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Sie wollen Stromproduzenten helfen – und sich selbst bei der Versorgungssicherheit

Der Ukraine-Krieg hat die Bedeutung zuverlässiger Energielieferungen vor Augen geführt. Heinz Rolfes und Wilfried Gravel wollen Betreibern entsprechender Anlagen eine Stütze sein.

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Dr. Heinz Rolfes (rechts) und Energieberater Wilfried Gravel wollen mit ihrer neuen Firma IZE Betreibern helfen, die neue Datenübermittlungs-Vorschrift für Strom aus erneuerbaren Energien zu erfüllen. Foto: Siemer

Dr. Heinz Rolfes (rechts) und Energieberater Wilfried Gravel wollen mit ihrer neuen Firma IZE Betreibern helfen, die neue Datenübermittlungs-Vorschrift für Strom aus erneuerbaren Energien zu erfüllen. Foto: Siemer

Sperriges Thema, schwieriger Name: „Redispatch2.0“. Wer diesen seltsamen Anglizismus noch nie gehört hat und sich darunter nichts vorstellen kann, dem geht es wie dem Autor dieser Zeilen vor den Gesprächen mit den Experten der neuen „Ingenieurgesellschaft zur Zertifizierung von Energieanlagen“ (IZE). Da diese Thematik, die sich auch um die Versorgungssicherheit von Strom aus erneuerbaren Energien wie Windenergie, Biogas und Photovoltaik dreht, aber mittlerweile eine der zentralen Fragen der Energiewende ist, rücken die Lösungen wichtiger Fragen mittlerweile immer mehr für die Betroffenen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Versorgungssicherheit und Planbarkeit als Themen

„Wir helfen den Betreibern und damit uns allen bei der inzwischen zentralen Frage der Versorgungssicherheit“, erläutern Dr. Ing. Heinz Rolfes als IZE-Geschäftsführer der Gesellschaft sowie Energieexperte Wilfried Gravel. Die Gesellschaft ist übrigens passenderweise im Schatten von Windmühlen und unmittelbar neben einer Photovoltaikanlage im Werlter Industriegebiet gegründet worden. Durch die Energiewende hätten der Bereich der Versorgungssicherheit und damit die Netzstabilität eine noch größere Bedeutung erlangt, so Gravel.

Denn anders als früher mit vergleichsweise wenigen großen Anlagen, wie Kernkraftreaktoren und Kohlekraftwerken, als Lieferanten der Grundlast habe sich die Zahl der Stromproduzenten vervielfacht und wachse gleichzeitig die Abhängigkeit von Wind und Sonne als nicht zuverlässige Faktoren der Stromerzeugung. Daher komme der Planbarkeit von Energieerzeugung eine zentrale Bedeutung zu, so Dr. Rolfes. Notwendig geworden sei die Arbeit des Duos und ihres Teams, deren Arbeit sich auch sonst um Strom und die Arbeit und das Werben für die Energiewende dreht, durch eine neue Verordnung der Bundesnetzagentur als zuständiger Behörde unter dem Begriff „Redispatch 2.0“ im vergangenen Herbst. Sie muss von den Betreibern aller größeren Anlagen erfüllt werden, in denen Strom aus Wind, Biomasse und mithilfe von Sonnenkollektoren erzeugt wird. Die Verantwortlichen müssen den Stromnetzbetreibern, in dieser Region der EWE, alle wichtigen Daten ihrer Anlagen, zu Leistung, Wartungsfenstern oder Ausfällen übermitteln.

Verordnung gilt eigentlich schon seit Herbst 2021

Die Verordnung gilt eigentlich schon seit Herbst 2021. Doch aufgrund der Komplexität und der vielen technischen Details ist die Umsetzung auf dieses Frühjahr verschoben worden. „Viele Anlagenbetreiber sind verständlicherweise überfordert. Daher haben wir uns entschlossen, diese Aufgabe anzubieten“, erläutert Dr. Rolfes. Ein weiterer zentraler Punkt, der bei den Produzenten auf Probleme stößt, ist die eingeforderte Datensicherheit. Denn die Stromproduktion sei Kern der kritischen Infrastruktur, die vor Erpressern und Cyberattacken in zwischenstaatlichen Spannungsfällen, wie zum Beispiel zur Zeit dem Ukraine-Krieg, geschützt werden müsse.

Für die Kommunikation sei ein streng formaler Ablauf notwendig, der nur auf komplex verschlüsselten und geschützten Datenwegen vorgenommen werden dürfe, so Gravel. Die Untergrenze, ab der die Vorschriften gelten, liege bei 100 Kilowatt Leistung der Anlage, erläutert Gravel, der auch als Energieberater arbeitet. Damit sind die meisten Biogasanlagen und alle Windmühlen betroffen, hier hat jede einzelne mittlerweile eine Leistung von 3 Megawatt, sowie auch alle größeren Sonnenkollektorflächen ab 600 Quadratmetern.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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