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Super-Sommer spült Geld in die Kassen

Herausforderungen hat die Wasserwirtschaft in Zeiten von Dürren, Wachstum und begrenzten Förderrechten für die Trinkwasserversorgung genug. Jetzt kam für den OOWV noch ein Platzproblem dazu.

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Bilanz gezogen: OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht (links) und Verbandsvorsteher Sven Ambrosy mit dem aktuellen Geschäftsbericht. Sie schilderten die Herausforderungen, die die Wasserwirtschaft bewältigen muss.   Foto: Meister

Bilanz gezogen: OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht (links) und Verbandsvorsteher Sven Ambrosy mit dem aktuellen Geschäftsbericht. Sie schilderten die Herausforderungen, die die Wasserwirtschaft bewältigen muss.  Foto: Meister

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) musste einen Ort finden, der in Corona-Zeiten groß genug für sein wichtigstes Gremium, die Verbandsversammlung, ist. Die Lösung: Statt wie üblich in einem Tagungssaal in Wardenburg, traten rund 150 Delegierte in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg zusammen.

Schwierige Zeiten erlebten seit Beginn der Pandemie nicht nur Einzelhandel, Tourismus und Selbstständige. Auch die Branche der Ver- und Entsorger ging schnell in den Krisenmodus über, um die Grundversorgung zu sichern. „Es ist nicht auszumalen, wenn auch nur ein Wasserwerk wegen Personalausfällen vom Netz gegangen und tausende Haushalte ohne Wasser gewesen wären. Dann hätten die Menschen kein Klopapier gehamstert, sondern Getränkemärkte überrannt“, sagte Verbandsvorsteher Sven Ambrosy. Geschäftsführer Karsten Specht ergänzte: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich schnell in der Situation zurecht gefunden. Unsere Kunden konnten auch in der Krise auf unsere Leistung vertrauen.“

Personalengpässe in Wasserwerken hätten erhebliche Folgen

Welche Herausforderungen der OOWV bewältigen muss, zeigt der Geschäftsbericht für das Jahr 2019: Auf den Super-Sommer 2018 folgte ein weiteres Jahr mit Rekordabgaben der Wasserwerke. Dies spülte rund acht Millionen Euro mehr in die Kasse als erwartet. Ein Bilanzgewinn, der direkt wieder in die Netzinfrastruktur und Anlagen fließt oder der Tilgung von Darlehen dient. Der OOWV arbeite ohne Gewinnerzielungsabsicht und schütte keine Gewinne aus.

Die Kehrseite des steigenden Wasserbedarfs: Die Werke des OOWV laufen am Limit. Die Förderrechte sind weitgehend ausgeschöpft. Um mit dem Wachstum der Regionen Schritt halten und den Bedarf dauerhaft decken zu können, müsste ein zusätzliches Wasserwerk gebaut werden. „Doch dafür gibt es weder einen passenden Standort noch den öffentlichen Rückhalt. Sobald wir die Fühler ausstrecken, gibt es ­Widerstände oder Konflikte durch Sorge um die Umwelt oder andere wirtschaftliche Interessen wie die Öl- und Gasförderung. Auch die Genehmigungspraxis ist äußerst komplex und fast unmöglich“, so Karsten Specht.

Im Abwasserbereich ist weiterhin die Klärschlammentsorgung ein zentrales Thema. Die landwirtschaftliche Verwertung der Schlämme, die bei der Reinigung von Abwasser anfallen, steht vor dem Aus. Die Folge: Die Gesamtkosten für die Entsorgung sind im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,1 Millionen Euro gestiegen. Gemeinsam mit Hansewasser, EWE Wasser und swb plant der OOWV den Bau einer Monoverbrennungsanlage in Bremen. Die gemeinsam gegründete Gesellschaft trägt den Namen „Klärschlammentsorgung Nordwestdeutschland“. Ziel ist, sich aus dem Preisdiktat der wenigen vorhandenen Betreiber von Verbrennungsanlagen zu befreien.

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