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Scutelnicu ist ein außergewöhnlicher Gärtner

Petru-Claudiu Scutelnicu ist Mitarbeiter der Firma Honkomp in Steinfeld. Das  Projekt ValiKom hat ihm ermöglicht, seine Berufskompetenz außerhalb des formalen Bildungssystems zu zertifizieren.

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Zertifikatsübergabe: Frauke Schwiderrek (LWK, links) und Carolin Brinkhoff (Honkomp Garten- und Landschaftsbau GmbH) händigen ihrem neuen Gärtner für Garten- und Landschaftsbau die Urkunde aus. Foto: Honkomp

Zertifikatsübergabe: Frauke Schwiderrek (LWK, links) und Carolin Brinkhoff (Honkomp Garten- und Landschaftsbau GmbH) händigen ihrem neuen Gärtner für Garten- und Landschaftsbau die Urkunde aus. Foto: Honkomp

Dank des ValiKom-Verbundsprojekts darf sich Petru-Claudiu Scutelnicu fortan als Gärtner für Garten- und Landschaftsbau bezeichnen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, hat der Mitarbeiter der Firma Honkomp Garten- und Landschaftsbau das Validierungsverfahren durchlaufen.

Das Projekt aus 13 Handwerks-, 17 Industrie- und Handels- sowie zwei Landwirtschaftskammern ermöglicht Teilnehmern, außerhalb des formalen Bildungssystems erworbene Berufskompetenzen zu bewerten und zu zertifizieren, sodass sie als gleichwertig gegenüber einer herkömmlichen Ausbildung stehen. Das sei insbesondere Petru-Claudiu Scutelnicu zugute gekommen.

Laut Mitteilung des Unternehmens ist er vor fünf Jahren aus Rumänien mit seiner Familie nach Deutschland gekommen. Sein Vater sei bereits vorher in Deutschland gewesen und hatte Arbeit bei der Firma Honkomp Garten- und Landschaftsbau in Steinfeld gefunden. Seit 2016 arbeitet Scutelnicu auch dort, zunächst als Helfer. „Für die Ausbildung zum Gärtner Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau reichten leider Claudius Sprachkenntnisse noch nicht aus“, wird Carolin Brinkhoff von der Firma Honkomp zitiert. Über ein Ausbilder-Rundschreiben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen habe Carolin Brinkhoff von dem Projekt ValiKom Transfer erfahren.

Validierungsverfahren wird in Deutsch durchgeführt

„Mit ValiKom konnten wir ihm die Möglichkeit geben, zu zeigen, was er kann und ihn motivieren, einen Berufsabschluss anzustreben.“ Das Validierungsverfahren werde in Deutsch durchgeführt, aber es gebe keine schriftliche Prüfung. So habe Petru-Claudiu Scutelnicu seine non-formal erworbenen Kompetenzen im September bei einer praktischen Bewertung einem Berufsexperten und den Projektmitarbeiterinnen der Landwirtschaftskammer zeigen können.

Nun sei es ihm möglich, durch das ValiKom-Zertifikat der Landwirtschaftskammer sein Können auch nachzuweisen: „Ich weiß, was ich kann und kann das jetzt mit dem Zertifikat zeigen“, wird Petru-Claudiu Scutelnicu zitiert. So habe Petru-Claudiu Scutelnicu ein Zertifikat über eine teilweise Gleichwertigkeit im Beruf Gärtner – Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau für die Tätigkeitsfelder erlangt, in denen er bei Honkomp selbstständig tätig sei. Er habe nun die Möglichkeit, im Rahmen des Projekts nach einer vom BIBB geförderten Anpassungsqualifizierung einen Folgeantrag zu stellen und sich weitere Tätigkeitsbereiche validieren zu lassen. Petru-Claudiu Scutelnicu möchte sich gerne weiter fortbilden: „Ich möchte immer höher gehen.“ Die Unterstützung von seinem Betrieb habe er.

In Deutschland arbeiten 21 Millionen Menschen in einem Beruf, den sie nicht gelernt haben oder die gar keinen Berufsabschluss vorweisen könnten. Mit dem Projekt ValiKom Transfer könnten sie sich ihre Berufserfahrungen zertifizieren lassen. Teilnahmevoraussetzung sind laut Mail ein Alter von mindestens 25 Jahren sowie berufsspezifische Erfahrungen. Um die beruflichen Kompetenzen bescheinigen zu können, würden die beruflichen Tätigkeiten mit denen des passenden Ausbildungsberufs verglichen.

Spezielle Tätigkeitsbereiche

In einer praktischen Arbeitssituation zeigen die teilnehmenden Berufsexperten und Kammerberater ihr Können. Werde eine „volle Gleichwertigkeit“ angestrebt, müssten alle Tätigkeitsbereiche des Berufes positiv bewertet werden. Einige Teilnehmer seien auf Tätigkeitsbereiche des Berufes spezialisiert, sie könnten sich auch nur diese bewerten lassen und erhielten dann bei Erfolg eine „teilweise Gleichwertigkeit“ zum Ausbildungsberuf.

  • Info: Die Beraterinnen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen geben Ihnen gerne Auskunft: Frauke Schwiderrek, frauke.schwiderrek@lwk-niedersachsen, 05121/748911 oder Dorothee Peiper, dorothee.Peiper@lwk-niedersachsen, 04141/519822.

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