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Sense symbolisiert Gilde und Gewerbe

Die Sense stand im Mittelalter für den wirtschaftlichen Erfolg in Friesoythe. Künftig rahmt sie stilvoll Angebote und Infos ein und erinnert gleichermaßen an die Geschichte der Gilde und des Gewerbes.

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Stellen den Prototypen vor: Schmiedemeister Alfred Bullermann (links) und Frank Hanneken als Initiator und HGV-Vorstandsmitglied. Technische Feinheiten fehlen noch.     Foto: Wimberg

Stellen den Prototypen vor: Schmiedemeister Alfred Bullermann (links) und Frank Hanneken als Initiator und HGV-Vorstandsmitglied. Technische Feinheiten fehlen noch.     Foto: Wimberg

Eine Sense zu schmieden, gehörte zur gehobenen Disziplin. „Wer das beherrschte, verstand sein Handwerk“, sagt Schmiedemeister Alfred Bullermann. Doch alleine schmieden konnte man das Werkzeug nicht. Es brauchte viele schnelle Schläge auf dem Blatt, das schnell abkühlt.

Somit waren es im Friesoyther Stadtgebiet nicht nur die in Geschichtsbüchern zitierten 19 Schmiedemeister, sondern auch jede Menge Gesellen und Helfer, die sich im späten Mittelalter mit der Technik auskannten und neben den zahlreichen Sensen auch Sicheln und Beile produzierten und für den wirtschaftlichen Erfolg sorgten.

Aufgrund der hohen Qualität waren die Werkzeuge begehrt und wurden nicht nur in die Region geliefert, sondern auch in benachbarte Länder exportiert. „Eine hoch interessante Geschichte“, weiß der Diplom-Designer, für den der Blick zurück nun die Grundlage für ein modernes Projekt lieferte.

Kaufleute setzen auf Gemeinschaft und Imagepflege

Im Mittelpunkt die Sense, die den Rahmen für den neuen „Kundenstopper“ des Handels- und Gewerbevereins (HGV) bildet. Die Idee: Mit einem einheitlichen Auftritt in Form von einheitlichen Aufstellern „schaffen die Kaufleute einen optischen Anreiz und setzen auf Gemeinschaft und Imagepflege“, betonte Initiator und zweiter Vorsitzender Frank Hanneken. Somit werde der Kunde bei seiner Shoppingtour nicht von einem Sammelsurium an Werbetafeln begleitet, sondern würde, abgesehen vom ausgehängten Angebot, im wahrsten Sinne auch vom Ständer als etwas Besonderes gestoppt. „Er soll neugierig machen und durch seine Individualität nicht zuletzt eine Identifikation zur lebendigen Eisenstadt vermitteln“, so Hanneken.

Am Prototypen für eine Kleinserie wird zurzeit gearbeitet. Technische Details sind noch abzustimmen, sodass der Aufsteller nicht nur mit dynamischen Formen überzeugt, sondern auch durch eine einfache Handhabe und Standfestigkeit. Zwar soll er einen eisernen Charakter haben, aber für einen praktikablen Transport wird er aus Aluminium gefertigt. Schnelle Schläge von mindestens zwei Schmieden sind für die Sensenblätter auch nicht erforderlich, sie werden einschließlich des Schriftzuges mit modernster Lasertechnik gefertigt. Schließlich soll der Blick nur geschichtlich zurückgehen, aber nicht handwerklich.

Dynamische Formen per Lasertechnik produziert

In Friesoythe wurde seit dem Mittelalter Eisen aus dem reichlich vorhandenen Raseneisenerz und Schwarztorf gewonnen und in Säulenöfen aus Lehm verhüttet. Die von der Schmiedegilde hergestellten Sensen, Sicheln und Beile zeichneten sich neben ihrer Qualität auch durch ein eigenes Gütezeichen aus. Dem Sensenschmied wurde an der Lange Straße ein Denkmal gesetzt.

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