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Steigende Arbeitslosenzahlen: Geflüchtete aus der Ukraine werden seit Juni von den Jobcentern betreut

Die Agentur für Arbeit in Vechta spricht von einem "Sondereffekt". Ohne diesen wäre die Arbeitslosigkeit im Oldenburger Münsterland leicht gesunken. Und: Es gibt noch viele freie Ausbildungsplätze.

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Symbolfoto: dpa

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Die deutschlandweite Entwicklung spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt im Oldenburger Münsterland wider: Die Arbeitslosenzahlen sind im Juni in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta gestiegen. Grund dafür ist eine Neuregelung beim behördlichen Umgang mit Geflüchteten aus der Ukraine. "Ursächlich für den Anstieg ist, dass sie seit dem 1. Juni Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem Sozialgesetzbuch II erhalten können und somit von den Jobcentern betreut werden", erklärt Tina Heliosch, Leiterin der Agentur für Arbeit Vechta, am Donnerstag.

Zuvor wurden sie nicht in der Arbeitslosenstatistik erfasst, weil sie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz von den Kommunen erhalten haben. "Der Zuwachs an Arbeitslosen im Juni betrifft ausschließlich die für die Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter", berichtet Heliosch. Wie die Agentur für Arbeit am Donnerstag mitteilt, wäre die Arbeitslosigkeit im Oldenburger Münsterland ohne diesen "Sondereffekt" jahreszeittypisch leicht gesunken.

Heliosch bezeichnet die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta als "stabil". Auf dem Ausbildungsmarkt sei die Lage aktuell "ausgesprochen gut". Die heiße Phase für angehende Azubis läuft bereits – und es sind laut Helioschs Angaben noch viele Ausbildungsplätze frei. "Noch Unentschlossene sollten die verbleibenden Wochen bis zum Ausbildungsbeginn für Betriebspraktika nutzen, um in verschiedene Berufsbereiche reinzu- schnuppern“, rät die Agenturchefin. Sie warb in diesem Zusammenhang für die Premiere der "Praktikumswoche" während der Sommerferien im Oldenburger Münsterland. "An 5 Tagen können so 5 Berufe in 5 Betrieben kennengelernt werden. Weiter können sich junge Menschen bei der Berufsberatung über freie Ausbildungsstellen und mögliche Alternativen beraten lassen", erklärt Heliosch. Weitere Informationen können hier online aufgerufen werden.

Die aktuellen Zahlen hier im Überblick

  • Oldenburger Münsterland: Mit 6817 Personen waren im Juni 568 Arbeitslose beziehungsweise 9,1 Prozent mehr gemeldet als im Mai. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent, während sie im Vorjahr 4,0 Prozent betrug. Im Vergleich zum Juni 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 870 beziehungsweise 11,3 Prozent. Im Vergleich zum Juni 2019 (vor Corona) ist die Arbeitslosenzahl um 436 beziehungsweise 6,8 Prozent gestiegen.
  • Landkreis Vechta: Mit 2845 Personen waren im Juni 248 Arbeitslose beziehungsweise 9,5 Prozent mehr gemeldet als im Mai. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent, während sie im Vorjahr 3,6 Prozent betrug. Im Vergleich zum Juni 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 398 beziehungsweise 12,3 Prozent.
  • Landkreis Cloppenburg: Mit 3972 Personen waren im Juni 320 Arbeitslose beziehungsweise 8,8 Prozent mehr gemeldet als im Mai. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent, während sie im Vorjahr 4,4 Prozent betrug. Im Vergleich zum Juni 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 472 beziehungsweise 10,6 Prozent.
  • Geschäftsstellenbereich Cloppenburg: Mit 2425 Personen waren im Juni 264 Arbeitslose beziehungsweise 12,2 Prozent mehr gemeldet als im Mai. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent, während sie im Vorjahr 4,0 Prozent betrug. Im Vergleich zum Juni 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 335 beziehungsweise 12,1 Prozent.
  • Geschäftsstellenbereich Friesoythe: Mit 1547 Personen waren im Juni 56 Arbeitslose beziehungsweise 3,8 Prozent mehr gemeldet als im Mai. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent, während sie im Vorjahr 5,2 Prozent betrug. Im Vergleich zum Juni 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 137 beziehungsweise 8,1 Prozent.

Die aktuelle Entwicklung bei der Kurzarbeit

Die Zahl neuer Anzeigen für Kurzarbeit bewegt sich laut aktuellen Angaben der Arbeitsagentur im Oldenburger Münsterland weiter auf niedrigem Niveau. Die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts und der Lieferkettenproblematiken bilden sich in den Anzeigen der Kurzarbeit in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta noch nicht sichtbar ab.
Im Juni zeigten 13 Betriebe aus dem Oldenburger Münsterland Kurzarbeit für 152 Beschäftigte neu an. Im Mai waren es 29 Betriebe für 825 Beschäftigte.

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