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Treckerdemo in Garrel: Bauern fordern in höhere Fleischpreise

Rund 100 Landwirte haben sich vor dem Firmengelände der Goldschmaus-Gruppe in Garrel für bessere Fleischpreise eingesetzt. Sie kamen mit dem Geschäftsführer ins Gespräch.

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Lange Reihe: Im Konvoi waren die Trecker am Donnerstag auf der Industriestraße in Garrel unterwegs. Ihr Ziel: das Firmengelände der Firma Böseler Goldschmaus. Fotos: Schrimper

Lange Reihe: Im Konvoi waren die Trecker am Donnerstag auf der Industriestraße in Garrel unterwegs. Ihr Ziel: das Firmengelände der Firma Böseler Goldschmaus. Fotos: Schrimper

Mit einem Konvoi von rund 100 Traktoren hatten Landwirte aus der Region am Donnerstagvormittag eine eindrucksvolle Kulisse aufgeboten. Vor dem Firmengelände der Goldschmaus-Gruppe in Garrel verliehen sie damit ihrer Forderung nach höheren Preisen für Fleisch – und damit mehr Lohn für ihre Arbeit – Nachdruck.

Konkret ging es dabei unter dem Motto „Schluss mit lustig – Uns geht die Luft aus“ darum, eine Reaktion auf das in der vergangenen Woche abgegebene Forderungspapier einzuholen. Organisator war der Milchdialog, ein Bündnis mehrerer Bauernverbände. Neben Goldschmaus erhielten auch andere Verarbeitungsbetriebe sowie Schlachthöfe und Molkereien in der Region am Donnerstag Besuch von Landwirten.

Landwirt Stolle: "Die Bauern sterben langsam"

Jan-Bernd Stolle, Landwirt aus Großenkneten, machte stellvertretend für viele andere im Gespräch mit Goldschmaus-Geschäftsführer Josef Hempen seinem Unmut Luft. „Wir werden das nicht durchhalten auf Dauer“, mahnte er mit Blick auf die aktuellen Marktpreise für landwirtschaftliche Erzeugnisse. „Die Bauern sterben langsam.“ Stolle forderte einen Schulterschluss der Verarbeiter mit den Landwirten, um den Lebensmitteleinzelhandel zu höheren Preisen zu bewegen.

„Wir sind die falschen Ansprechpartner, wir sind Dienstleister. Wir können gar nichts machen“, wurde Josef Hempen deutlich. Man müsse „an die Politik ran“, um die Preisniveau auf dem Markt zu verbessern. Nur so könne man etwas erreichen.

Im Dialog: Goldschmaus-Geschäftsführer Josef Hempen (Zweiter von rechts) sprach mit den Landwirten.Im Dialog: Goldschmaus-Geschäftsführer Josef Hempen (Zweiter von rechts) sprach mit den Landwirten.

„Wir gehen diesmal nicht zur Politik, sondern zu unseren Verarbeitern – gerade weil wir kurzfristige Lösungen brauchen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Landwirte. „Uns steht das Wasser bis zum Hals“, betonte eine Teilnehmerin der Demonstration. Andere pflichteten ihr bei. Man fühle sich als Landwirt alleingelassen. Stolle wies zudem auf die „erhöhten Auflagen“ hin, die man als Landwirt in Deutschland zu erfüllen habe. „Was ist Plan B, wenn die deutschen Landwirte wegbrechen?“, fragte er.

Laut einer Pressemitteilung werden pro Liter Milch 15 Cent, pro Kilogramm Rindfleisch mindestens ein Euro, pro Kilo Schweinefleisch mindestens 50 Cent und pro Kilo Geflügel mindestens 20 Cent mehr gefordert. Der Preis für Schlachtschweine ist indes abermals gesunken – auf ein Rekordtief von 1,19 Euro pro Kilogramm. Das sei „beschämend und verantwortungslos“ kritisiert der Deutsche Bauernverband in einer Pressemitteilung.

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