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Urteil: Amazon muss bezahlte Kundenbewertung kenntlich machen

Wenn Kunden für eine Gegenleistung eine Rezension schreiben und dies nicht für andere Kunden sichtbar ist, liegt "unlautere Werbung" vor. Das hat das OLG Frankfurt entschieden.

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Symbolfoto: dpa

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Das Urteil ist unanfechtbar: Amazon muss künftig bezahlte Kundenrezensionen auf seiner Verkaufsplattform kenntlich machen. Am Donnerstag hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschieden, dass das bestehende Bewertungssystem bei Amazon „unlautere getarnte Werbung“ enthält. So lautet das Urteil in einem Eilverfahren (AZ: 6 U 232/21), wie die Deutsche Anwalts- und Steuerberatervereinigung für die mittelständische Wirtschaft (DASV) am Donnerstag mitteilt. Damit ist Amazon mit seiner Berufung gegen ein früheres Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main gescheitert.

Hintergrund: Die auf Amazon angebotenen Produkte werden mit Sternen und auch Rezensionen anderer Kunden bewertet. Gleichzeitig werden den Verkaufspartnern von Amazon selbst Rezensionen für deren Produkte gegen Entgelt angeboten. Dieses Prinzip wird "Early Reviewer Programm" genannt. Dabei handele es sich um Bewertungen ausländischer Rezensenten gegen Entgelt oder Gutscheine für Produkte, die auf dem amerikanischen, britischen oder japanischen Markt gekauft wurden. Die Bewertungen werden allerdings auch deutschen Amazon-Kunden angezeigt, erklärt die DASV.

Bezahlte Rezensionen sind weiter erlaubt

An dieser Praxis störte sich der Kläger. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das selbst Kundenrezensionen an Händler auf Online-Verkaufsplattformen verkauft.

Das Gericht verbietet mit diesem Urteil nicht generell die Praxis, gegen Bezahlung Kundenrezensionen auch weiterhin anzubieten. Allerdings muss das Verfahren künftig transparent und für den Kunden sichtbar gemacht werden. Amazon müsse unter anderem veröffentlichen, wie groß der Anteil bezahlter Rezensionen beim Gesamtergebnis der Produktbewertung ist. Kommt der Konzern dem nicht nach, drohen Ordnungsgelder.

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