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Viele EWE-Kunden sollen ab dem 1. Januar mehr für Strom und Gas bezahlen

Der Energieversorger hat am Freitag (4. November) eine Erhöhung der Strom- und Gaspreise in der Grundversorgung angekündigt. Die Energiepreisbremse hält man frühestens für März realisierbar.

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Symbolfoto: dpa

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Rund 331.000 Gas- und etwa 180.000 Stromkunden bei der EWE müssen sich auf eine spürbare Erhöhung der Preise einstellen. Das teilt der Energieversorger am Freitag mit. Die EWE will die Preise für Strom und Gas in der Grundversorgung ab dem 1. Januar noch einmal anheben. Die letzte Anhebung der Preise ist erst im Oktober geschehen – nun wird es also noch einmal teurer.

Kunden, die andere Verträge bei der EWE außerhalb der Grundversorgung haben, sind nicht von der angekündigten Erhöhung betroffen. Laut eigenen Angaben versorgt die EWE insgesamt rund 1 Million Haushalte mit Strom und rund 600.000 Haushalte mit Gas. 

Und das sind die angekündigten Erhöhungen:

  • Strom: Kunden zahlen ab dem 1. Januar für Strom pro Kilowattstunde brutto 49,97 Cent und damit 12,16 Cent mehr als derzeit. Der jährliche Grundpreis steigt von brutto 179,69 Euro auf brutto 199,55 Euro. Das sind im Monat statt bislang 14,97 Euro dann 16,63 Euro brutto. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.800 Kilowattstunden ergeben sich durch die Preisanhebung insgesamt Mehrkosten von rund 30 Euro im Monat.
  • Gas: Der Preis steigt in der Grundversorgung pro Kilowattstunde von aktuell brutto 13,55 Cent auf 17,47 Cent. Das entspricht einem Plus von 3,92 Cent pro Kilowattstunde. Der jährliche Grundpreis ändert sich bei Gas marginal und steigt von 180 Euro auf 182,28 Euro. Das sind im Monat statt bislang 15 Euro dann 15,19 Euro. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zahlt durch die Preisanhebung insgesamt pro Monat gut 65 Euro mehr als bislang.

Der Grund für die Erhöhung: Weil es zunehmend neue Kunden in der Grundversorgung der EWE gibt, müsse nunmehr zusätzliche Energie auf dem Markt eingekauft werden. So erklärt es zumindest Oliver Bolay, Geschäftsführer der EWE-Vertrieb GmbH. Der Hintergrund: Viele Kunden hätten ihren Vertrag bei der EWE gekündigt und seien zu einem anderen Anbieter mit einem Sondervertrag gewechselt. Das Problem laut Bolay: Viele dieser Sonderverträge hätten zwischenzeitlich Konditionen erreicht, die über denen der EWE-Grundversorgung liegen würden. Deshalb würden jetzt immer mehr Kunden eben diese Sonderverträge wechseln und in die Grundversorgung der EWE zurückkehren. 

"Der Trend hält auch weiterhin an", wird Bolay in der Unternehmensmitteilung zitiert. Dadurch sei es mittlerweile schwer zu kalkulieren, wie viele Kunden überhaupt mit Energie versorgt werden müssen. Langfristige Einkäufe wären nicht mehr ausreichend. Die kurzfristige Nachbeschaffung von Strom und Gas bei der derzeitigen Situation auf dem Energiemarkt "aber treibt den Preis für alle grundversorgten Kunden in die Höhe“, sagt Bolay. Hinzu kämen die Netzentgelte, die laut Angaben von Bolay "deutlich gestiegen" seien. Die Netzentgelte würde rund 17 Prozent des Strompreises ausmachen.

"Es stellt sich schon die Frage, wozu es eine Expertenkommission gab, wenn sich Politik nun rigoros über deren Empfehlungen hinwegsetzt?"Stefan Dohler, EWE-Vorstandsvorsitzender zur angekündigten Energiepreisbremse

Mit Blick auf die jüngst von der Politik angekündigte Preisbremse für Strom und Gas zeigt sich EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler laut Unternehmensmitteilung eher skeptisch – auch wenn er prinzipiell die Entscheidung, die Verbraucher zu entlasten, begrüßt. Die Skepsis richtet sich dabei auf die Umsetzbarkeit der politischen Ideen. "In wenigen Wochen, noch ohne vorliegende gesetzliche Grundlage, für alle Gas-, Fernwärme- und Stromkunden komplexe Anpassungen in den Abrechnungsprozessen umzusetzen, diese in den Systemen zu programmieren, zu testen und dann für Strom mit Wirkung zum 1. Januar 2023 anzuwenden, wird vielfach faktisch unmöglich sein", wird Dohler zitiert.

Seine Kritik: "Es stellt sich schon die Frage, wozu es eine Expertenkommission gab, wenn sich Politik nun rigoros über deren Empfehlungen hinwegsetzt?“ Dabei gäbe es  seiner Meinung eine viel einfachere Alternative: "Das Aussetzen der Abschläge für Strom im Januar, wie im Dezember beim Erdgas."

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