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"Start:Punkt" ist eröffnet: Die beiden OM-Gründerzentren nehmen ihre Arbeit auf

Zwei Standorte in Vechta und in Drantum – aber ein Ziel: Die Kreise Vechta und Cloppenburg wollen mit der Uni Vechta und den Standortkommunen Unternehmensgründer bereits früh unterstützen.

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Eröffnung der Dependance Vechta des OM-Gründerzentrums  "Start:Punkt" mit (von links) Präsident Professor Burghard Schmidt (Uni Vechta), Bürgermeister Kristian Kater (Vechta) und den Landräten Johann Wimberg (Cloppenburg) und Herbert Winkel (Vechta). Foto: Kühn

Eröffnung der Dependance Vechta des OM-Gründerzentrums  "Start:Punkt" mit (von links) Präsident Professor Burghard Schmidt (Uni Vechta), Bürgermeister Kristian Kater (Vechta) und den Landräten Johann Wimberg (Cloppenburg) und Herbert Winkel (Vechta). Foto: Kühn

"Wollen.Gründen.Wachsen." – Gründerinnen und Gründern von Unternehmen eine professionelle Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Geschäftsidee anbieten wird ab sofort das Gründerzentrum Oldenburg Münsterland (OM). In einer Doppelveranstaltung eröffneten die Landräte Herbert Winkel (Vechta) und Johann Wimberg (Cloppenburg)  mit Vechtas Universitätspräsident Professor Burghard Schmidt sowie Bürgermeister Kristian Kater (Vechta) gleich zwei Standorte von "Start:Punkt".

Mit dem Zentrum wolle man sich als "Gründerregion im Nordwesten" etablieren, so Winkel. "Es soll eine Adresse für alle Menschen aus den beiden Landkreisen werden, die Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Gründungsidee benötigen", fügte Wimberg hinzu. Mit Service und Beratung für Start-ups will sich das OM aber auch deutlich eigenständig gegenüber den Großstädten Oldenburg und Osnabrück zeigen.

Gründerzentrum hat Standorte in Vechta und in Drantum

Los mit der offiziellen Eröffnung ging es in Vechta, wo die Büros des Zentrums zunächst im Obergeschoss des Gebäudes Große Straße 97 eingerichtet werden, bevor im Herbst/Winter dieses Jahres in frisch sanierte Räume der Geschwister-Scholl-Oberschule in der Nähe des Universitätsgeländes umgezogen wird. Unmittelbar danach ging es in den ecopark in Emstek-Drantum, wo die zweite Dependance von "Start:Punkt"  im von der EWE nicht mehr genutzten "Zentrum Zukunft" seine Heimat gefunden hat. Noch vorbehaltlich eines Beschlusses des Verbandsausschusses könnte im markanten Gebäude auf Sicht auch die Geschäftsstelle des Gewerbeparks angesiedelt werden.

Vorstellung des Gründerzentrums im ecopark in Drantum: (von links) Universitätspräsident Professor Burghart Schmidt, Landrat Herbert Winkel (Vechta), Landrat Johann Wimberg (Cloppenburg) und Bürgermeister Kristian Kater (Vechta). Foto: Thomas VorwerkVorstellung des Gründerzentrums im ecopark in Drantum: (von links) Universitätspräsident Professor Burghart Schmidt, Landrat Herbert Winkel (Vechta), Landrat Johann Wimberg (Cloppenburg) und Bürgermeister Kristian Kater (Vechta). Foto: Thomas Vorwerk

Als eigentlicher Initiator der Gründungszentrumsidee gilt die Wirtschaftsförderung der Stadt Vechta. Dort waren entsprechende Pläne für die Installation einer örtlichen Anlaufstelle für potenzielle Unternehmensgründer bereits weit gediehen. Die Universität Vechta hatte sich parallel um Gelder aus dem Wettbewerb "Exist-Potenziale" des Bundeswirtschaftsministeriums beworben und Fördermittel erhalten. Über den Wettbewerb und die daraus entstehenden Beratungs- und Hilfsangebote will das Ministerium Gründungsideen aus der Studentenschaft fördern und dort, wo es möglich ist, eine "Start-up"-Kultur entwickeln. Rund eine Million Euro hat die Uni Vechta für die sächliche und vor allem die personelle Ausstattung ihres Gründungsservice erhalten.

Universität Vechta gründet für das Projekt "Trendi"

Die wissenschaftliche Leitung an der Uni haben die Professoren Jantje Halberstadt und Christoph Schank. Das Projekt ist auf 4 Jahre angelegt. Es sollte bereits 2019 starten, wurde pandemiebedingt aber verschoben. Uni-Präsident Professor Burghard Schmidt berichtete anlässlich der Eröffnung, dass bereits Personal mit unterschiedlicher Expertise eingestellt wurde. Die Universität hat für die Durchführung des Projektes "Trendi" (Transformation durch Entrepreneurship, Nachhaltigkeit und Digitalisierung) gegründet.

Das von der Universität zur Verfügung gestellte Personal bildet den Kern der Kooperation mit den beiden Landkreisen Vechta und Cloppenburg sowie der Stadt Vechta. Die Stadt Vechta saniert zurzeit leer stehende Räume an der Geschwister-Scholl-Oberschule. Dort werden neben Büro- und Besprechungsräumen auch Arbeitsmöglichkeiten im Rahmen des Modells "Co-Working-Space" bereit gestellt werden. Die Kreise übernehmen vor allem die Kosten für die Ausstattung und Miete der Räumlichkeiten sowie die Vermarktung von "Start:Punkt". Die Vermarktung wird der Verbund OM übernehmen.

"Start:Punkt ist offen für jeden mit einer guten Geschäftsidee."Professor Burghard Schmidt, Präsident der Uni Vechta

Den Partnern ist wichtig, dass sich das Angebot der Gründerzentren nicht allein an akademische Gründer richtet. "Start:Punkt ist offen für jeden mit einer guten Geschäftsidee", meinte Schmidt. Neben der Gründungskultur an der Hochschule sollen "ganz allgemein" für die Region gute Rahmenbedingungen für Start-ups geschaffen werden. Man werde keinen Interessenten ausschließen.

Domizil im Ecopark: Einige Umbauarbeiten sind in Drantum erforderlich, um auch kleinteiligere Büros für Gründer anzubieten. Foto: Thomas VorwerkDomizil im Ecopark: Einige Umbauarbeiten sind in Drantum erforderlich, um auch kleinteiligere Büros für Gründer anzubieten. Foto: Thomas Vorwerk

Wimberg will die beiden Standorte als eine gemeinsame Initiative im OM begriffen wissen. In diesem Rahmen sollen, so der Cloppenburger Landrat, auch die bereits vorhandenen örtlichen Strukturen einbezogen werden, die sich mit Existenzgründung beschäftigen – kommunale wie private. Er nannte hier beispielhaft den Gründerhof der Stadt Cloppenburg. Man wolle Zusammenarbeit, keine Abgrenzung, deshalb stünden alle Strukturen und Angebote der beiden Zentren auch den kreisangehörenden Kommunen zur Verfügung. Kreis-Wirtschaftsförderer Dirk Gehrmann (Cloppenburg) konkretisiert: "Die Gründungszentren sind ein Zusatzbaustein der Wirtschaftsförderung in beiden Landkreisen."

Existenzgründern soll früh geholfen werden

Die Mitarbeiter in Vechta und Drantum sollen vor allem mit zielgerichteten Informationsveranstaltungen und konkreter Unterstützung allen Existenzgründern unter die Arme greifen. Den so genannten "Inkubatoren" soll schon in einer frühen Phase ihrer Geschäftsgründung über ein Gesamtpaket ein individuelles Förderprogramm angeboten werden, in das zusätzlich die Wirtschaftsförderungen der Kreise sowie die in den Städten und Gemeinden des OM eingebunden sind.

Die Region verfüge über eine ausgeprägte Gründungstradition, betonte der Geschäftsführer des Verbundes Oldenburger Münsterland, Jan Kreienborg. "In Niedersachsen gehören die beiden Landkreise zu den Regionen mit den höchsten Firmengründungszahlen." Der Verbund, der für das Marketing von "Start:Punkt" zuständig ist, wird jetzt daran arbeiten, dass dieser auch "von außen sehr wahrgenommen wird".

Nach 4 Jahren Projektphase soll es weitergehen

Das Angebot, Existenzgründer von ihrer Idee bis zur Entwicklung eines Geschäftsmodells und letztlich der Gründung eines Unternehmens zu begleiten, soll durchaus über die jetzt zunächst ministeriell geförderten 4 Jahre Bestand haben, sagt Winkel. Zwar sieht Schmidt durchaus, dass sich die Uni um eine zeitliche Ausweitung von "Trendi" bewirbt, doch "Verlängerung" sei "nicht garantiert". Deshalb wären nach Ablauf der jetzigen Förderphase sicher auch "die beiden Landkreise gefragt".

Wimberg und Winkel sind sich einig, dass dem Projekt jetzt erst einmal die nötige Zeit gegeben werden muss. Winkel will aber prüfen, inwieweit "die örtliche Wirtschaft beteiligt werden, sich einbringen kann". Man werde sich auf jeden Fall Zeit für laufende und abschließende Evaluation nehmen, erklärt Wimberg. "Wir werden dann sehen, was gut gelaufen ist und was nicht. Hat das Projekt nicht die gute Entwicklung genommen, die wir uns alle erhoffen, dann sollte man auch den Mut haben, das zu sagen. Nötige Entscheidungen fällt dann die Kreispolitik. Jetzt aber blicken wir erst einmal alle nach vorne."

Pandemie bedingt ist ein Publikumsverkehr in den beiden Standorten von "Start:Punkt" derzeit nicht möglich. Alle Informationen zum Gründungszentrum Oldenburger Münsterland und die Kontaktmöglichkeiten finden sich im Internetauftritt des Projektes.

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