbildung findet meist in größeren Bädern statt und ist auf deren Bedürfnisse zugeschnitten. "Die Kollegen sind dann meist nicht so breit aufgestellt", sagt Sven Lübbers, Bürgermeister der Stadt Wiesmoor. "In einem kleinen Bad muss man aber alles können." Wenn 90 Prozent der Ausbildungszeit am Becken stattfänden, ergänzt Anhuth, fehle den Fachkräften später das nötige technische Know-how. Das könne man besser in kleinen Bädern erwerben, denn hier seien Azubis von Anfang an in alle Arbeiten eingebunden.

Für Tanja Busboom, Leitern des Barßeler Hafenbades, geht der Vorteil des Ausbildungsverbundes noch darüber hinaus. "Wir haben zum Beispiel in den vier Bädern unterschiedliche Techniken der Wasseraufbereitung im Einsatz", sagt sie. Dadurch hätten Auszubildende am Ende ihrer Lehrzeit ein umfassendes praktisches Wissen. "Das macht den Ausbildungsverbund für Azubis besonders interessant, denn die vier Bäder decken eine breite Palette ab", findet auch Jens Erdwiens, der zuständige Fachbereichsleiter in Großefehn. 

"Wer bei uns klarkommt, kommt auch in großen Bädern klar.“Peter Rosendahl, Gemeinde Apen

Die Auszubildenden des Verbundes – Start soll im August mit zunächst einem oder einer Auszubildenden sein – lernen in den 3 Jahren alle vier Bäder und damit sowohl die Anforderungen in Frei- als auch in Hallenbädern und die unterschiedlichen Bädertechniken kennen. Die Anstellung erfolgt bei der Gemeinde Barßel, die anderen Kommunen übernehmen die anteiligen Ausbildungskosten. Auch bei der Auswahl des oder der ersten Auszubildenden wollen die vier Kommunen zusammenwirken. "Die rechtlichen Hürden haben wir alle genommen, die Anerkennung durch das Land Niedersachsen ist erfolgt", betont Anhuth.

Die Werbung für den Ausbildungsverbund wird finanziert durch die Leader-Region "Fehngebiet", der alle vier Kommunen angehören. "Mit dem Begriff 'Wellenreiter' spielen wir natürlich auf das Element Wasser an", sagt Katja Pagel von der Agentur Biceps, die das Werbekonzept entwickelt hat. "Die vier Bäder sind quasi vier Wellen, die Auszubildenden hüpfen wie Wellenreiter von einem zum anderen." Über die Webseite www.wellenreiter-azubi.de können Interessenten einen ersten Kontakt herstellen. "Wir sind gespannt, was dabei rumkommt", sagt Peter Rosendahl. "Sicher ist: Wer bei uns klarkommt, kommt auch in großen Bädern klar.“

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