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Umwelthilfe fordert Baustopp am neuen LNG-Terminal Wilhelmshaven

Der Verein kritisiert: Durch den Bau drohe die unumkehrbare Zerstörung eines Unterwasser-Biotops. Außerdem würden Schweinswale gefährdet, heißt es. Umweltminister Lies reagiert.

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Symbolfoto: dpa

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Ein neues Terminal zum Import von Flüssigerdgas (LNG) in Wilhelmshaven soll Deutschland unabhängiger von Gasimporten aus Russland machen – die Deutsche Umwelthilfe hat jetzt allerdings einen sofortigen Baustopp gefordert. Mit dem Bau drohe die unumkehrbare Zerstörung eines Unterwasser-Biotops, außerdem würden Schweinswale gefährdet, teilte der Verein am Mittwoch mit. Trotzdem sei der Baustart ohne Offenlegung der Unterlagen und Beteiligung von Umweltverbänden genehmigt worden. Die Umwelthilfe habe daher Widerspruch gegen den Bescheid des Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) eingelegt.

"Statt endlich konsequent den Wandel hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft einzuleiten, wird der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen weiter Tür und Tor geöffnet", kritisierte der Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe, Sascha Müller-Kraenner. Gerade in Krisenzeiten müssten die Prinzipien des Rechtsstaates gewahrt bleiben. Das gelte besonders für das Klimaschutz- und Umweltrecht.

Lies findet Widerspruch "bemerkenswert unangemessen"

Niedersachsens Energieminister Olaf Lies bezeichnete den Widerspruch der Umwelthilfe dagegen als "bemerkenswert unangemessen". "Es arbeiten sehr viele Menschen Tag und Nacht unter Hochdruck daran, dass Deutschland möglichst schnell aus der russischen Umklammerung herauskommen kann beim Thema Gas", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Die Übergangslösung mit schwimmenden LNG-Terminals ist dafür eine elementare Säule."

Die ersten Arbeiten für das Terminal in Wilhelmshaven sollen noch in dieser Woche beginnen, wie Niedersachsens Energieministerium angekündigt hatte. Am Donnerstag wird Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in Hooksiel bei Wilhelmshaven erwartet, um eine Absichtserklärung zu unterzeichnen, den Standort "zu einer Drehscheibe für saubere Energie für Deutschland" auszubauen. Spätestens Anfang 2023 soll der LNG-Import beginnen.

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