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Symbol: Dehoga schickt leere Töpfe an Politiker

Der Verband will mit der Aktion auf die bedrohliche Lage der Hotel- und Gastronomiebetriebe aufmerksam machen. Die Rücklagen seien trotz Hilfen aufgebraucht.

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Aktion: Der Dehoga möchte auf die bedrohliche Situation der Branche aufmerksam machen. Foto: Hermes

Aktion: Der Dehoga möchte auf die bedrohliche Situation der Branche aufmerksam machen. Foto: Hermes

Mit der Initiative "leere Kochtöpfe" möchten der Dehoga Niedersachsen und seine Nachwuchsorganisation auf die existenzgefährdende Situation im Hotel- und Gastgewerbe hinweisen. Auch die Bezirksverbände Weser-Ems und Ostfriesland unterstützen diese Initiative ausdrücklich.

"Die Stimmung ist unterirdisch, besonders seit wieder Urlaub auf Mallorca möglich ist", erklärt Bezirks-Geschäftsführerin Hildegard Kuhlen im Gespräch mit OM online. Zuvor habe es durchaus Verständnis für viele der Maßnahmen gegeben. Besonders stoße den Initatoren die Perspektivlosigkeit auf. "In vielen Beratungen kommt die Branche gar nicht mehr vor", kritisiert Kuhlen. Die Bundes-Notbremse sorge gerade in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta für keine großen Hoffnungen, die Inzidenzen sind seit Wochen hoch. 

Wie der Verband weiter mitteilt, sollen die niedersächsischen Landtags- und Bundestagsabgeordneten in der nächsten Woche einen leeren Kochtopf überreicht oder per Post zugeschickt bekommen. "Dieser leere Kochtopf symbolisiert in eindringlicher Weise die katastrophalen Zustände im Hotel- und Gaststättengewerbe", so die Organisatoren.

Gestapelte Stühle und geschlossene Schirme: Auch in der Außengastronomie ist in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta zurzeit nichts möglich. Foto: HermesGestapelte Stühle und geschlossene Schirme: Auch in der Außengastronomie ist in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta zurzeit nichts möglich. Foto: Hermes

Die Unternehmen benötigen dringend eine Unterstützung in Form einer Öffnungsstrategie und Beihilfe auf finanzieller Ebene, wie zum Beispiel einen bisher vergeblich geforderten Unternehmerlohn. Von den Überbrückungshilfen würden in erster Linie die Vertragspartner und Vermieter profitieren und nicht die Betriebsinhaber.

"Einige hatten seit einem Jahr keinen Lohn mehr", sagt Kuhlen. Oftmals werde auf Rücklagen oder die Altersvorsorge zurückgegriffen, in der Hoffnung, "dass man das irgendwann wieder reinarbeiten kann". In welcher Form es nach der Pandemie Gastronomie geben wird, bleibe abzuwarten.

Verband hofft auf schnelle Lösungen und gezielte Ideen

Keine Branche und kein Unternehmen könne über einen solch langen Zeitraum hinaus von Überbrückungen existieren. Fast jeder vierte Betrieb stehe vor der Aufgabe und rund zwei Millionen Mitarbeiter haben Angst um ihren Arbeitsplatz.

Der Verband bittet die Politik dringend um einen Weg aus der Krise. Eine „neue Normalität“ darf nicht ohne Gastronomie stattfinden. Man hoffe auf schnelle Lösungen, gezielte Ideen und Empathie für eine vom Aussterben bedrohte Branche.

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