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"Schwuppdiwupp hatten wir einen Plan"

Der gelernte Werbetechniker David Render wagte mit 23 Jahren den Schritt vom Angestellten zum Unternehmer. Aufträge, so sagt er, habe er vom ersten Tag an gehabt.

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Große Auswahl: Mehrere hundert Farbtöne stehen David Render für die Folierung eines Autos zur Verfügung. Für einen SUV würde er allerdings nicht unbedingt zum knalligen Orange raten.  Foto: Heiner Stix

Große Auswahl: Mehrere hundert Farbtöne stehen David Render für die Folierung eines Autos zur Verfügung. Für einen SUV würde er allerdings nicht unbedingt zum knalligen Orange raten. Foto: Heiner Stix

Anfangs war David Renders Vater noch skeptisch. „Er hatte Angst, dass ich dafür noch zu jung bin“, erzählt David Render, der sich mit 23 Jahren selbstständig machte. „Aber selbstständig zu sein, war irgendwie schon immer mein Wunsch.“

Wie so oft entwickelte sich der Schritt vom Angestellten zum Unternehmer auch bei Render aus der beruflichen Tätigkeit als Angestellter und ersten Aufträgen aus dem Freundeskreis, die er nach Feierabend bearbeitete. „Ich bin gelernter Werbetechniker und habe über die Fahrzeugbeschriftung zu Werbezwecken die Vollfolierung entdeckt“, erzählt Render. „Es macht mir Spaß, aus Autos mehr rauszuholen.“

Die Ersparnisse reichten für die erforderlichen Investitionen aus

Trotz aller Skepsis beschäftigte sich auch Davids Vater mit dem Thema Fahrzeugbeklebung. Ein Autohändler bestätigte ihm, dass es dafür durchaus einen Markt gebe und brachte auch gleich eine leer stehende Halle auf seinem Gelände ins Gespräch. „Und Schwuppdiwupp hatten wir einen Plan“, sagt Render.

Einen Businessplan, um genau zu sein, denn Render wollte bei dem Schritt in die Selbstständigkeit nichts dem Zufall überlassen. Dabei stellte sich heraus, dass die eigenen Ersparnisse für die notwendigen Investitionen – Büroeinrichtung, Grafik-PC, Schneideplotter und den großen Schneidetisch – ausreichen würden. „Mein Vater hat mir immer eingebläut, schön was zurückzulegen“, erzählt der Jung-
unternehmer. Das habe sich ausgezahlt.

Am 1. Juni 2018 hat Render sein Gewerbe angemeldet, zum 1. Juli sollte es losgehen. „Den Monat dazwischen habe ich für die Anschaffungen und vor allem für die Kundenakquise genutzt“, erinnert er sich. Diese Arbeit hat ihn in seiner Entscheidung bestätigt: „Ich hatte vom ersten Tag an Aufträge“, sagt er.

Derzeit sind matte Grautöne bei den Kunden sehr beliebt

Mehrere hundert Farbtöne stehen ihm für die Vollverklebung eines Fahrzeugs zur Auswahl. „Viele Kunden wissen aber ganz genau, welche Farbe sie wollen“, hat Render festgestellt. „Manchmal passt zum Beispiel beim Gebraucht- oder Neuwagenkauf alles bis auf die Farbe“, erläutert er. „Da kommen die Leute dann nach dem Kauf zu mir, um das Fahrzeug sozusagen zu optimieren.“

Oft spielt aber auch einfach der sich wandelnde Geschmack eine Rolle. „Manche Kunden wollen ihr zwei Jahre altes Auto den aktuellen Farben anpassen“, erzählt er. Derzeit sei ein mattes Grau in verschiedenen Abstufungen sehr beliebt. Andere wiederum wollen ein Auto, das auffällt. So hat der inzwischen 25-Jährige beispielsweise einem US-Geländewagen ein Tarnfleckmuster verpasst.

Aber natürlich passe nicht jede Farbe zu jedem Fahrzeug, betont Render. Bei einem Sportwagen gehe eigentlich alles, bei einem SUV hingegen würde er nicht unbedingt Orange vorschlagen – macht für das Foto dann aber doch eine Ausnahme.

"Das Schneiden habe ich mit aufgeblasenen Luftballons geübt."David Render, Unternehmer

Rund drei bis vier Stunden braucht Render, um die durchschnittlich 20 Quadratmeter Folie zu verkleben. Der Folienzuschnitt erfolgt dabei entlang der Bauteilkanten. Bei Tür- und Kofferraumschwellern allerdings muss der Schnitt auf dem Metall angesetzt werden. Render beherrscht die Kunst, dabei keine Spuren im Lack zu hinterlassen. „Das habe ich“, erzählt er, „mit aufgeblasenen Luftballons geübt.“

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