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SPD und CDU stimmen für Gasförderung vor Borkum

Erst war das Projekt unmöglich. Auf einmal geht alles ganz schnell. Was der Ukraine-Krieg mit der Gasförderung auf Borkum macht.

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Ändert ihre Pläne in Bezug auf Umweltschutz: Die Landesregierung ist für die Gasförderung vor Borkum. Foto: dpa/Schuldt

Ändert ihre Pläne in Bezug auf Umweltschutz: Die Landesregierung ist für die Gasförderung vor Borkum. Foto: dpa/Schuldt

Die Regierungsfraktionen von SPD und CDU haben sich im niedersächsischen Landtag für die Gasförderung vor der auch bei Touristen beliebten Nordseeinsel Borkum ausgesprochen. "Aus meiner Sicht gilt es, mit Blick auf die Energieversorgungssicherheit alle derzeit rechtlich möglichen und umsetzbaren Handlungsoptionen auszuschöpfen", sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Mittwoch in der Landtagsdebatte in Hannover. Der Schutz von Mensch und Umwelt bleibe dabei jedoch ein zentrales Anliegen. Althusmann zufolge umfasst das gesamte Gasfeld, an dem die Förderung stattfinden soll, bis zu 60 Milliarden Kubikmeter Gas.

Der Antrag von SPD und CDU sieht vor, dass die Förderung von Erdgas in der Nordsee unter hohen Auflagen ermöglicht werden soll, da Erdgas für die Erzeugung von Strom und Wärme sowie für die industrielle Nutzung "zunächst weiterhin unverzichtbar" sein werde. Die Landesregierung solle dabei jedoch, "auf die Einhaltung höchster Umweltstandards" bestehen. Außerdem sollten Investitionen in den Tourismus auf Borkum gefördert werden.

Projekt wird trotz Nähe zum Nationalpark Harz durchgeführt

Ablehnung kam von den Grünen. "Die geplante Erdgasförderung ist ein unkalkulierbares Risiko für das einzigartige und sensible Ökosystem des Wattenmeers. Das Vorhaben ist ein krasser Verstoß gegen die Klimaziele auf Kosten zukünftiger Generationen", sagte der Grünen-Abgeordnete Christian Meyer.

Noch im vergangenen Herbst hatte Niedersachsens Landesregierung die Gasförderung vor Borkum mit Verweis auf betroffene Schutzgebiete und Gefahren für den Nationalpark Wattenmeer strikt abgelehnt. Wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der Abhängigkeit von russischem Gas treiben SPD und CDU das Projekt nun jedoch voran.

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