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Tanja Gelhaus präsentiert "Pauli Design" jetzt in ihrem eigenen Laden in Garrel

Tanja Gelhaus aus Garrel hat sich trotz Pandemie mit ihrem Kreativlabel „Pauli Design“ selbstständig gemacht, erst mit einem Online-Shop, jetzt mit ihrem eigenen Laden.

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Stolz: Tanja Gelhaus ist mit ihrem Kreativlabel "Pauli Design" im August dieses Jahres in die Garreler Hauptstraße gezogen. Foto: Hoff

Stolz: Tanja Gelhaus ist mit ihrem Kreativlabel "Pauli Design" im August dieses Jahres in die Garreler Hauptstraße gezogen. Foto: Hoff

März 2020, der erste Lockdown überrollt Deutschland. Tanja Gelhaus bekommt die damit verbundenen Konsequenzen hart zu spüren, sie verliert ihren Job als Veranstaltungskauffrau in einer Oldenburger Indoor-Soccerhalle, muss zunächst Arbeitslosengeld beziehen. 20 Monate später steht sie in Garrel mit ihrem Kreativlabel "Pauli Design" in ihrem eigenen Laden und könnte glücklicher nicht sein. Und das völlig zu Recht. Ihr Start-up boomt, die Erfolgskurve geht steil nach oben. 

Ende August dieses Jahres feiert die 35-Jährige die Eröffnung ihres Geschäfts an der Hauptstraße. Nach drei Monaten kann sie ein erstes Fazit ziehen: "Es läuft", sagt sie bescheiden und strahlt dabei übers ganze Gesicht. Angefangen hatte alles zunächst deutlich kleiner: Knapp ein Jahr vertrieb die Garrelerin ihre selbst gestalteten und mit individuellen Namen oder originellen Sprüchen verzierten Gegenstände aller Art online. Der Erfolg überrollt sie nahezu, sie wagt den Schritt vom Nebengewerbe in die Hauptselbstständigkeit. "Irgendwann kam ich mit meinen Bestellungen kaum noch hinterher und sämtliche Räume in unserem Haus wurden mehr und mehr zum Lager umfunktioniert", erinnert sich Gelhaus. Zudem stellte sie zwei 450-Euro-Kräfte ein. Das war im November vergangenes Jahr. 

Immer mehr reift der Gedanke in Tanja Gelhaus, einen eigenen Laden zu eröffnen.

Im Dezember 2020 musste sie die erste Notbremse ziehen, ein Bestellstopp. "Das Weihnachtsgeschäft hat uns überrannt, nichts ging mehr." Sie habe teilweise bis spät in die Nacht arbeiten müssen und das mit zwei Kindern, mitten im Lockdown, dem Ware bedingtem Chaos zu Hause und einem Ehemann, der unter der Woche als Zimmermann auf Montage ist. Immer mehr reift der Gedanke in ihr, Büroräume anzumieten. 

Im Mai dieses Jahres entdeckt die 35-Jährige bei einem Spaziergang an der Hauptstraße leer stehende Räume mit integriertem Laden. Die Vorstellung, ihre Produkte nicht nur online, sondern auch dort mit direktem Kundenkontakt verkaufen zu können, gefällt ihr. Nach ersten Gesprächen mit dem Vermieter habe sie ihrem Mann den Mietpreis genannt. "Seine Reaktion? Und jetzt raus aus dem Haus", berichtet Gelhaus und lacht. Sicherlich habe sie sich im Vorfeld viele Gedanken gemacht, ob sie diesen Schritt gehen soll, aber das Bauchgefühl habe laut "Ja" geschrien. "Man wird nur eine gute Unternehmerin, wenn man sich traut und keine Angst hat", ist sich die Garrelerin sicher. Auch, wenn die Situation auf dem Land schwieriger sei und die Vorurteile größer seien. "Wenn Männer sich selbstständig machen und rund um die Uhr arbeiten, ist das kein Problem. Bei Frauen schon", kritisiert sie. 

"Ich möchte immer neue Produkte schaffen und dem Trend voraus sein."Tanja Gelhaus

Nach nunmehr drei Monaten sei es immer noch surreal, in ihrem eigenen Laden zu stehen. Heute beschäftigt sie zwei Mitarbeiterinnen in Teilzeit und zwei auf 450-Euro Basis. "Für mich ist das immer noch irre, weswegen ich nachts auch oft nicht schlafen kann, weil ich jetzt eine ganz andere Verantwortung habe. Ich muss plötzlich Gehälter zahlen." Trotzdem sagt sie: "Es war die absolut richtige Entscheidung, sowohl der Online-Shop als auch der Laden laufen gut." So gut, dass sie nun einen 14-tägigen Lieferstopp einrichten musste. "Zum einen können wir Bestellungen für Weihnachten nur noch bis Mitte Dezember annehmen und zum anderen müssen die Kunden aktuell 14 Tage auf ihre Ware warten. Anders geht's nicht", erklärt Gelhaus. "Wir kommen einfach nicht mehr hinterher."

Ein Grund, warum es 80 Prozent ihrer Designs noch nicht in den Online-Shop geschafft haben, obwohl das Sortiment stetig erweitert wird. "Natürlich spielt Zeit eine Rolle, aber ich bin auch sehr perfektionistisch." Zudem mache sie sich selber immer viel Druck: "Ich möchte dem Trend immer einen Schritt voraus sein", sagt die Mutter von zwei Töchtern, die keines ihrer Designs einkauft, sondern alles selbst erstellt. "Ich hab noch tausende Ideen", sagt sie. Anregungen kämen auch immer wieder von Kunden. Ihre Kreationen präsentiert sie deshalb auch regelmäßig auf ihrer Instagram-Seite "paulidesigngarrel". "Ich kann immer noch gar nicht glauben, dass mir dort mehr als 1500 Menschen folgen."

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