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Vechtaer Innenstadt: Meinungen und Ideen sind gefragt

Die Kreisstadt startet eine Befragung von Bürgern und Unternehmen. Es ist der erste Schritt zur Entwicklung eines Masterplans, um die City für die Zukunft attraktiv und lebendig zu gestalten.

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Die Hoffnung auf viele Teilnehmer ist groß. Bürgermeister Kristian Kater, Wirtschaftsförderer Dr. Frank Käthler und Kollege Adrian Spannagel sowie "Moin Vechta"-Vorsitzender Peter gr. Beilage (von rechts) werben für die Bürgerbefragung. Die Mitarbeiterin der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung, Katharina Staiger, ist per Video zugeschaltet. Foto: Speckmann

Die Hoffnung auf viele Teilnehmer ist groß. Bürgermeister Kristian Kater, Wirtschaftsförderer Dr. Frank Käthler und Kollege Adrian Spannagel sowie "Moin Vechta"-Vorsitzender Peter gr. Beilage (von rechts) werben für die Bürgerbefragung. Die Mitarbeiterin der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung, Katharina Staiger, ist per Video zugeschaltet. Foto: Speckmann

Der Vechtaer Stadtrat hatte schon im Frühjahr seinen Segen gegeben. Nun folgt mit einer Umfrage der erste Schritt zur Umsetzung des Masterplans, um die Innenstadt für die Zukunft zu rüsten. An dem gemeinschaftlichen Prozess zur Attraktivitätssteigerung werden gleich zu Beginn die Bevölkerung und die heimische Wirtschaft beteiligt. Sie können sich in den kommenden Wochen zur Situation äußern, ihre Kritikpunkte vortragen und vor allem auch Verbesserungsvorschläge machen.

Fragebogen kann per Internet ausgefüllt werden

Alles, was es zur Teilnahme braucht, ist ein bisschen Zeit. Etwa 10 Minuten soll die Bürgerbefragung in Anspruch nehmen, die am Samstag (18. September) im Online-Verfahren startet und bis zum 2. Oktober läuft. Bei einigen Fragen müssen die Teilnehmer nur ein Kreuz zu machen, bei anderen Punkten haben sie Gelegenheit, mit eigenen Worten ihre persönliche Einschätzung zur Innenstadt abzugeben.

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) hofft auf eine große Beteiligung und verweist in einem Pressegespräch auf die wegweisende Bedeutung der Umfrage für die Entwicklung der Innenstadt. „Die Veränderungsprozesse im Einzelhandel sind enorm und durch Corona beschleunigt worden. Wir müssen dringend aktiv werden und brauchen Grundlagen für zukünftige Entscheidungen“, sagt Kater.

Zur Durchführung der Bürgerbefragung hat die Stadtverwaltung die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) mit Hauptsitz in Ludwigsburg beauftragt. Das Fachbüro verfüge über Erfahrungen in der Standort- und Marktanalyse in ganz Deutschland, heißt es aus dem Rathaus. An dem Fragebogen haben neben den zuständigen Fachdiensten im Rathaus auch der Stadtmarketingverein „Moin Vechta“ und die Universität Vechta mitgewirkt.

„Es sind unterschiedliche Themenfelder, die abgefragt werden und wichtig für die innenstädtische Entwicklung sind“, erläutert GMA-Mitarbeiterin Katharina Staiger. So werden die Bürger unter anderem nach ihren Tätigkeiten, Fahrtwegen und bevorzugten Parkplätzen befragt. Außerdem sollen sie näher beschreiben, was ihnen in der Vechtaer Innenstadt gefällt und welche Dinge störend sind.

Für die Unternehmen hat das Fachbüro einen gesonderten Fragebogen entwickelt. Hier stehen statistische Angaben zum Betrieb, Bewertungen des Einkaufs- und Konsumverhaltens und Veränderungen in den nächsten 5 Jahren im Mittelpunkt. Die Gewerbetreibenden sollen sich auch dazu äußern, was für ihr Geschäft besonders wichtig ist und ob es eine langfristige Nachfolgeregelung gibt.

Unternehmen werden direkt angeschrieben

Laut Wirtschaftsförderer Dr. Frank Käthler sollen fast 500 Betriebe aus dem innerstädtischen Bereich angeschrieben werden. Sie erhalten einen Zugangscode, um sich in das Online-System einwählen zu können. Bei den Bürgern läuft es ganz unkompliziert: Sie gelangen über die Internetseite der Stadt Vechta zu dem anonymisierten Fragebogen. Außerdem sollen Passanten auf der Straße befragt werden.

Diplom-Geografin Staiger geht davon aus, dass sich – vorsichtig geschätzt – mehr als 500 Bürger an der Aktion beteiligen. Ihren Erfahrungen zufolge beläuft sich die Rücklaufquote bei solchen Umfragen auf mindestens 5 Prozent. Auch Einwohner aus dem Umland können sich beteiligen. Am Ende geht es für die Initiatoren nicht nur um Quantität, sondern vor allem auch um die Qualität der Antworten, sprich die Anregungen.

Sobald die Befragung abgeschlossen ist, wird zeitnah der 2. Schritt zur Entwicklung des Masterplans eingeleitet. Mehrere Kleingruppen sollen in einem sogenannten „Hackathon“ die Schwerpunkte herausarbeiten. In der Veranstaltung am 19. und 20. November sind Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Bevölkerung gefragt. Später, in einem 3. Schritt, soll eine Lenkungsgruppe mit Arbeitskreisen einen Handlungskatalog mit einer Prioritätenliste erarbeiten.

"Im Moment können wir noch aus der Position der Stärke heraus die Sache angehen."Peter gr. Beilage, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins "Moin Vechta"

Der Stadtmarketingverein begrüßt das Ziel, gemeinsam mit vielen Beteiligten neue Ideen für die Innenstadt zu entwickeln. „Wir sind sehr dankbar, dass wir an dem Prozess beteiligt werden“, sagt Vorsitzender Peter gr. Beilage. Aufgrund des sich abzeichnenden Wandels sei es wichtig, sich frühzeitig Gedanken zu machen. „Im Moment können wir noch aus der Position der Stärke heraus die Sache angehen.“

Der politische Wille zum Handeln ist vorhanden, wie Bürgermeister Kater betont. Auch die finanziellen Voraussetzungen für Maßnahmen sind gegeben. Durch das Förderprogramm „Perspektive Innenstadt“ kann die Stadt Vechta über ein Budget von 755.000 Euro verfügen. „Wir haben großes Glück mit dem aktuellen Programm, dass wir auch kurzfristig handeln können, wenn Ideen vorhanden sind“, so der Verwaltungschef.

  • Info: Die Bürgerbefragung findet vom 18. September bis 2. Oktober statt. Der Zugang ist über die Internetseite www.vechta.de möglich.

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