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Verkaufsoffene Sonntage: HGV Friesoythe erneuert Kritik an Gewerkschaft

Der Vorstand spricht von Wettbewerbsverzerrung und hofft auf politische  Unterstützung. Gleichzeitig stellt die Kaufmannschaft ihre anstehenden Veranstaltungen vor.

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Trubel, Feste und Feiern in der Innenstadt: Nur dann gilt ein verkaufsoffener Sonntag als gesichert.  Foto: MT-Archiv

Trubel, Feste und Feiern in der Innenstadt: Nur dann gilt ein verkaufsoffener Sonntag als gesichert.  Foto: MT-Archiv

Die kurzfristige Absage löst immer noch Kopfschütteln aus und mit öffentlicher Kritik spart der Vorstand des Handels- und Gewerbevereins Friesoythe (HGV) nach wie vor ebenfalls nicht. Als „Vollkatastrophe und Wettbewerbsverzerrung“ bezeichnen Vorsitzender Frank Hanneken und Markus Block, 2. Vorsitzender, die "Blockadehaltung" der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) bezüglich der verkaufsoffenen Sonntage.

Wie berichtet, hatte die Gewerkschaft die geplante Öffnung am 19. September, per gerichtlichem Eilantrag im letzten Moment platzen lassen. Grund für die Kaufmannschaft, den ursprünglich angedachten „Lichtersonntag“ am 7. November abzusagen, da auch er mangels ausreichenden Anlasses keine Chance auf eine Genehmigung habe.

Im Grundgesetz ist der Schutz der Arbeitsruhe an Sonn- und Feiertagen verankert, deshalb müssen verkaufsoffene Sonntage grundsätzlich anlassbezogen sein. 4 stehen Friesoythe zur Verfügung, 3 gelten als gesichert. So rechtfertigen die Maitage, „Stadt in Kinderhand“ und das Eisenfest die Sonntagsöffnung. Wie sie 2022 den verbleibenden Sonntag gestalten wollen und wann er im Herbst/Winter stattfinden soll, gilt es seitens des HGV noch konzeptionell abzustimmen und zu organisieren.

Mal fehle der Anlass, mal die Nähe zu den Geschäften

„Nicht nur wir beklagen die nicht vorhandene Planungssicherheit“, betonte Hanneken und verwies auf andere Städte und Gemeinden, die „Verdis Willkür“ zu spüren bekommen hätten. „Das ist alles nicht mehr nachzuvollziehen“, so der HGV-Chef weiter. Mal werde Einspruch erhoben, mal nicht. Mal fehle der Anlass, mal die Nähe zu den Geschäften. So wie beim Oldenburger Kramermarkt: Dort dürften mittlerweile nicht mehr die Unternehmen in der Fußgängerzone öffnen, sondern nur die im Stadtteil, in dem der Markt stattfindet. „Somit geht es nicht nur um eine Wettbewerbsverzerrung zwischen Kommunen, sondern sogar um eine Ungleichbehandlung innerhalb einer Stadt oder Gemeinde“, kritisiert Hanneken.

Verkaufsoffene Sonntage seien grundsätzlich ohne Anlassbezug einzurichten, doch eine dafür erforderliche Gesetzesänderung ist nicht in Sicht. „Wir sind natürlich auf die Politik angewiesen“, weiß auch der Friesoyther HGV-Vorstand, der sich in der kommenden Woche auf Initiative des Friesoyther CDU-Vorsitzenden Jann Christian Hegewald mit dem Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley trifft.

Late-night-Shopping zum Auftakt der Servicewoche

Der Ärger über die Gewerkschaft soll jedoch nicht Ideen und Engagement schmälern, mit denen die Kaufmannschaft für Attraktivität sorgen möchte. So plant der HGV ab dem 25. November (Donnerstag) den Auftakt seiner Servicewoche. Einen Abend später findet als Antwort des stationären Handels auf den „Black friday“ bis 22 Uhr ein Late-night-Shopping statt. Der Nikolaus reist vor das alte Rathaus, nimmt zwischen 16 und 18 Uhr die Wünsche der Kinder entgegen und überreicht ihnen eine süße Köstlichkeit. Schausteller sind mit ihren Wagen wieder vor Ort.

Ab diesem Abend erstrahlt in den Straßen die Weihnachtsbeleuchtung. Ob auch das von der Stadt angekündigte „Zirkuszelt“ über der Stadtmitte ein besonderes Flair versprüht, bleibt abzuwarten. Nicht zuletzt startet die Aufforderung, am Schaufensterwettbewerb teilzunehmen. Einsendeschluss der kreativen Gestaltungen per Foto ist der 10. Dezember. Dotiert ist der Wettbewerb erneut mit Geldpreisen (500, 300, 200 Euro), die einem wohltätigen Zweck zugute kommen sollen.

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