Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Ukraine-Krieg ist auf dem Arbeitsmarkt noch nicht sichtbar

Die Frühjahrsbelebung sorgt für einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Oldenburger Münsterland. Allerdings ist die Personalnachfrage der Betriebe deutlich gesunken.

Artikel teilen:
Die positive Entwicklung hält an. Bei der Agentur für Arbeit Vechta haben sich im März weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Quote im Oldenburger Münsterland liegt mit 3,5 Prozent weiter deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.   Foto: Speckmann

Die positive Entwicklung hält an. Bei der Agentur für Arbeit Vechta haben sich im März weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Quote im Oldenburger Münsterland liegt mit 3,5 Prozent weiter deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.   Foto: Speckmann

Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt im Oldenburger Münsterland setzt sich fort. Wie die Agentur für Arbeit am Donnerstag mitteilt, ist die Zahl der Arbeitslosen im März weiter zurückgegangen. Sie liegt damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres und zudem unter dem Vor-Corona-Niveau. Die Folgen des Ukraine-Krieges sind derzeit am Arbeitsmarkt noch nicht sichtbar.

Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Punkte auf 3,5 Prozent gesunken. Auf Bundesebene ist die Quote um 0,2 Punkte auf 5,1 Prozent gefallen. Dass die Zahlen in dieser Jahreszeit zurückgehen, ist nicht ungewöhnlich. Die positive Entwicklung hat jedoch einen Haken. Nach Angaben der Agentur für Arbeit Vechta ist die hohe Dynamik der vergangenen Wochen ein wenig zurückgegangen.

"Die Betriebe meldeten weniger Stellen als im Februar und als im Vorjahr, was zum Teil auch an coronabedingten Ausfällen in den Personalbereichen sowie an wirtschaftlichen Verflechtungen zum ukrainischen oder russischen Markt liegen kann“, erläutert Geschäftsführerin Tina Heliosch die Hintergründe. Die Auswirkungen der Pandemie sind somit noch nicht vom Tisch.

Viele Unternehmen blicken aktuell mit sorgenvoller Miene auf den Ukraine-Krieg. Sie haben mit steigenden Energiepreisen zu kämpfen und fürchten Einschränkungen bei den Lieferketten. In den Arbeitslosenzahlen ist davon bislang offenbar nichts zu spüren. Es bleibt jedoch abzuwarten, in welchem Umfang sich die Entwicklung in den kommenden Monaten auf die Kurzarbeit niederschlägt.

Zahl der Flüchtlinge hat noch keine Auswirkungen

Die Zuwanderung von Geflüchteten aus der Ukraine wirkt sich ebenfalls noch nicht auf dem Arbeitsmarkt aus. „Hier gilt es zunächst humanitär zu helfen, den Menschen Schutz, eine Bleibe und das Nötigste für das Leben zur Verfügung zu stellen. Im nächsten Schritt spielt sicher auch die Integration in Arbeit eine wichtige Rolle. Hierbei unterstützen wir, wenn die Schutzsuchenden dafür bereit sind“, sagt Agenturchefin Heliosch.

Kurzer Blick auf die Zahlen: Mit insgesamt 6671 Personen waren im März bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und den Jobcentern Vechta und Cloppenburg 244 Arbeitslose weniger gemeldet als im Februar. Die Quote beträgt nun 3,5 Prozent, also 1 Prozent weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Im März 2020, also vor dem ersten Lockdown in der Corona-Pandemie, betrug die Quote noch 3,9 Prozent.

Ergänzend zur gesetzlich definierten Zahl der Arbeitslosen hat die Agentur wieder Angaben zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen neben den Arbeitslosen auch Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber zum Beispiel im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Unterm Strich waren somit im März insgesamt 8699 Menschen unterbeschäftigt Das sind 19,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

Bei der für die Arbeitslosenversicherung zuständigen Agentur für Arbeit Vechta sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 6,7 Prozent auf 2849 Personen. Hier waren 30,4 Prozent weniger Arbeitslose gemeldet als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Bei den für die Grundsicherung zuständigen Jobcentern im Oldenburger Münsterland sank die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat um 1,0 Prozent auf 3822 Personen.

Aufkommen der Kurzarbeit weiter rückläufig

Die Kurzarbeit trägt weiter zur Sicherung der Beschäftigung bei, wenngleich das Anzeigeaufkommen rückläufig ist. Die Zahl war im vergangenen Januar wegen der Pandemie in einzelnen Branchen gestiegen und dann seit Februar wieder zurückgegangen. Dieser Trend hält laut Agentur trotz der Auswirkungen des Ukraine-Krieges im März noch an: 29 Betriebe aus dem Oldenburger Münsterland zeigten für 228 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im Februar waren es 32 Betriebe für 285 Beschäftigte.

Die Personalnachfrage der Betriebe ist deutlich gesunken. Dem Arbeitgeberservice wurden im März insgesamt 592 neue Stellen zur Besetzung gemeldet. Das waren 16,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die neuen Jobs wurden primär im Bereich der Arbeitsvermittlung, des Baugewerbes sowie Einzelhandels gemeldet. Gegenüber März 2021 stieg der durchschnittliche Bestand an gemeldeten Stellen um satte 43,5 Prozent.


Die Zahlen im Detail:

  • Oldenburger Münsterland: Mit insgesamt 6671 Personen waren im März  244 Arbeitslose beziehungsweise 3,5 Prozent weniger gemeldet als im Februar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent, während sie im Vorjahr 4,5 Prozent betrug. Im Vergleich zum März 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 1823 beziehungsweise 21,5 Prozent.
  • Landkreis Vechta: Mit 2752 Personen waren im März 92 Arbeitslose oder 3,2 Prozent weniger gemeldet als im Februar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent, während sie im Vorjahr 4,8 Prozent betrug. Im Vergleich zum März 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 964 beziehungsweise 25,9 Prozent.
  • Landkreis Cloppenburg: Mit 3919 Personen waren im März 152 Arbeitslose beziehungsweise 3,7 Prozent weniger gemeldet als im Februar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent, während sie im Vorjahr 4,8 Prozent betrug. Im Vergleich zum März 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 859 beziehungsweise 18,0 Prozent.
  • Geschäftsbereich Cloppenburg: Mit 2372 Personen waren im März 36 Arbeitslose beziehungsweise 1,5 Prozent weniger gemeldet als im Februar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent, während sie im Vorjahr 4,4 Prozent betrug. Im Vergleich zum März 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 597 beziehungsweise 20,1 Prozent.
  • Geschäftsbereich Friesoythe: Mit 1547 Personen waren im März 116 Arbeitslose beziehungsweise 7,0 Prozent weniger gemeldet als im Februar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,4 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent, während sie im Vorjahr 5,7 Prozent betrug. Im Vergleich zum März 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 262 beziehungsweise 14,5 Prozent.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Ukraine-Krieg ist auf dem Arbeitsmarkt noch nicht sichtbar - OM online