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Verdacht auf Schweinepest in Brandenburg

Landwirte haben schon lange vor der Schweinepest gewarnt. Nun gibt es in Deutschland einen ersten Verdachtsfall. Am Donnerstag soll es Klarheit geben.

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Foto: picture alliance / Lino Mirgeler / dpa

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In Brandenburg gibt es einen amtlichen Verdacht auf die Afrikanische Schweinepest. Das teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Mittwochabend mit. Ein Wildschwein-Kadaver sei wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Spree-Neiße-Kreis gefunden worden.

Eine Probe des toten Tieres werde jetzt im Friedrich-Loeffler-Institut virologisch untersucht. Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) werde am Donnerstag über das Ergebnis informieren. Für Menschen sind die Viren ungefährlich, für Wild- und Hausschweine aber meist tödlich.

Der Sprecher des Verbraucherschutzministeriums Brandenburg, Gabriel Hesse, sagte: "Wir haben heute einen amtlichen Verdachtsfall für Afrikanische Schweinepest festgestellt." Erst wenn das nationale Referenzlabor den Verdacht ebenfalls bestätige, könne von einem Ausbruch gesprochen werden. Das Landeskrisenzentrum und die kommunalen Krisenzentren seien aktiviert. Erste Maßnahmen zum Schutz würden vorbereitet.

Ein fester Schutzzaun im Kreis Spree-Neiße an der Grenze zu Polen war geplant, ist aber noch nicht gebaut. Ein mobiler Zaun steht dort bereits.

Allen Schutzzäunen zum Trotz: Es gibt den ersten Verdachtsfall der Afrikanischen Schweinepest auf deutschem Boden. Foto: dpaPleulAllen Schutzzäunen zum Trotz: Es gibt den ersten Verdachtsfall der Afrikanischen Schweinepest auf deutschem Boden. Foto: dpa/Pleul

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche mit einer hohen Todesrate, die ursprünglich auf Afrika begrenzt war. Ab Juni 2007 breitete sich die ASP nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts - das Bundesforschungsinstitut für Tiergesndheit - von Georgien aus in die Nachbarländer aus. Seit 2014 tritt sie in den baltischen Staaten und Polen auf - und von da in immer mehr Ländern und Kontinenten. Anfang 2020 gab es den ersten nachgewiesenen Fall in einem Hausschweinebestand in Griechenland. In Deutschland gab es bisher keinen Nachweis.

Angesichts der zu erwartenden Ferienreisewelle hatte das Landvolk in Niedersachsen zuletzt im Juli vor einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest gewarnt. Die Gefahr, dass die für Menschen ungefährliche Krankheit nach Ausbrüchen in Westpolen nach Deutschland gelange, sei hoch, teilte der niedersächsische Landwirtschaftsverband am Montag in Hannover mit. Das Virus könne nicht nur von Wildschweinen über den direkten Kontakt von Tier zu Tier, sondern auch über Lebensmittel, Kleidung und Gegenstände übertragen werden. Selbst ein auf einem Parkplatz weggeworfenes Salamibrot könne die Krankheit weiterverbreiten.

"Ein Einschleppen nach Deutschland hätte nicht nur schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Wild- und Hausschweinbestände, sondern auch für die landwirtschaftliche Schweineproduktion und -vermarktung, weil Deutschland von Handelsrestriktionen betroffen wäre", sagte damals der Vorsitzende des Landvolk-Tierseuchenausschusses, Georg Meiners.

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