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So lief die erste Workshop-Runde des Gründerprogramms

5 angehende Existenzgründer nahmen an den drei Videokonferenzen teil. Sie erhielten viel Input für ihren Weg von der fixen Idee zum marktreifen Geschäftsmodell.

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Neue Läden, neues Leben: Seit Anfang des Jahres läuft das Lohner Gründerprogramm, mit dem die Leerstände in der Innenstadt reduziert und der Branchenmix erhöht werden soll. Ob das funktioniert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Foto: Timphaus

Neue Läden, neues Leben: Seit Anfang des Jahres läuft das Lohner Gründerprogramm, mit dem die Leerstände in der Innenstadt reduziert und der Branchenmix erhöht werden soll. Ob das funktioniert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Foto: Timphaus

Eine Menge Rüstzeug für den erfolgreichen Aufbau einer Firma haben in den vergangenen Tagen 5 angehende Existenzgründer erhalten. Die künftigen Start-up-Unternehmer nahmen an der ersten Runde der Gründerworkshops teil, die die Stadt in Kooperation mit dem "Exist"-Projekt der Universität Vechta ausrichtet. Das Angebot ist Teil des neuen Lohner Gründerprogramms, das am 1. Januar 2021 startete.

Im ersten Workshop drehte sich alles um die Generierung von Ideen. Im zweiten Teil ging es um das Konzept. Abschließend erhielten die Teilnehmer eine erste Einführung in unterschiedliche Bereiche der Business- und Finanzplanung.

Anne Nußwaldt, Wirtschaftsförderin der Stadt und Koordinatorin des Gründerprogramms, zieht nach dem ersten Durchgang der 3 Workshops, die aufgrund der Corona-Pandemie in digitaler Form stattfanden, eine positive Bilanz. "Es war intensiv und hat den Gründungswilligen viel gebracht." Sie lobt die Referenten der Universität, die sehr gut vorbereitet gewesen seien und sich im Vorfeld bereits mit den Ideen der Teilnehmer auseinandergesetzt hatten.

Lohnes Wirtschaftsförderin: Anne Nußwaldt. Foto: TombrägelLohnes Wirtschaftsförderin: Anne Nußwaldt. Foto: Tombrägel

Die Idee des Gründerprogramms ist es, dass frische Ideen neues Leben in die Innenstadt bringen sollen. Die Stadt stellt dafür in den Jahren 2021 und 2022 jeweils 50.000 Euro zur Verfügung. Eine Jury prämiert innovative und marktfähige Konzepte, die voraussichtlich die Innenstadt beleben. Die Prämie liegt bei mindestens 2.500 und höchstens 10.000 Euro. Der erste Bewerbungsschluss ist Ostermontag (5. April).

Nach Angaben von Nußwaldt seien für die erste Prämierungsrunde des städtischen Gründerprogramms bisher 4 Bewerbungen eingegangen. "Es gibt außerdem weitere Interessenten, die eine Bewerbung erwägen", sagt sie. Nußwaldt gibt an, dass angesichts der Corona-Pandemie eine gewisse Zurückhaltung spürbar sei. "Das Gründerprogramm braucht sicherlich Zeit, um sich zu etablieren."

Erst Ideenschmiede, dann Futter für den Kopf

Der Verlauf der Gründerworkshops stimmt die Wirtschaftsförderin aber optimistisch. Mit der Teilnehmerzahl sei sie voll zufrieden. "Wir haben jedes Mal die Zeit überzogen", sagt sie mit Blick auf den intensiven Austausch auch zwischen den Gründern. "Alle haben sich mit viel Engagement eingebracht."

Nußwaldt berichtet, dass die Teilnehmer sich in unterschiedlichen Phasen ihrer Gründung befänden. Während bei den ersten beiden Workshops deshalb das Brainstorming und die "Ideenschmiede" im Vordergrund gestanden habe, sei das letzte Onlinetreffen "viel Grundlagenarbeit" gewesen. "Das war schon eine Menge Futter für den Kopf."

Die Referenten der Universität, Arne Ortland, Christina Nimz und Dr. Melanie Frieling, leiteten die Kurse mit einem Fragenkatalog an. "Die Ergebnisse werden verschriftlicht und jedem Teilnehmer zur Verfügung gestellt", sagt Nußwaldt.

Aus dem Exist-Projekt heraus entstanden: Professorin Dr. Jantje Halberstadt, Professor Dr. Christoph Schank (rechts) und Maik Fischer leiten den Start-up-Service der Universität Vechta. Foto: Uni VechtaAus dem "Exist"-Projekt heraus entstanden: Professorin Dr. Jantje Halberstadt, Professor Dr. Christoph Schank (rechts) und Maik Fischer leiten den Start-up-Service der Universität Vechta. Foto: Uni Vechta

Universität hat Start-up-Service gestartet

Laut Maik Fischer, Diplom-Ökonom und einer von 3 Projektleitern des „Exist“-Projekts, hatte die Universität im Mai des vergangenen Jahres einen Start-up-Service namens „TrENDi“ gestartet. „TrENDi steht für Transformation durch Entrepreneurship, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.“ Ein 7-köpfiges Team berate gründungsinteressierte Hochschulangehörige und entwickle Lehrformate zum Thema Neugründung.

Er gibt das Feedback der Referenten weiter: "Die Teilnehmer hatten sehr unterschiedliche Ideen und Persönlichkeiten." Es sei spannend gewesen, den gegenseitigen Austausch und die offene und ehrliche Gesprächsatmosphäre zu erleben. "Das war in dieser Runde ein absoluter Glücksgriff", formuliert es Fischer. Er dankt Nußwaldt für die exzellente Vorbereitung. "Wir freuen uns schon auf den nächsten Workshop in Lohne."

Angehende Existenzgründer äußern sich positiv

Zu Wort kommen auch 3 angehende Existenzgründer. Das Trio möchte in der aktuellen Phase nicht namentlich in der Zeitung erscheinen, ist aber bereit, über seine Eindrücke aus den Workshops zu berichten.

Ein Lohner, der sich im Bereich Dienstleistungen selbstständig machen möchte, wollte die Workshops vor allem zum Netzwerken nutzen. "Mir ging es darum, mich mit anderen Gründerinnen und Gründern auszutauschen." Auch habe er die beiden Kurse, an denen er teilnahm, als "Teststrecke" für seinen Vorschlag genutzt. "Ich wollte erfahren, wie meine Idee ankommt. Das hat mir absolut etwas gebracht."

An allen 3 Workshops nahm eine Lohnerin teil, die bereits im Nebengewerbe selbstständig ist und erwägt, ein Ladenlokal mit handgemachter, personalisierter Babyausstattung zu eröffnen. Sie berichtet von "sehr positiven" Eindrücken und Erfahrungen. "Es war eine offene Runde mit sehr persönlicher Beratung." Die Experten der Uni Vechta, von denen sie sich vor allem mehr Informationen zum Business Model Canvas erhofft hatte, seien sehr gut vorbereitet gewesen, berichtet die Frau. "Mir war es zudem wichtig, einmal eine Rückmeldung von Fremden zu meinem Geschäftsmodell zu erhalten." Auch das Brainstorming sei erfreulich verlaufen.

Der Dritte im Bunde, ebenfalls ein Lohner, möchte einen Laden für asiatische Lebensmittel eröffnen. Er lobt die Expertise, die während der Workshops bereitgestellt wurde. "Mir ging es vor allem um Details zum Aufbau eines Businessplans und der Finanzplanung", sagt er. Auch hinsichtlich der Vermarktung seines Geschäftsmodells und dem Unique Selling Point, dem Alleinstellungsmerkmal seiner Idee, habe die Teilnahme viele Erkenntnisse erbracht.

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