Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Spargel braucht die Reibeprobe – Kalksandstein die Klopfprobe

Die erste Spargelwoche vom 2. bis zum 8. Mai im Oldenburger Münsterland wurde im "Hotel zur Post" in Holdorf mit einem Spargelessen  eröffnet. 170 Gäste kamen und genossen frischen Spargel.

Artikel teilen:
170 Gäste waren in das „Hotel zur Post“ in Holdorf gekommen, um mit einem leckeren Spargelessen die erste Spargelwoche im Oldenburger Münsterland (2. bis 8. Mai) zu eröffnen. Foto: Kühn

170 Gäste waren in das „Hotel zur Post“ in Holdorf gekommen, um mit einem leckeren Spargelessen die erste Spargelwoche im Oldenburger Münsterland (2. bis 8. Mai) zu eröffnen. Foto: Kühn

"Vom Feld frisch auf den Tisch – frischer Spargel aus dem OM" – unter diesem Motto steht die erste Spargelwoche in der Region vom 2. Mai (Montag) bis zum Muttertagsonntag, 8. Mai. Zum Auftakt der Saison für das königliche Gemüse, die natürlich besonders in den Küchen der heimischen Gastronomie ihren Widerhall findet, hatten am Montagabend die Dehoga-Verbände aus den beiden Kreisen Cloppenburg und Vechta eingeladen. Über 170 Gäste aus dem öffentlichen Leben, aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, kamen in Holdorf im "Hotel zur Post" zusammen. Dort servierten die Gastgeberin Kathrin Böckmann mit ihrem Partner Dirk Wenning und das Team des Restaurants den heimischen Spargel, zubereitet in vielerlei leckeren Variationen.

Erstmals wird eine Spargelwoche im Oldenburger Münsterland veranstaltet, die von Dehoga und dem Verbund Oldenburger Münsterland gemeinsam organisiert wird. Der Spargel wird dabei in 41 an der gemeinsamen Aktion teilnehmenden Restaurants in den Kreisen Vechta und Cloppenburg im Zentrum der lukullischen Genüsse stehen. Getrennt haben sich die Organisatoren vom bisherigen Konzept, das gemeinsame Spargelessen ausschließlich am Freitag vor Muttertag zu veranstalten. Die Gastgeber sind zudem frei in der Zubereitung ihrer Spargelgerichte. Liebhaber des edlen Gemüses werden also das Gemüse auf vielerlei Art genießen können. Einige Restaurants laden erneut ein zum "Wohnmobil-Dinner" oder es gibt den Spargel "to go".

Steinkamp begrüßt zur Eröffnung der Spargelsaison viele Gäste

Den Abend eröffnete Vechtas Dehoga-Vorsitzender Ulli Steinkamp. Er begrüßte neben dem Cloppenburger Führungsduo Meike Schlömer-Thomann und Rainer Haberland auch den Weser-Ems-Vorsitzenden Olaf Stamsen und die niedersächsische Dehoga-Vizepräsidentin Birgit Kolb-Binder. Der Vorsitzende hieß außerdem drei junge Damen vom Verein „Bühnentalente“ willkommen, die für die musikalische Begleitung des Abends sorgte. Steinkamp erinnerte an die schwierige Zeit für die Gastronomie in den zurückliegenden Coronajahren. Er erinnerte an die wichtige Rolle einer intakten gastronomischen Landschaft: „Ohne Gastgeber wäre das Leben in einer Gemeinde weniger lebenswert und nicht zu unterschätzen ist auch der hohe Wert für den Tourismus.“

Die 1996 „aus der Taufe gehobenen gemeinsamen Spargelevents“ seien ein großer Erfolg. In der Spitze habe man eine Beteiligung von 51 Betrieben verzeichnet, die an nur einem Abend über 7.000 Spargelessen serviert hätten. Mit der Spargelwoche wolle man an die gute Tradition „nach Corona wieder anknüpfen“ und dabei helfen, „den guten Ruf der Spargelregion OM zu erhalten“.

Als Nachfolger des Thüler Gastronomen und heutigen Ehrenvorsitzenden des Dehoga Weser-Ems Bernard Sieger, stufte der Wilhelmshavener Stamsen den Spargel augenzwinkernd ein als „lukullisches Ereignis“, das aus seiner Sicht allerdings nur als „Notnagel gelten könne, bis dann wieder der Grünkohl auf den Tisch“ kommt. In seiner kurzen Ansprache lobte er die Mitarbeiter in der Branche, die „auch in der Coronazeit zur Stange gehalten haben“. Er habe festgestellt, dass die Krise „uns sehr zusammengeschweißt hat“. Diesen Zusammenhalt werde man nun in neuen Schwung zum Wohl der Gäste umsetzen.

Der Empfang der Gäste fand im Garten des Hotels zur Post statt. Dort bot sich die erste Gelegenheit für angeregte Gespräche. Foto: KühnDer Empfang der Gäste fand im Garten des Hotels zur Post statt. Dort bot sich die erste Gelegenheit für angeregte Gespräche. Foto: Kühn

Grußworte sprach in Vertretung des verhinderten Holdorfer Bürgermeisters Dr. Wolfgang Krug dessen erster Stellvertreter und Ratsvorsitzender, Mario Stickfort. Er bilanzierte, dass „die Gastronomie in den vergangenen beiden Jahren durch ein langes Tal gegangen“ sei. Doch jetzt, direkt nach dem „Tag der Arbeit am 1. Mai“, sei er zu einem „weiteren Feiertag gekommen“ – dem der Spargelsaisoneröffnung in Holdorf. Auf den Spargelanbau rund um Holdorf sowie das Wasserwerk in Fladderlohausen anspielend, bezeichnete er das Gemüse „als die schönste Veredelung des Lorser Wassers“, die er sich vorstellen könne.

Der Geschäftsführer des Verbundes Oldenburger Münsterland, Jan Kreienborg, wies auf die Bedeutung des regionalen Spargels als Wirtschaftsfaktor und  Markenbotschafter hin. Foto: KühnDer Geschäftsführer des Verbundes Oldenburger Münsterland, Jan Kreienborg, wies auf die Bedeutung des regionalen Spargels als Wirtschaftsfaktor und  "Markenbotschafter" hin. Foto: Kühn

Nach der Vorführung eines neuen, kurzen Imagefilms über die Spargelregion OM, stellte der Geschäftsführer des Verbundes Oldenburger Münsterland, Jan Kreienborg, in Vertretung der Präsidenten des Verbundes, der beiden Landräte Johann Wimberg (Cloppenburg) und Tobias Gerdesmeyer (Vechta), in seiner Ansprache heraus, dass der Spargel nicht nur Anlass biete, ihn in geselliger Runde in der Region selbst zu genießen. Das Gemüse sei durchaus längst wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region, trage zur wirtschaftlichen Stärke der Region bei und sei ein „Markenbotschafter“. Er hob die Vorzüge des Gemüses hervor, das laut einer wissenschaftlichen Studie dank seiner Inhaltsstoffe nachgewiesen „glücklich“ mache. Es sei nun „wissenschaftlich fundiert erklärt, warum die Menschen hier so glücklich sind“, meinte er schmunzelnd.

Festredner des Abends war Dr. Hans-Georg Leuck. Der langjährige Geschäftsführer der Baustoffwerke Münster-Osnabrück referierte in amüsanter Weise über die Geschichte des Spargels. Nach mehr als 40 Jahren Geschäftsführertätigkeit in der Kalksandsteinfertigung deckte er auf, dass Kalksandstein und Spargel durchaus Gemeinsamkeiten haben. Damit beide produziert werden könnten, bedürfe es Sand. Deshalb gebe es auch immer dort, wo Kalksandsteinwerke ihre Produkte herstellen auch stets Spargelanbau. Rein äußerlich glichen sich Stein und Gemüse auch: „Beide sind weiß.“ Und wolle man die Qualität des Produktes akustisch prüfen, dann müsse man die Spargelstangen aneinander reiben. Quietsche er, dann sei er frisch. Ähnlich sei es mit den Steinen: Schlage man diese aneinander, höre man am Klang, ob der Stein fehlerfrei sei.

Dr. Leuck sieht Spargel als wichtiges Produkt der Region

Es folgte ein kurzer Abriss über die Geschichte und die Produktion des Spargels, der heute überwiegend als Gemüsespargel verkauft wird, der allerdings nur eine von 220 Unterarten des Asparagus sei. Leuck beschrieb auch die dem Gemüse zugedachten Eigenschaften. In der Vergangenheit wurden der Pflanze potenzsteigernde ebenso wie schwangerschaftsverhütende Eigenschaften zugeschrieben. Abgesehen von der Sichtweise der Altvorderen, stehe aber fest, lachte Leuck, dass „Spargel schmeckt“ und für die Region ohne Zweifel „ein wichtiges Produkt“ sei. Die gemeinsam veranstaltete Spargelwoche sieht Leuck als Ausweis der „Werte und Orientierungen“ in der Region, die er als aus dem Saarland Eingeheirateter gut beurteilen könne. Gemeinsames Handeln, das Netzwerken und die Innovationen – wie etwa die Spargelwoche – dafür steht aus seiner Sicht der „anpackende“ Menschenschlag vor Ort.

Beim Stichwort „Innovation“ wolle er nicht hintenanstehen, sagte Leuck. Er schlug vor, analog den Kohlfahrten in der Region die Saison des Spargels mit Fahrradtouren zu koppeln. Ein Vorschlag, den viele Gäste im Nachgang durchaus überlegenswert fanden. Von reichlich Applaus für seine Rede „nicht länger als die Garzeit von Spargel – so 15 bis 20 Minuten“ (Leuck) verließ der Redner das Podium.

Das Schlusswort kam Schlömer-Thomann und Haberland zu. Die beiden Gastronomen luden die anwesenden Gäste zur Auftaktveranstaltung des kommenden Jahres ein. Die Eröffnung der Spargelwoche wird im turnusgemäßen Wechsel 2023 in einem Restaurant im Landkreis Cloppenburg stattfinden. Die Örtlichkeit steht noch nicht fest.

Küche präsentierte eine kulinarische Spargel-Erlebnisreise

Ein besonderes Lob gab es zum Schluss für die ausgezeichnete Küche im „Hotel zur Post“. Die lukullische Erlebnisreise in Sachen Spargel war beim Empfang mit Fingerfood und Variationen aus grünem und weißem Spargel eröffnet worden. Am Tisch wurde eine Spargelcremesuppe serviert. Am Buffet konnte das königliche Gemüse gekocht, aus der Pfanne oder im Ofen überbacken mit Waller aus dem Artland, Schnitzelchen, Schweinefilet oder Hähnchen-Saltimbocca ergänzt werden. Puristen griffen zum Kernschinken oder Gewürzbackschinken, zur zerlassenen Butter oder Sauce Hollandaise. Beim Dessert spielte dann natürlich die Erdbeere – kongenialer Genusspartner des Spargels – in süßen Variationen die Hauptrolle.

Die an der Spargelwoche teilnehmenden Restaurants und ihre Aktivitäten sind in einem Flyer verzeichnet, der an vielen Stellen öffentlich ausliegt. Über die Aktivitäten und Teilnehmer gibt auch eine Internetseite Auskunft. Einige Gastgeber beteiligen sich auch am Gewinnspiel zur OM-Spargelwoche, in dem attraktive Preise ausgelobt sind. Unterstützt wird die Spargelwoche von der Öffentlichen Versicherung Oldenburg, dem ELO, dem Fahrradhersteller Kalkhoff sowie OM-Medien mit Münsterländischer Tageszeitung und Oldenburgischer Volkszeitung.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Spargel braucht die Reibeprobe – Kalksandstein die Klopfprobe - OM online