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Umwelthilfe: Biozid-Verzicht von Uniper bei LNG-Terminal

Uniper solle auf das Einleiten von Chlor und Biozid verzichten, fordert die Deutsche Umwelthilfe. Die Umwelthilfe schlägt eine Alternative vor.

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Ein Logo steht im Foyer der Hauptverwaltung des Energieversorgungsunternehmens Uniper in Düsseldorf. Foto: dpa/Berg

Ein Logo steht im Foyer der Hauptverwaltung des Energieversorgungsunternehmens Uniper in Düsseldorf. Foto: dpa/Berg

Die geplante Einleitung von mit Bioziden behandelten Abwässern des LNG-Terminalschiffes in Wilhelmshaven stößt weiter auf Kritik. Die Deutsche Umwelthilfe fordert von Uniper, dem Betreiber des Importterminals für Flüssigerdgas (LNG), auf das Einleiten von Chlor als Biozid zu verzichten. "Dass Uniper unmittelbar neben dem Nationalpark Wattenmeer und in der Nähe zu Badestränden, im Gegensatz zu anderen Betreibern, auf die Einleitung großer Mengen von Biozid setzt, ist nicht akzeptabel", sagte Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner in einer Mitteilung am Montag. Die Umwelthilfe fordert deshalb, die Antragsunterlagen für die wasserrechtliche Erlaubnis grundlegend zu überarbeiten.

Wie aus Antragsunterlagen hervorgeht, beabsichtigt Uniper jährlich bis zu 178 Millionen Kubikmeter mit Bioziden behandelte Abwässer des Schiffes in die Jade einzuleiten. Mit den Bioziden soll verhindert werden, dass die Seewassersysteme etwa mit Muscheln oder Seepocken zuwachsen. Für diese sogenannte Antifouling-Methode wird Chlor genutzt. Umweltverbände fürchten, dass die Menge zu hoch ist und sehen Gefahren für die Nordsee und das Wattenmeer. Sie kritisieren zudem, dass die Genehmigung ohne Befristung beantragt wird.

Die Umwelthilfe schlägt vor, statt den Bioziden auf ein mechanisches Verfahren zu setzen, um die Anlagen zu reinigen. Der Verein verweist etwa auf das geplante LNG-Terminal in Brunsbüttel. Dort verzichte der Betreiber RWE auf den Biozid-Einsatz, teilte die Umwelthilfe mit.

Uniper schreibt in den Antragsunterlagen für die wasserrechtliche Erlaubnis, dass ein Verzicht von Bioziden nicht möglich sei. Dazu führt das Unternehmen unter anderem die Bauweise des Terminalschiffes "Höegh Esperanza" und einen "hohen Bewuchsdruck" an dem Standort an.

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